Für Deutsch-Abi-Gestresste

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Liebe Schülerinnen und Schüler,

eigentlich eine komische Geschichte! Gregor Samsa wacht eines Morgens nach „unruhigen Träumen“ auf und ist plötzlich ein „ungeheures Ungeziefer“. Grund, Verursacher, Vorgeschichte – Fehlanzeige! „Die Verwandlung“ schrieb Franz Kafka 1912, als Erstpublikation erschien die „Novelle mit personalem Erzähler“ 1915. Sie spielt in der Familie Samsa – Vater, Mutter, Schwester. Zeitrahmen: drei bis vier Monate, Handlung: Gregors Familienleben als „ungeheures Ungeziefer“ aus seiner Sicht, er ist der personale Erzähler.
Gregor nervt es an dieser morgendlichen Käfer-Verwandlung zunächst nur, dass er sich nicht mehr richtig im Bett drehen kann, als dicker Brummer kippt immer wieder zurück. Nun denn – und verschlafen hat er auch noch, als Reisender mit Tuchwaren hätte er schon längst unterwegs sein müssen, das wird nicht sein Tag! Aber das Bett ist warm und sein Beruf ödet ihn an: dieses ständige Reisen, die unpünktlichen Züge, die fehlenden Anschlüsse, das schlechte Essen und der zwischenmenschlich unpersönliche Kontakt, alles nur, um die Schulden seines Vaters zu begleichen. Letztendlich finanziert Gregor seine ganze Familie. Er will nicht mehr und gibt sich Kündigungsphantasien hin, gleichzeitig hofft er aber, den nächsten Zug doch noch zu erreichen.
Sein Zimmer liegt in der Mitte der Wohnung. Erst klopft zart die Mutter und fragt, was los sei, an der anderen Tür deutlicher der Vater und am Ende an der dritten leicht klagend die Schwester. Gregor schließt sich immer ein, eine Marotte als Reisender. Er vertröstet alle mit piepsiger Stimme. Und kurze Zeit später steht schon der Prokurist der Firma auf der Matte und fordert Klarheit, weshalb Gregor nicht den Fünf-Uhr-Zug genommen habe. Gregor öffnet auch seinem Chef nicht, dieser lästert daraufhin übelst vor den Eltern über Gregor ab. Kurz danach wird nach einem Arzt und einem Schlosser geschickt. Endlich schafft es Gregor, mit seinen Kiefern den Schlüssel umzudrehen. Da steht nun die Ungeziefergestalt in voller Größe. Die Mutter sackt zusammen, der Vater droht mit der Faust und der Prokurist ist fassungslos. Gregor will den Prokuristen für sich gewinnen, ihm alles erklären, aber er gibt nur piepsige Käferlaute von sich und krabbelt langsam auf ihn zu, dieser flüchtet ohne seinen Stock panisch über die Treppe vor dem „Ungeheuer“. Der Vater treibt den Käfer-Sohn mit dem Stock des Prokuristen, mit Zischlauten und einer Zeitung unerbittlich zurück in sein Zimmer und wirft dann die Türe zu.
Als Gregor „aus seinem schweren ohnmachtsähnlichen Schlaf“ am Abend erwacht, findet er in seinem Zimmer einen Napf mit süßer Milch, seinem „Lieblingsgetränk“. Er tippt auf den guten Geist seiner Schwester Grete, ist dann aber irritiert, wie wenig ihm trotz Hunger die Milch schmeckt. Am nächsten Morgen sieht die Schwester die nicht angerührte Milch und bringt auf einer Zeitung eine Auswahl an Essensresten, ausgerechnet der schimmelige Käse von vor zwei Tagen zieht ihn magisch an, die frischen Speisen verschmäht er. Auch stellt er fest, dass nun alle Türschlüssel von außen stecken.
An der Tür lauschend erfährt Gregor, dass sein Vater beim Konkurs noch Geld zurückgehalten hat und zusätzlich hinter Gregors Rücken von dessen Verdienst ein wenig Geld abzweigte, sodass für eine gewisse Zeit ein beruhigender Notgroschen vorhanden ist. Dennoch grübelt Gregor, wer nun das Geld verdienen solle. Der Vater ist alt, fett und träge, die Mutter Asthmatikerin und seine siebzehnjährige Schwester macht einen auf verwöhnte Tochter. Gregors Augenlicht lässt deutlich nach, auch das Essen bereitet ihm immer weniger Freude, Zerstreuung findet er aber beim Kriechen an der Wand oder an der Decke. Die von der Schwester entdeckten Kriechspuren veranlassen sie, sein Zimmer zur krabbelfreien Zone auszuräumen, wogegen ihre Mutter Einspruch erhebt, da dies die Hoffnung auf Änderung untergrabe. Diese Sicht teilt auch Gregor, bricht aus seinem Versteck unter dem Sofa hervor, verteidigt seinen Schreibtisch und schützt besonders an der Wand mit seinem ganzen Körper das Bild von der Dame im Pelz, für das er sogar einen Rahmen zugeschnitten hat. Zum ersten Mal droht ihm seine Schwester bei Nennung seines Namens. Seine Mutter sieht nun ihren Käfer-Sohn und fällt in Ohnmacht, die Tochter sucht nach stabilisierenden Tropfen im Badezimmer, Gregor folgt ihr. In diesem Moment kommt der Vater nach Hause, der zur Verwunderung Gregors aufgerichtet, entschlossen, in straffer blauer Uniform erscheint und sofort den „ausgebrochenen“ Käfer mit Äpfeln bombardiert, wobei ein Apfel in Gregors Rücken eindringt und ihn schwer verletzt.
Wochen vergehen, Gregors Beweglichkeit ist durch den Apfel im Panzer stark eingeschränkt, an Kriechen in der Höhe ist nicht mehr zu denken. Trost bereiten Gregor die Abende: Die Wohnzimmertür wird geöffnet und er kann aus der eigenen Dunkelheit seine Familie im Licht sehen. Der Vater schläft im Sessel, seine neue Arbeit als Diener in einer Bank ermüdet ihn, die Mutter näht Wäsche für ein Modegeschäft und die Schwester arbeitet als Verkäuferin, lernt nun abends Stenografie und Französisch, um beruflich aufzusteigen. Dennoch reicht das Geld nicht, drei sehr penible Zimmerherren werden als Untermieter in die Wohnung genommen. Während diese von den beiden Frauen aufs Beste verköstigt werden, isst Gregor immer weniger.
An einem Abend spielt Grete auf ihrer Violine, die Zimmerherren bitten sie, ihnen doch etwas vorzuspielen, aber verlieren bald ihr Interesse an der Musik – im Gegensatz zu Gregor, der vom Violinen-Spiel seiner Schwester ganz fasziniert ist und aus seinem Versteck langsam ins Wohnzimmer kriecht. Die Zimmerherren kündigen sofort die Miete, als sie den verschmutzten, stinkenden Riesenkäfer wahrnehmen. Genau jetzt ist der Augenblick gekommen, an dem Grete indirekt das „Todesurteil“ über das „Untier“ fällt: „Wir müssen es loswerden“, ihren Bruder sieht sie in dem Käfer schon lange nicht mehr. Langsam kriecht Gregor in sein Zimmer zurück, einen letzten müden Blick zurück auf seine Familie – dann stirbt er in der Nacht.

Am Morgen findet ihn die neue Bedienerin tot auf, pfeift und ruft laut: „Es ist krepiert!“ „Jetzt können wir Gott danken“, die Reaktion des Vaters. Er – nun wieder voll Entschlusskraft – verjagt die drei Zimmerherrn vollends aus der Wohnung und alle drei Familienmitglieder beschließen blauzumachen, den Frühlingstag zu genießen… und für ihre zu einer schönen Frau aufgeblühten Tochter – so die Eltern – einen „braven Mann zu suchen“.
Der Inhalt ist leicht zu verstehen, die Interpretation ist es nicht unbedingt, aber die Seitenzahl liegt nur knapp über sechzig, also anpacken und selbst lesen, es ist gut machbar!
Klaus Schenck
Gesamter Ordner mit allen Materialien und Links zu Kafka: „Die Verwandlung“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/franz-kafka-die-verwandlung-kostenloser-deutsch-abi-crashkurs/

