
Wie heißt seit zig Jahren das Unwort an baden-württembergischen Schulen? „Leistung“. Ich habe von allen Gymnasien im Land die Mailadressen einzeln herausgesucht und keine Schul-Homepage entdeckt, die dezidiert mit dem Begriff „Leistung“ bei Schülern für ihre Schule warb. Leistungs-„Bashing“, Leistungsbeschimpfung, Leistungsverweigerung, diese Mixtur der Satten und Trägen – von Eltern über Schüler bis zu den Lehrern und Politikern – ist die Mixtur der „Political-correctness-Weichspüler“ aus einer Welt, die vergangen ist: mit dem imperialistischen Angriffskrieg auf die Ukraine, mit einem erratischen, durch Ideen-Rülpsern, Rache-Dekreten und Erpressungs-Zöllen die Welt schockierenden America-first-Präsidenten plus seinem Vize als An- und Verkündiger des „new sheriff in town“, dazu ein powerndes China, ein aufsteigendes Indien!
Und Europa hat es kaum begriffen, Deutschland schon gar nicht und versaut als Wirtschaftsversagerland die europäischen Wachstumszahlen, verpennt, verschlafen, eingelullt in Gut-Mensch-Allüren, dem einzigen Exportschlager in die Länder der Welt – „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ (Geibel/Wilhelm II) – ein Griff in die Mottenkiste… und dann das naive Erstaunen: die Welt lacht und powert und hängt uns ab, lacht, wie wir politisch korrekt den Bach runter gehen, unsere Industrien abwandern, unsere Wirtschaftskraft sinkt und unser Wohlstand gleich mit, nichts gebacken kriegen wir bei den Flüchtlingen, bei der Energie, der Entbürokratisierung, der Digitalisierung und beim Klima – ein Ruck durch Deutschland, wo, wann, vielleicht spätestens 2029, dann vermutlich anders, als wir es uns heute vorstellen?!

„Überforderung, Erschöpfungsdepression, Burnout sind die Evergreens in einem Land, dem es so gut geht wie selten zuvor … Träumte man einst davon, Großes leisten zu können, so wird es heute zur Qual, Kleines leisten zu müssen.“ Alle Zitate stammen aus „Psychologie Heute“ 4/2024 („Viele finden Leistung belastend. Das stört Jörg Scheller“). Kennen Sie den „Tocqueville-Effekt“ aus der Sozialpsychologie? Kurz erklärt: Die soziale Frustration nimmt schneller zu, wenn sich die sozialen Möglichkeiten verbessern. Entlastungsforderungen, wohin das deutsche Auge sieht: „Die Viertagewoche einführen, die Bundesjugendspiele motivierend statt leistungsorientiert gestalten, die Schulnoten und am besten gleich noch die Geschlechterbilder abschaffen, denn schließlich erzeugen auch Bilder Druck, vom Kapitalismus gar nicht erst zu sprechen!“ Wir entlasten uns zu Tode, wir krepieren an unseren Schlaraffenland-Wunschträumen und sargen uns in unserer Wohlstandsbehäbigkeit ein. Es ist vorbei, kapiert’s endlich, es ist vorbei, „isch over“ (Schäuble): „a new sheriff in town“ (Vance), „die Ferien von der Geschichte sind für die Europäer zu Ende“ (Weinstein). Die Welt hat ihr Schritttempo verdreifacht – mit fetter Wampe kommen wir da nicht mehr mit. Ehrgeiz, Wille, Fleiß – Powern, Kämpfen, Tun – sich reinhängen, sich fordern, sich quälen – klares Ziel, klare Leistung, klare Entschlossenheit und die beginnt an der Schule – schnellstmöglich!

Artikel (2025) und Fotos: Klaus Schenck
Passend zum Artikel:
„Trump – Die Auferstehung Cipollas?“ (in Bezug zu Thomas Mann: „Mario und der Zauberer“), Link: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/trump-die-auferstehung-cipollas/
Artikel-Reihe zur Landtagswahl 2026: Ich klage an 🏫 – Schulrealität aus Lehrersicht

- 6. „2016 – Forderung: motivierende Leistungsschulen“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/2016-forderung-motivierende-leistungsschulen/
- 5. „Vom Bildungsland zum Billig-Noten-Land“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/vom-bildungsland-zum-billig-noten-land/
- 4. „Schul-Tyrannei der Minderheit“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/schul-tyrannei-der-minderheit/
- 3. „Wir versagen…“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/wir-versagen/
- 2. „Meine bipolaren Berufsschüler – manisch im Betrieb, depressiv in der Schule?“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/meine-bipolaren-berufsschueler-manisch-im-betrieb-depressiv-in-der-schule/
- 1. „Faule Säcke, werdet Lehrer in Baden-Württemberg!“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/faule-saecke-aller-laender-werdet-lehrer-in-baden-wuerttemberg/
Zusammenarbeit mit „Würth Industrie Service“ (Bad Mergentheim)

Wir als Schülerzeitung arbeiteten eng mit „Würth Industrie Service“ (WIS) zusammen. Neben den obligatorischen Werkführungen simulierten die verantwortlichen Personaler mit Redaktionsmitgliedern Bewerbungsgespräche, nannten uns Kriterien für erfolgreiche Bewerbungen und zeigten uns die Anforderungen in der freien Wirtschaft. Dazu kamen gemeinsames Grillen, Panzer fahren, Drehen eines Werbefilms für „WIS“ und die Herausgabe einer gemeinsamen Schülerzeitung 2013 mit dem Vorwort von Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth. (Fotos: Klaus Schenck)



„Schraubenkönig“ Würth kritisiert Arbeitsmoral
„Da kann einem angst und bange um Deutschland werden“

„… Die Statistik spreche eine klare Sprache, sagte Würth. „Da kann einem angst und bange um Deutschland werden: In anderen Ländern wird bei deutlich niedrigeren Stundenlöhnen länger gearbeitet.“ Und heimische Beschäftigte seien auch noch häufiger krank als Mitarbeitende in anderen Industrieländern.
„Nach der Phase des Wohlstands, des Wohllebens, der Pracht, ja der Freiheit und des freien Worts wuchsen in Deutschland die Begehrlichkeiten nach mehr Geld und noch weniger Arbeit„, sagte Würth, der in Künzelsau (Hohenlohekreis) einen Weltmarktführer im Bereich der Befestigungs- und Montagetechnik aufgebaut hat. „Die Work-Life-Balance wurde immer mehr in Richtung Life-Balance verschoben.“
„Wir sind jetzt in Deutschland an der Kante vom Sein zum Vergehen angekommen, befinden uns also in einer Phase, in der der Niedergang nicht weit ist.“ Zurückzurudern werde unglaublich schwierig, „weil die heutigen jüngeren Beschäftigten von ihren Eltern, die aus der Generation der Babyboomer stammen, wahnsinnig verwöhnt wurden„, sagte Würth weiter…“
https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101103080/schraubenkoenig-wuerth-kritisiert-die-arbeitsmoral-in-deutschland.html (28.01.2026) (eigene Hervorhebungen)
Für Deutsch-Abi-Gestresste

📢 „Das Wochenblatt des Deutsch-Abiturs“ – kostenlos + regelmäßig jeden Montag: aktuelle Abi-Lektüre, Oberstufenlektüre, psychologische Kurzsendungen und dosiert weitere Materialien: wenige Worte/Sätze mit jeweiligen Links → schneller Überblick. Der Schwerpunkt der „Abi-Wochenblätter“ liegt auf YouTube-Sendungen mit Manuskripten.
Der jeweilige Link führt zur entsprechenden Ausgabe. Link: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/das-wochenblatt-des-deutsch-abiturs-einzelne-ausgaben-durchnummeriert-mit-erscheinungsdatum-und-den-abi-werken-plus-themen/ + „Idee, Entstehung, Abi-Kämpfer“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/das-wochenblatt-des-deutsch-abiturs-idee-entstehung-abi-kaempfer/
Nicht piensen + klagen → anpacken + tun!

Für ukrainische Jugendliche habe ich meine Internetplattform zur Verfügung gestellt. Gleiches wollte ich jüdischen Jugendlichen anbieten und mailte alle jüdischen Gymnasien an – bis jetzt ohne Antwort. Mir wäre wichtig gewesen, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen. Ich stelle das „Deutsch-Abi-Wochenblatt“ für Oberstufenschüler kostenlos auf meiner Homepage jeden Montag ein, schreibe für das städtische Mitteilungsblatt und ein Infoblatt in Arosa und als Pressewart für unseren Tennisclub. Alles nichts Weltbewegendes, aber es ist ein konkretes Tun, ein konkretes Engagement, ein konkreter Dienst für andere. Das nimmt mir das sinnlose Grübeln, Ängstigen und Verzweifeln an einer Welt, der ich mich hilflos ausgeliefert fühle.
Meine vier Schritte: Träumen, Wollen, Tun, Bekommen!
Der „Wenn“ und der „Hätt“ henn noch nie was g´hätt.
Klaus Schenck

📌 Kostenlos jeden Montag – mir zur Freude, euch zur Hilfe!
