PÄDAGOGIK

 

Ich fahre mit dem Zug nach Würzburg. Da ich schon vor einigen Tagen den Tagesprogramm mitsamt Treffpunkt und Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln von Frau Schaade zugeschickt bekommen habe, weiß ich genau, wie ich wohin gelange. Also steige ich in den Bus Linie 14 ein. Noch ist dieser leer, aber mit jeder weiteren Bushaltestelle füllt er sich fast nur mit Studenten. Keine kleinen Kinder, ungewohnte Situation. Die Studenten unterhalten sich entweder in kleinen Gruppen, lesen oder bereiten sich 1mental auf den Tag vor. Am Hubland angekommen, leert sich der Bus und ich gehe zum Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude Z6, da dort um 11:45 Uhr Treffpunkt ist. Nach einer Weile kommen auch schon die anderen drei Teilnehmerinnen und Inga Wittke hinzu. Inga studiert Pädagogik und Sonderpädagogik im 6. Semester und wird uns an diesem Tag begleiten und unsere Fragen beantworten.

 

Nach einer kurzen Vorstellung geht es schon los. Um 12:15 Uhr beginnt die Vorlesung und wir begeben uns in den Raum 0.002. Thema der Vorlesung lautet: „Lehren und Lernen – zwei pädagogische Grundvollzüge“ und wird von Professor Petsch für das vierte Semester vorgetragen. Wir setzen uns, wie alle anderen Studenten auch, möglichst weit hinten. Das erstaunliche ist, dass nicht mal 20 Studenten erschienen sind. Professor Petsch erklärt uns, dass es um diese Zeit üblich ist, dass nur wenige erscheinen. Am Anfang sind alle da, um die nötigen Informationen zu erhalten und dann kommen viele inmitten des Semesters nicht mehr. Die Vorlesung wird mediativ unterstützt und Professor Petsch hält eine sehr gute Vorlesung mit vielen Beispielen, Erklärungen und Bezug auf die Studenten. Das Thema selbst ist sehr interessant und so vergehen die eineinhalb Stunden wie im Flug. Zum Schluss wird auf dem Tisch geklopft, für mich neu, da das in der Schule nicht durchgeführt wird, und alle gehen schnell raus, um pünktlich am nächsten Ort anzukommen.

 

Als nächster Programmpunkt ist ein Cafeteriabesuch gep2lant. Beim gemeinsamen Essen erklärt uns Inga, wie die einzelnen Semester ablaufen und geht auf unsere Fragen ein.

 

Um 15:00 Uhr führt sie uns durch den Campus. Wir gehen in die Universitätsbibliothek und Inga zeigt uns zunächst, wie die Homepage der Uni funktioniert. Hierbei ist sehr wichtig zu wissen, wie man seinen Stundenplan erstellen kann und wo man Materialien findet. Daraufhin machen wir nur einen kleinen Rundgang durch die Bibliothek, denn wir Teilnehmerinnen sind hier schon einmal gewesen und wissen, wie man die Bücher findet, die man benötigt.

 

Zum Schluss gehen wir zum Bibliotheks- und Seminarzentrum, dieses liegt etwas weiter weg, aber so können wir uns die anderen Gebäude ansehen. Das Seminar, das um 16:15 Uhr anfängt, findet im Raum 00.202 statt. Es ist auch für das vierte Semester und dabei handelt es um die Erziehungs- und Bildungstheorie. Man kann sich das Seminar wie ein Klassenzimmer vorstellen, denn das Zimmer ist genauso groß, es sind etwa 20 Studenten und sie sitzen u-förmig beisammen. Ich habe bereits während der Vorlesung bemerkt, dass es mehr Studentinnen als Studenten gibt, die Pädagogik studieren. Dies wird hier im Seminar und von Inga bestätigt. Pädagogik wird wohl eher als Frauenstudium angesehen. Das Seminar wird jedoch von einem Dozenten gehalten. Dozent Egger stellt sich uns vor und beginnt sogleich das Gelernte der letzten Stunde mit einer PowerPoint Präsentation zu wiederholen. Die Studenten haben ein paar Seiten in dem Buch, das sie gerade behandeln, lesen müssen. Nun besprechen und diskutieren sie darüber, aber es herrscht eine angenehme Atmosphäre, ungezwungen und locker. Der Dozent nennt einige Seiten und möchte die restliche Zeit damit verbringen, dass nun die Studenten ihm Fragen stellen sollen. Das nutzen sie natürlich aus, aber für uns Schüler ist das eher langweilig. Da wir das Buch nicht kennen, verstehen wir alles nicht so ganz und dadurch kommt uns die Zeit so lang vor. Um 17:45 Uhr ist das Seminar zu Ende. Draußen reden wir noch etwas über den vergangenen Tag, bedanken und verabschieden uns von Inga. Mit dem Bus fahren wir zum Bahnhof, um von dort mit dem Zug nach Hause zu gelangen.

 

Fazit:

Ich finde die Idee mit dem Tandem Tag sehr gut. Dadurch kann man sich eine bessere Vorstellung über das Studium und vor allem über das gewünschte Fach machen. Alle Programmpunkte haben mir gefallen, denn durch die Vorlesung und dem Seminar weiß ich nun, wie es tatsächlich abläuft. Dennoch ist das Seminar für die Teilnehmer etwas zu lang. Es würde auch reichen, wenn man kurz vorbeischaut und dann noch einen weiteren Programmpunkt hinzufügt. Die anderen Aktivitäten sind auch sehr hilfreich, denn da werden alle Fragen geklärt.

Mir hat der Tandem Tag sehr viel gebracht, denn es hat meine Erwartungen an das Studium und an dem Fach bestätigt. Ich empfehle jedem unschlüssigen Schüler, am Tandem Tag teilzunehmen, denn somit garantiert er sich, das richtige Studium gefunden zu haben.

 

Artikel und Bilder:3

Serpil Polat

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