Franz Kafka: „Der Prozess“ – Inhalt in Briefform

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Inhaltsangabe in Briefform – kurz, knapp, klar

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Und schon sind wir mitten im Geschehen des Romanfragments „Der Prozess“ von Franz Kafka, geschrieben ab August 1914.

Josef K. liegt in der Pension noch im Bett, wartet auf sein Frühstück, statt des Frühstücks tauchen zwei Männer auf und erklären ihm, er sei verhaftet, mehr wüssten sie auch nicht. Er könne aber weiterhin seinem Beruf als Prokurist in einer Bank nachgehen. Auch das Gespräch mit dem Aufseher im Zimmer von Fräulein Bürstner bringt keinerlei Klarheit. Heute ist Josef K. dreißigster Geburtstag, am Abend kehrt er aus dem Büro zurück und möchte bei Frau Grubach, der Pensionswirtin, und bei Fräulein Bürstner wieder alles in Ordnung bringen und sich entschuldigen. Eigentlich nicht nötig, denn das mit der Ordnung hat Frau Grubach bereits erledigt, dennoch ist Josef K. darauf erpicht, Fräulein Bürstner noch persönlich zu treffen, die erst kurz von Mitternacht kommt. Obgleich müde lässt sie Josef K. in ihr Zimmer, der zunächst alles theatralisch schildert und am Ende über die Zimmernachbarin fast schon wild herfällt.

Im Laufe der Woche erhält Josef K. einen Anruf vom Gericht wegen der ersten Untersuchung, er erfährt den Tag – Sonntag und den Ort, aber keine Uhrzeit, die denkt er sich dann selbst aus: 9 Uhr. Der Ort ist eine heruntergekommene Vorstadtwohnung, die Versammlung ist mehr als befremdlich und Josef K. hält eine flammende Angriffsrede gegen dieses lächerliche Gericht und beschwert sich über die beiden Wächter, die ihn verhaftet haben. Josef K.s Überheblichkeit kennt fast keine Grenzen und am Ende macht ihn der Untersuchungsrichter darauf aufmerksam, wie sehr dieser Auftritt geschadet habe.

Ohne Aufforderung geht Josef K. am nächsten Sonntag wieder an diesen merkwürdigen Ort, eine Verhandlung findet aber nicht statt, dafür lernt er die Frau des Gerichtsdieners kennen, die sich an ihn „ranschmeißt“, dann kommt der Student Bertold, schnappt sie sich und trägt sie zum Untersuchungsrichter – die Frau spielt zur Enttäuschung Josef K.s voll mit. Dieser lernt danach den Gerichtsdiener kennen, der empört und gleichzeitig resigniert ist, was mit seiner Frau geschieht, dafür zeigt er dem Neuankömmling die Kanzleien oben auf dem Dachboden. Alles gleicht einem heruntergekommenen Speicher mit Wäsche und Holzverschlägen, wo die einzelnen Büros sind und die komplett demoralisierten Angeklagten auf langen Bänken im Flur stumm vor sich hinsitzen. Josef K. wird es in der stickigen Luft schlecht, er droht zusammenzubrechen und findet den Ausgang nicht. Zwei Beamte helfen ihm ins Freie.

In einer Abstellkammer der Bank hört Josef K. Seufzer, schaut nach und sieht einen Prügler, der dabei ist, die beiden Wächter, über die sich Josef K. bei der ersten Untersuchung beschwerte, zu bestrafen. Der Prokurist versucht halbherzig ihnen zu helfen, überlässt sie dann ihrem Schicksal, und als er am nächsten Tag nochmals die Rumpelkammer betritt – die gleiche Szenerie, Josef K. schlägt die Tür zu und befiehlt Untergebenen, den verwahrlosten Ort aufzuräumen.

Kurze Zeit später taucht Josef K.s Onkel auf, macht in der Bank ein großes Geschrei wegen des Prozesses und fährt mit seinem Neffen schnurstracks zum Advokaten Huld – einem Schulkameraden des Onkels. Der Advokat empfängt sie krank im Bett, ist über den Prozess schon informiert, im Krankenzimmer ist noch der Kanzleidirektor, eigentlich die Chance für den Prozess interessierten Josef K., aber die sexuell aktive Pflegerin Leni hat es auf ihn abgesehen, lockt ihn aus dem Raum, lässt alle weiblichen Reize spielen und triumphiert am Ende: „Jetzt gehörst Du mir!“

Der Prozess beschäftigt Josef K. immer stärker, der Anwalt ist keine große Hilfe. Beruflich geht es mit dem Prokuristen bergab, er wird immer weniger seiner Aufgabe gerecht. Auf einen Tipp hin geht er zum Gerichtsmaler Titorelli und erfährt, dass es letztendlich den erhofften Freispruch nicht gibt. Josef K. will nun die Sache selbst in die Hand nehmen und dem Advokaten kündigen. Bei diesem lernt er den Kaufmann Block kennen, der schon jahrelang prozessiert, all sein Geld samt seinem Beruf verloren hat. Als der Anwalt von der Kündigung erfährt, demütigt er Kaufmann Block in extremer Weise, um Josef K. von der Kündigung abzubringen, was diesen aber nur in seiner Entscheidung bestärkt.

Im Dom begegnet Josef K. dem Gefängniskaplan, der ihn darüber informiert, wie schlecht es um seinen Prozess stehe. Die Türhüter-Legende führt in ihren unterschiedlichen Auslegungen bei Josef K. nur zu weiterer Verwirrung.

Nach einem Jahr – am Abend vor seinem 31. Geburtstag – erwartet Josef K. intuitiv seine Henker. Diesen zwei folgt er widerstandslos und wird in einem Steinbruch mit einem Stoß ins Herz hingerichtet.

Ich finde das Werk tief beeindruckend, weil die Schilderungen der merkwürdigen Welten so präzise und klar sind und dennoch so jenseits aller Realität, so verworren und ohne einleuchtende Lösungen, aber viel Raum für eigenständiges Interpretieren und Suchen geben. Dank der biografischen Hintergründe leuchtet der Grund für das Werk ein, aber die inhaltliche Auflösung selbst bleibt dennoch verschlossen.

Nicht aufgeben, sondern sich Zeit für die Interpretation nehmen und das Werk selbst eher intuitiv auf sich wirken lassen, so kommt ihr weiter, als ihr im Moment denkt.

Artikel: Klaus Schenck

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Nicht piensen + klagen → anpacken + tun!

Für ukrainische Jugendliche habe ich meine Internetplattform zur Verfügung gestellt. Gleiches wollte ich jüdischen Jugendlichen anbieten und mailte alle jüdischen Gymnasien an – bis jetzt ohne Antwort. Mir wäre wichtig gewesen, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen. Ich stelle das „Deutsch-Abi-Wochenblatt“ für Oberstufenschüler kostenlos auf meiner Homepage jeden Montag ein, schreibe für das städtische Mitteilungsblatt und ein Infoblatt in Arosa und als Pressewart für unseren Tennisclub. Alles nichts Weltbewegendes, aber es ist ein konkretes Tun, ein konkretes Engagement, ein konkreter Dienst für andere. Das nimmt mir das sinnlose Grübeln, Ängstigen und Verzweifeln an einer Welt, der ich mich hilflos ausgeliefert fühle.

Meine vier Schritte: Träumen, Wollen, Tun, Bekommen!

Der „Wenn“ und der „Hätt“ henn noch nie was g´hätt.

Klaus Schenck

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Klaus Schenck, OSR. a.D.
Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie
Drei Internet-Kanäle:
Schul-Material: www.KlausSchenck.de
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Schul-Sendungen: www.youtube.com/user/financialtaime
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„Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie“/Bange-Verlag 2020:
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Über den Autor

Klaus Schenck unterrichtete die Fächer "Deutsch", "Religion" und "Psychologie". Er hatte 2003/04 die Schülerzeitung "Financial T('a)ime" (FT) zunächst als Printausgabe ins Leben gerufen, dann 2008 die FT-Homepage, zwei Jahre später die FT-Sendungen auf YouTube (www.youtube.com/user/financialtaime) , zusätzlich ist noch seine Deutsch-Homepage (www.KlausSchenck.de) integriert, sodass dieses "Gesamtpaket" bis heute täglich auf rund 1.500 User kommt. Mit der "FT-Abi-Plattform" wurde ab 2014 das Profil für Oberstufen-Material - über die Schülerzeitung hinaus - geschärft, ab August 2016 ist wieder alles in einer Hand, wobei Klaus Schenck weiterhin die Gewichtung auf Schulmaterial beibehält und die Internet-Schülerzeitung (FT-Internet) bewusst auch für andere Interessierte öffnet.

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