Ein ganz neuer Ansatz zur Bekämpfung von Gewalt an Schulen wurde in einem Bezirk in Texas im August letzen Jahres eingeführt. Nach dem Motto „Mehr Waffen bedeuten mehr Sicherheit“ haben Lehrer nun die Macht, die Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen – das heißt, sie haben die Erlaubnis, Schüler oder Lehrer zu erschießen, falls der Verdacht aufkommt, diese planten einen Amoklauf. Zwar sollte die Sicherheit stets höchste Priorität haben, jedoch ist fraglich, ob Schießtraining für Lehrer ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Vertrauensbasis zwischen den 110 Schülern und rund 50 Lehrern wird durch diese Änderung auf eine harte Probe gestellt. Eine Fehlentscheidung seitens des Lehrers könnte Unschuldige verletzen oder im schlimmsten Falle sogar töten. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass auch Lehrer die Kontrolle verlieren und selbst zum Amokläufer werden, oder sich Schüler im Affekt die Waffe eines Lehrers zu Nutze machen könnten.
Kritische Stimmen betonen des Weiteren, dass der Einsatz von speziell ausgebildeten Sicherheitsbeamten und gezielte Einbindung von Psychologen die Lage erheblich vereinfachen könnte. Eine zusätzliche Verbesserung von bereits angewandten Sicherheitssystemen, wie Videoüberwachung oder Sicherheitsschleusen an den Eingängen der Schulen, würde zudem die Anwendung von Schusswaffen überflüssig machen.
Doch im ,modernen Texas‘ scheint man dies etwas anders zu sehen. So lautet das Statement des amtierenden Schulleiters laut „Spiegel Online“, er fände es gefährlicher, die Waffen aus der Schule rauszuhalten als sie mit reinzunehmen. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da: Der oberste Gerichtshof stimmte der neuen Regelung zu.
Schulleiter des MGG, Josef Münster, äußerte sich dazu wie folgt: „Ich halte diese Regelung für höchst gefährlich. Um eine Waffe zu führen, bedarf es einer Ausbildung, nicht jeder sollte eine Waffe benutzen dürfen. Man kann nie ausschließen, das jemand unverschuldet zum Opfer wird.“
Artikel: Katja
Deutsch-Abi-Gestresste

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