Heiraten unter Corona-Bedingungen

Welche Frau träumt nicht davon? Heiraten im weißen Kleid, in Anwesenheit der Menschen, die einem wichtig sind, gefolgt von einer großen Feier mit allem, was dazugehört. Wir sind schließlich bekannt dafür, eine ganz genaue Vorstellung von unserem großen Tag zu haben. Aktuell bangen viele Frauen, ob ihr Tag überhaupt stattfinden kann. Darauf eingestellt, dass das Standesamt zum Absagen anruft, nahmen wir vor wenigen Tagen einen Anruf entgegen. Nach aktuellem Stand dürfen wir Ende April heiraten. Während Bräute in anderen Bundesländern noch um ihre Traumhochzeit bangen, darf unser Standesamt bis Mitte Juni nur noch Trauungen durchführen, bei denen maximal zwei Gäste anwesend sind. Manche Standesämter gestatten nicht einmal mehr das oder sagen komplett ab.  Unser Termin steht weiterhin, unter Vorbehalt, denn die Auflagen könnten jederzeit weiter verschärft werden. Wie plant man nun eine Hochzeit ohne Gäste und unter Vorbehalt? Während viele Bräute sich dazu entscheiden abzusagen, hoffen wir nur, dass kein zweiter Anruf mehr kommt. Nach der aktuellen Planung gehen wir, selbstverständlich mit Sicherheitsabstand, mit unseren Trauzeugen zum Standesamt. Wie wir den Abend verbringen, steht noch nicht fest. Die engste Familie zum Gratulieren in Etappen empfangen oder gemeinsam über Videotelefonie feiern, wären zwei mögliche Varianten. „So etwas gab es noch nie“, sagt meine Oma immer wieder zu mir. „Mach das Beste daraus und wenn es nur für dich ist.“ 

Ich werde trotz allem mein weißes Kleid tragen, denn dafür habe ich es schließlich gekauft. Für Bräute, die jetzt heiraten, gibt es allerdings auch keinen Friseurtermin, kein professionelles Brautmakeup, kein Fotoshooting. Wir dürfen nicht einmal mit unseren Trauzeugen zum Fotos machen in die Natur gehen, da wir dann mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum wären. Floristikgeschäfte sind geschlossen. In Hinblick auf den Brautstrauß bin ich ganz froh darüber, dass ich mich bereits zuvor dafür entschieden hatte, ihn aus Holzblumen selbst zu binden und so einen Strauß für die Ewigkeit zu haben. Da wir unsere Eheringe noch nicht gekauft hatten, ist auch das eine Sache, auf die wir jetzt verzichten müssen. Für meine Frisur und mein Makeup habe ich bereits begonnen Youtube-Tutorials anzuschauen und meine Familie dafür eingespannt. Natürlich könnte man das alles unter diesen Bedingungen auch einfach sein lassen und in Jogginghose heiraten.  Doch es ist nur dieser eine besondere Tag, der sich nie wieder wiederholen lässt. So versuchen wir im Rahmen des Machbaren unsere Vorstellungen umzusetzen.

Ich denke also mit gemischten Gefühlen an unsere Hochzeit. Letzten Endes freue ich mich jedoch sehr auf diesen Tag, an dem meine Trauzeugin (aufgrund mangelnder Konkurrenz) wohl ganz sicher meinen Brautstrauß fangen wird.

Zur Aktion: #WirSchreibenUnsMut

Für Deutsch-Abi-Gestresste

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Nicht piensen + klagen → anpacken + tun!

Für ukrainische Jugendliche habe ich meine Internetplattform zur Verfügung gestellt. Gleiches wollte ich jüdischen Jugendlichen anbieten und mailte alle jüdischen Gymnasien an – bis jetzt ohne Antwort. Mir wäre wichtig gewesen, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen. Ich stelle das „Deutsch-Abi-Wochenblatt“ für Oberstufenschüler kostenlos auf meiner Homepage jeden Montag ein, schreibe für das städtische Mitteilungsblatt und ein Infoblatt in Arosa und als Pressewart für unseren Tennisclub. Alles nichts Weltbewegendes, aber es ist ein konkretes Tun, ein konkretes Engagement, ein konkreter Dienst für andere. Das nimmt mir das sinnlose Grübeln, Ängstigen und Verzweifeln an einer Welt, der ich mich hilflos ausgeliefert fühle.

Meine vier Schritte: Träumen, Wollen, Tun, Bekommen!

Der „Wenn“ und der „Hätt“ henn noch nie was g´hätt.

Klaus Schenck

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