
Am letzten Aufenthaltstag der Holländer in Deutschland kam das sportliche Highlight, der Besuch im Fechtzentrum Tauberbischofsheim, einem der 19 Olympiastützpunkte in ganz Deutschland. Nicht nur für die holländischen Schüler war dies eine Premiere, sondern auch wir, die Redaktion der „Financial T(`a)ime“, fochten das erste Mal, mit Ausnahme unseres beratendenden Lehrers Klaus Schenck, der schon vor Jahren seine Erfahrungen mit dem Degen machte. Bevor wir jedoch zum sportlichen Teil kamen, wurden wir vom Internatsleiter Matthias Behr, Mannschaftsolympiasieger mit dem Florett 1976 und in Seoul Silbermedaillengewinner im Einzel, herzlich begrüßt. Anschließend übernahmen Tamina Knauer und Eva Hock, erfolgreiche Fechterinnen im Florett und Säbel, die ebenfalls das Wirtschaftsgymnasium der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim besuchen, die Führung. Sie zeigten uns sogleich das ganze Fechtzentrum. Neben der großen Halle gibt es auch Räume zum Ausruhen und Lernen.

Für mich war die Führung viel zu kurz, denn ich hatte großen Respekt vor der Kampfsportart, sodass ich die kommenden Duelle so lange wie möglich hinauszögern wollte. Ich kamaber nicht daran vorbei, Herr Schenck übernahm die Fotodokumentation, also zog ich noch ein wenig ängstlich meine Sportkleidung an.
Die zwei Fechterinnen zeigten uns die drei Waffen Säbel, Florett und Degen, wobei letzteres an diesem Tag eine große Rolle für uns spielte. Alle nahmen den Degen in die Hand, wir sollten ihn wie eine Pistole halten, was aber schon die ersten Probleme darstellte. Nach erneuten Erklärungen klappte es dann auch bei jedem, sodass wir zum nächsten Schritt kommen konnten, bei dem es viel Gelächter gab. Der Ausfallschritt sah weder sportlich noch ästhetisch aus, was aber nichts ausmachte, weil wir Anfänger uns alle ungeschickt anstellten.

Anschließend wurde uns die Schutzkleidung gebracht, bestehend aus einer Hose, einem Brustschutz, einer Unterziehweste, einer Jacke, einem Handschuh sowie einer Fechtmaske. Die nächste Schwierigkeit wartete auf uns, alle fragten sich nur: Wie soll ich das alles anziehen?! Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit zehn Händen, die mir halfen, hatte auch ich es geschafft, meine Kleidung anzuziehen. Weitere sieben Leute hatten dieselben Probleme wie ich, wieder gewonnene Zeit für mich, in der ich mich keinem Gegner stellen musste.
Doch ich kam nicht daran vorbei und schließlich stand ich auf der Planche. Tamina und Eva erklärten uns, wie wir die elektronische Sicherung an den Degen anschließen musste, dann wurden wir auch noch mit einem Elektrokabel festgebunden, es gab kein Zurück mehr.

Ich stellte mich meiner ersten Gegnerin, Stephie, gegenüber, die genauso ängstlich war wie ich, dann ging es los. Anders als erwartet fand ich das Duell gar nicht so schlimm, es machte sogar richtig Spaß! Einen Punkt nach dem anderen erkämpfte ich mir, Fechter schauten uns zu, wir wurden belächelt. Doch es machte mir nichts aus, ich war begeistert. Nicht nur mir ging es so, man merkte richtig die Freude der anderen Fecht-Anfänger, auch der Holländer. Das Einzige, was mir jetzt noch zu schaffen machte, war die viel zu warme Kleidung. Unter der Maske fühlte es sich an, als befände man sich in einer Sauna. „Wie halten die das alle nur aus?“, fragte nicht nur ich mich. Meine nächste Gegnerin war Anna, anschließend folgte Tobias. Nach etwa einer Stunde war ich richtig geschafft. Die Wärme war fast nicht mehr auszuhalten, ich war einfach nur fertig. Mein einziger Wunsch hieß nur noch eine eiskalte Dusche!!
Fotos: Klaus Schenck
Deutsch-Abi-Gestresste

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Der „Wenn“ und der „Hätt“ henn noch nie was g´hätt.
Klaus Schenck