Die Blätter färben sich bunt, die Tennisplätze sind schon recht weich, vollgesogen vom Regen, und die Spätsommersonne trocknet sie nur noch begrenzt. Die Freiluftsaison verabschiedet sich in eher intimer Runde. Die interne Meisterschaft beim Tennisclub Tauberbischofsheim steht nicht für großen Spielerauflauf und Zuschauermassen, es ist eine kleine, eine persönliche Gruppe, bei der jeder jeden kennt und das Gesellige und das Spielerische sich die Waage halten. Die Kinder und Jugendlichen suchen ihren Clubmeister im Einzel, die Erwachsenen lassen stärker das Schicksal entscheiden: die Hälfte mit den stärkeren Spielern wird gesetzt und dieser Hälfte werden andere Spieler zugelost und so dominiert kein verbissener Spielernst, sondern eine entspannte Lockerheit, was nicht bedeutet, dass nicht jeder auf dem Platz sein Bestes gibt – sich über gelungene Schläge freut und über verpatzte Chancen ärgert, dann aber lacht. So ticken lockere Clubmeisterschaften. Am Ende verkündete Organisator Rudi Hauser das Ergebnis: Die Paarung Dominik Müller und Magnus Popp sind Vereinsmeister, bei den Jugendlichen ist es Leo Warken. Sven Weinig, Vorsitzender der Tennis-Abteilung, dankte den Spielern fürs Mitmachen, aber besonders Ella und Rudi Hauser für die Organisation und die Verköstigung in gemütlicher Runde. Die Saison wurde mit Steak, Bratwurst und Salat verabschiedet, die Gespräche kreisten um neue Mannschaftsaufstellungen, zurückliegende Reisen, Corona und private Erlebnisse, nicht um Krieg, Inflation und Energienotstand – eine Oase des Persönlichen, des gesellig Entspannten, umgeben von einer Wüste voller Unwägbarkeiten. Eine Oase des Durchatmens, eine Oase des Vertrauten, eine Oase des Gesicherten, dieser Aspekt des Tennisclubs, dieser Aspekt vieler Vereine gewinnt in heutigen Zeiten eine Bedeutung, wie es sie viele Jahre, Jahrzehnte nicht hatte. Das selbstverständlich Gewohnte, einfach gedankenlos Mitgenommene sind im Augenblick vorbei und das vertraut Gelebte innerhalb der Vereine wird für Stunden zum Rückzugsort des Auftankens, des Begegnens, des Freudigen, und genau das war in geselliger Runde spürbar auf der Terrasse der Tennisanlage Tauberbischofsheim.

Von links nach rechts: Dominik Müller, Leo Warken, Magnus Popp und Rudi Hauser.

Artikel und Foto: Klaus Schenck