Kind flennt, bei Bundesjugendspielen keine Urkunde, Forderung der Mutter: Abschaffung der Bundesjugendspiele. Als Lehrer an einer weiterbildenden Schule – Oberstufe – bin ich sprachlos. Aufsatz daneben, Kind flennt, Abschaffung der Aufsätze?

Die Tyrannei verschwindender Minderheiten über Mehrheiten! Mein Kind, mein Kind, mein Kind! Mein Kind, mein Kind, mein Kind ist eines von dreißig und fordert die Aufmerksamkeit von fünfzig und mehr Prozent. Und die anderen, die vielen anderen, die sich bemühen, für die der Stoff passt, für die in Rücksprache die Klassenarbeiten geschrieben werden: die 29 zählen nichts, oder? Binnendifferenzierung – das neue Mantra und/oder Affentanz um den Einzelnen, nur ist dieser Einzelne oft einzeln und für die vielen anderen Einzelnen wird nicht mal ein kleines Tänzchen gemacht! Lehrer in Huldigungsanbetung um den „Goldenen Schüler“, in Götzenverehrung des Klassen-Egomanen plus Eltern, Ausweis moderner Schule? Wir haben zu liefern, wir sind verantwortlich – für alles! Warum wir? Ich will’s, ich krieg’s, sah ich vor kurzem in einem Werbespot im Fernsehen. Schüler-Wille, Gottes-Wille und wir beweihräuchernde Priester eines neuen Schulkultes? Warum sind wir verantwortlich, wenn ein Schüler null Bock auf Schule hat, warum sind wir verantwortlich, wenn ein Schüler null Bock auf Lernen hat, warum sind wir für jeden Misserfolg der anderen Seite verantwortlich? Warum sagen wir nicht endlich mal: Hallo, Junge, pass auf Mädchen, ich fordere, du lieferst! Das schmeckt dir nicht, das willst du nicht, warum bist du hier? Du willst Handball spielen, gehst in einen Fußballklub und forderst samt Mutter/Vater plus Juristen, dass das Handspiel zugelassen wird! Hallo, Jung-Egomane, wo ist denn dein Beitrag für den Schulerfolg? Nur weil du keinen Bock hast, hab‘ ich keine schlaflose Nacht! Im Extremfall, Junge/Mädchen: mit dieser Einstellung bist du hier auf dem falschen Dampfer, zieh‘ die Konsequenz! Beseitige nicht die Anforderungen, beseitige nicht die Aufsätze, beseitige nicht die Lehrer, beseitige deine Null-Bock-Einstellung, du bist verantwortlich für dich, leiste deinen Teil! Auf, beweg‘ dich, es ist dein Leben, pack‘s an, steig‘ ins Schulboot zu den 29 anderen, die sich mühen, die sich anstrengen, die rudern, um voranzukommen, die auch ein Recht haben gefördert zu werden, die auch ein Recht haben erfolgreich zu sein, die auch das Abitur wollen, vermutlich gezielter, engagierter und mit deutlich mehr Biss als du! Warum habe ich dir Wissen zu liefern, wenn du mir nicht ´mal die Schale dafür hinstreckst? Wo ist dein Beitrag, deine Schale, in die ich – gemeinsam mit den anderen 29 – Wissen, Erkenntnis und Freude gießen kann?

Und nun stelle ich dir zwanzig und mehr deiner Klasse vor, die sind hier, weil sie ein Ziel haben, nämlich das Abitur. Und viele wollen noch mehr – ein gutes Abitur. Und einige wissen, wofür sie einen Einser-Schnitt brauchen: Psychologie, Medizin usw. Und ich habe tolle Schülerinnen und Schüler! Wir haben gemeinsam in ständig gegenseitiger Kritik einen Lyrikband erarbeitet, mein Abi-Trainer („Abitur Baden-Württemberg 2018 Deutsch“. Königs Abi Trainer) wäre ohne die Beiträge dieser Schüler nie so zielführend geworden. Ehrgeiz, Wille, Fleiß – mein Credo. Ehrgeiz, Wille, Fleiß – dein Beitrag, Egomane, damit ich liefern kann. Viele meiner Schüler sind von Ehrgeiz, Wille, Fleiß durchdrungen, auch sie treiben nebenher Sport, gehen einem Hobby nach, haben Freizeit. Aber diese Schüler wissen, wann was Priorität hat. Ich staune oft, welches Engagement in Hausarbeiten gesteckt wird, welchen Ideenreichtum in großartige Referate, welchen Fleiß in Schließen von Lücken. Teilweise treffen wir uns abends, wenn eine Klassenarbeit daneben ging, analysieren, korrigieren, üben, jeder Einzelne ist dann für 10–15 Minuten im Mittelpunkt und jeder – Schüler/Lehrer – hilft, überlegt, macht Lösungsvorschläge. Hier fordert keiner, dass nur der Lehrer rudert, während alle anderen cool auf dem Deck liegen. Das Zauberwort heißt „gemeinsam“! Wir sind gemeinsam verantwortlich für eine motivierende Leistungsschule, die klare Forderungen stellt, die konsequent handelt, die Engagierten Raum bietet und ihnen beisteht, wenn es mal nicht klappt. Ehrgeiz, Wille, Fleiß, Forderung an jeden Schüler! Wissen, Motivation, Power, Forderung an jeden Lehrer! Verantwortung, Freude, Leistung, gemeinsames Ergebnis – klingt nicht sehr modern, doch manchmal liegt im Bewährten die Zukunft: Interesse, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen!

Nicht die Rückschläge abschaffen, sondern die Gewissheit in jedem jungen Menschen stärken: die Niederlage hat nicht das letzte Wort, du kannst aufstehen, du wirst aufstehen, ich glaube an dich!
Artikel und Fotos: Klaus Schenck, 2026
Erstveröffentlichung: „BLV-Magazin“.Berufsschullehrerverband. Dezember 2015. Link: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g38-2015-12-blv-schul-tyrannei.pdf
Artikel-Reihe zur Landtagswahl 2026: Ich klage an 🏫 – Schulrealität aus Lehrersicht

- 3. „Wir versagen…“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/wir-versagen/
- 2. „Meine bipolaren Berufsschüler – manisch im Betrieb, depressiv in der Schule?“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/meine-bipolaren-berufsschueler-manisch-im-betrieb-depressiv-in-der-schule/
- 1. „Faule Säcke, werdet Lehrer in Baden-Württemberg!“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/faule-saecke-aller-laender-werdet-lehrer-in-baden-wuerttemberg/
Für Deutsch-Abi-Gestresste

📢 „Das Wochenblatt des Deutsch-Abiturs“ – kostenlos + regelmäßig jeden Montag: aktuelle Abi-Lektüre, Oberstufenlektüre, psychologische Kurzsendungen und dosiert weitere Materialien: wenige Worte/Sätze mit jeweiligen Links → schneller Überblick. Der Schwerpunkt der „Deutsch-Abi-Wochenblätter“ liegt auf YouTube-Sendungen mit Manuskripten.
Der jeweilige Link führt zur entsprechenden Ausgabe. Link zum Gesamtüberblick: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/das-wochenblatt-des-deutsch-abiturs-einzelne-ausgaben-durchnummeriert-mit-erscheinungsdatum-und-den-abi-werken-plus-themen/ + „Idee, Entstehung, Abi-Kämpfer“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/das-wochenblatt-des-deutsch-abiturs-idee-entstehung-abi-kaempfer/
Nicht piensen + klagen → anpacken + tun!

Für ukrainische Jugendliche habe ich meine Internetplattform zur Verfügung gestellt. Gleiches wollte ich jüdischen Jugendlichen anbieten und mailte alle jüdischen Gymnasien an – bis jetzt ohne Antwort. Mir wäre wichtig gewesen, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen. Ich stelle das „Deutsch-Abi-Wochenblatt“ für Oberstufenschüler kostenlos auf meiner Homepage jeden Montag ein, schreibe für das städtische Mitteilungsblatt und ein Infoblatt in Arosa und als Pressewart für unseren Tennisclub. Alles nichts Weltbewegendes, aber es ist ein konkretes Tun, ein konkretes Engagement, ein konkreter Dienst für andere. Das nimmt mir das sinnlose Grübeln, Ängstigen und Verzweifeln an einer Welt, der ich mich hilflos ausgeliefert fühle.
Meine vier Schritte: Träumen, Wollen, Tun, Bekommen!
Der „Wenn“ und der „Hätt“ henn noch nie was g´hätt.
Klaus Schenck

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