Litzirüti 2026: Das Dorffest der offenen Herzen und die herzliche Litzi-Dankeshymne

Moderator Andy Müller dankte den beiden Organisatorinnen: Simone Epp (links) und Miriam Zwicker (rechts)

Es war nun schon das dritte Dorffest: das erste war komplett vernebelt, am Ende noch verregnet, das zweite war Hitzeofen pur mit einem Rekord-Bierverbrauch und einem Ende gegen drei Uhr morgens – und dieses Fest 2026 packte die ideale Mitte.

Ich habe schnell gegoogelt: die Einwohnerzahl des Weilers, der Fraktion Litzirüti beträgt fünfzig Personen und von dieser kleinen Zahl sagten vor zwei Jahren Simone Epp und Mirijam Zwicker: „Wir stemmen mit paar anderen zusammen ein Dorffest!“ Und auch in diesem Jahr waren es wieder Simone und Mirijam mit dem vertrauten Festmoderator Andy Müller. Steigerung diesmal: schön geschmückte Tische von Jacqueline Stalder und Manuela Frei und am Grill Theo Engel, Litzirüti-Urgestein. Neu war die Idee von Daniel Stalder, die Dorffest-Besucher mit dem Eintrag in eine Mailliste sich gegenseitig zu verbinden. Nebenbei, die Zahl der Festbesucher betrug achtzig!

Und was hörte ich in der ersten Dorffest-Stunde nahezu ständig: „Das Gesicht habe ich aber auch noch nie gesehen!“ „Boah, die sind mir alle so fremd!“ Und genau das dachte ich auch. Und ich stellte mich bewusst nur den mir Fremden vor und war überrascht, erstaunt, fasziniert, wie dank dieser Dorffest-Stimmung Menschen, die sich noch nie bewusst sahen, noch nie miteinander sprachen, sich plötzlich in einer Herzlichkeit verbanden, wie ich es so noch nie erlebte. Die „Fremden“ waren alles Zweitwohnungsbesitzer wie ich (Wohnung gemeinsam mit Schwester und Schwager, Haus „Bergarve“). Wir plauderten, scherzten, lachten, als kennten wir uns schon „ewig“ und wir erfuhren in recht kurzer Zeit so viel voneinander. Es war eine Offenheit, die mich fast „umschmiss“.

In den zahlreichen Gesprächen kristallisierte sich ein roter Faden heraus: eine tiefe Wertschätzung, eine tiefe Dankbarkeit für Litzirüti. Man fährt nicht nur in zeitlichen Abständen nach Litzirüti, man kommt nicht nur in seiner Ferienwohnung an, man kommt an…: bei sich, in seinen Tiefen, in seiner Kreativität, für kurze Zeit in einem Leben, das einen zu so viel mehr öffnet als nur zu einer Portion „Urlaubsfeeling“.

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“, quillt es aus Faust in dem gleichnamigen Werk Goethes. Die Verbundenheit mit Litzirüti öffnet eine Verbundenheit mit sich selbst, ein Befreitsein von den Ketten des Alltags, den Zwängen in Beruf und Gesellschaft.  Diese Gespräche mit den verschiedenen Zweitwohnungsbesitzern machten mir in wenigen Minuten bewusst, was uns Zweitwohnungsbesitzer verbindet: Uns wird hier etwas geschenkt, was keiner der Gesprächspartner definierte, aber jeder spürte und immer wieder spürt: das Ankommen in einer Ursprünglichkeit, in einer Verbindung von gewachsenen Strukturen, von Natur und Stille, die uns zu einem Ruhen in uns, in unseren oft verschütteten Tiefen führt, und das ist in der heutigen Zeit sehr viel! Unser Dank an Simone und Mirijam! Ohne deren anpackendes Engagement in Blick auf das Dorffest wären wir Zweitwohnungsbesitzer uns nie begegnet, wären uns Fremde geblieben. Für uns ist das Dorffest eigentlich die einzige Möglichkeit, uns bewusst kennen zu lernen – eine andere haben wir nicht!

Noch war der Abend nicht zu Ende, noch wartete ein weiterer Höhepunkt auf uns alle: Daniela Dörig vom Imbisswagen direkt am Bahnhof ließ die KI eine Dankeshymne auf Litzirüti schreiben, komponieren und singen: „Dr Morge taget überem Berg.“ Daniela packt „mini Glasse, mis ganze Wärk“ und fährt von Molinis Richtung Litzirüti, wo Imbisswagen und Terrasse noch still in der Morgensonne ruhen, aber nicht mehr lange, „langsam chömed d’Lüt vo überall vorbii. Dr Foottrailer isch bereit für euch…“ Danielas Gastronomie-Logik: „Mir hend fascht alles, was du bruuchsch, was mir nid hend, das bruuchsch du niid.“ Die Logik stimmt: Erfrischung – selbstgemachtes Eis, der große Renner, und natürlich Getränke, Stärkung – „Gaspatscho, Hotdog, Spätzlipfanne – huusgmacht wird es sii!“ – und gemeinsame Gespräche, gemeinsames Plaudern und Entspannen, dafür hat Daniela nicht nur viel Hotel- und Restauranterfahrung, sondern auch die kommunikative Ader, die Menschen zueinander führt.

Und nun der Refrain, der musikalisch immer stärker gesteigert wird – „hymnisch mit ganzem Härz, no chräftiger mit ganzem Publikum: „Dankeschön, Litzirüti, du hesch üs aagnoh mit offene Armen, so wie mer das sött mache, ohni Grund, eifach so.“ Das ist aber nur die halbe Wahrheit, die ganze heißt: „Dankeschön, Daniela, du hast uns hier in Litzirüti wieder einen Mittelpunkt, Gesprächsort, Treffpunkt geschenkt. Daniela, wir danken dir!“ Wir in der „Bergarve“ sind der direkte Nachbar zu Danielas „Meetingpoint“, wir können das im Lied alles bezeugen!

Artikel und Fotos: Klaus Schenck, Haus „Bergarve“

Link zum Lied: https://www.dorigoo.ch/category/all-products Liedtabelle links („Arosa Classic Car“), Lied Nr. 13: „Baracca Terrazza“

Fotos von Daniel Stalder

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Klaus Schenck, OSR. a.D.
Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie
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Über den Autor

Klaus Schenck unterrichtete die Fächer "Deutsch", "Religion" und "Psychologie". Er hatte 2003/04 die Schülerzeitung "Financial T('a)ime" (FT) zunächst als Printausgabe ins Leben gerufen, dann 2008 die FT-Homepage, zwei Jahre später die FT-Sendungen auf YouTube (www.youtube.com/user/financialtaime) , zusätzlich ist noch seine Deutsch-Homepage (www.KlausSchenck.de) integriert, sodass dieses "Gesamtpaket" bis heute täglich auf rund 1.500 User kommt. Mit der "FT-Abi-Plattform" wurde ab 2014 das Profil für Oberstufen-Material - über die Schülerzeitung hinaus - geschärft, ab August 2016 ist wieder alles in einer Hand, wobei Klaus Schenck weiterhin die Gewichtung auf Schulmaterial beibehält und die Internet-Schülerzeitung (FT-Internet) bewusst auch für andere Interessierte öffnet.

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