GRUNDSCHULLEHRAMT

 

Mit dem Bus geht’s schon um 6:15, und das in den Pfingstferien, nach Würzburg. Ich war schon ein wenig aufgeregt, vor allem, ob das mit den Busverbindungen alles so klappt, wie ich es nachgeschaut habe. Da es sehr früh war, habe ich im Bus erst nochmal ein bisschen gedöst, ist man auch gar nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen, wenn man Ferien hat und lange ausschlafen kann.J Aber zum Glück hat alles geklappt, bin sehr erleichtert gewesen, und bin pünktlich, wie mit meiner Studentin, Helen, ausgemacht, um 7.45 Uhr am Wittelsbacherplatz angekommen.

Dann sind wir von ihr begrüßt worden undich muss sagen, Helen kam mir schon vor wie eine richtige Lehrerin, sie hat das wirklich toll mit uns gemacht und war super nett. Sie ist mir gleich sympathisch gewesen. Die Uni ist sehr groß und hat lange Flure, wo am Ende immer die Toiletten sind, das ist in jedem Stock so einheitlich aufgebaut. Nachteil des großen Gebäudes: Es ist sehr kalt in der Uni, fast so wie draußen, außer in den Zimmern. Die Zimmer sind auch sehr groß und die Tische sind in einem U hingestellt. Hinter dem Gebäude, das auf dem Bild zu sehen ist, ist der neue Teil der Uni, dort sind auch ein Hörsaal und die Bibliothek, die wir uns angekuckt haben. Die neue Uni sieht nicht so kahl aus und wirkt wärmer, freundlicher. Und ist auch wärmer!:)

 

Die Bibliothek ist über 3 Stockwerke verteilt und gleichzeitig ein Raum der Ruhe, kann man sagen, weil dort auch Computerplätze sind, an denen viele arbeiten und nicht gestört werden wollen. Deshalb gibt es extra Räume in der Bibliothek, die schalldicht sind, falls man in einer Gruppe arbeiten möchte, was ich sehr gut finde.

Als wir wieder rübergewandert sind in die alte Uni, durften wir kurz in den Hörsaal reinkucken und ein Bild machen. Es war ein aufregender Moment. :)

2Dann sind wir in ein Klassenzimmer, wo Seminare sozusagen als Unterricht dienen. Es ist wie eine Präsentation von Schülerinnen und manchmal auch mit Lehrer, das jeweils 1 ½ Stunden geht. Danach hat man eine halbe Stunde Pause und dann das nächste Seminar. Man muss sehr viel hin und her wandern, was für manche ein bisschen nervig ist. :)

Das erste Seminar ging  über Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters. Anfangs ist ein komisches Gefühl gewesen, da es in der Uni einfach tausendmal anders zugeht als bei uns in der Schule. Es war so ruhig und leise, waren nicht viele Leute in einem Zimmer und es kam mir einfach viel „chilliger“ vor. Ich habe immer gedacht, dass es voll stressig dort sei, aber ist es ja überhaupt nicht.J Bei den Seminaren sollte man immer anwesend sein, da gibt es eine Anwesenheitspflicht, aber in die Vorlesungen muss man nicht unbedingt rein, da alles online gestellt wird. Manchmal braucht man es aber auch, um die Dinge zu verstehen.  Manche Seminare sind etwas langweiliger und manche sehr interessant. Was mich gewundert hat, dass eigentlich fast niemand irgendetwas mitgeschrieben hat, weil alles später online gestellt wird, aber das ist echt ein krasser Unterschied im Gegensatz zum Schulleben. Da bist du wirklich mehr auf dich alleine gestellt und musst, denke ich, vieles daheim selbstständig lernen. Beim ersten Seminar habe ich eigentlich schon ziemlich viel verstanden, da ich vieles davon schon in der Realschule hatte, zwar nicht so ausführlich, aber das Thema ist leicht zu verstehen. Ich wollte mich schon fast selber melden, aber irgendwie käme ich mir dann blöd vor, weil ich ja nur Gast war. :)

Das zweite Seminar durften wird dann mal selber suchen, ob wir uns schon auskennen und den Raum finden, aber wir haben ihn gleich gefunden. Ich fand dieses Seminar wesentlich interessanter, weil es einfach viel besser aufgebaut war. Dort haben 3 Schülerinnen ihre Präsentation gehalten, und zwar waren wir in einem Stuhlkreis gesessen und wir wurden sogar in die Aufgaben mit einbezogen. Es war auch hier wieder ein leichtes Thema, das auch wir mit lösen konnten. Als Erstes hat jeder ein Zettel und Stift bekommen, wo darauf stehen sollte, wie man zu guten Noten kommt bzw. der Einfluss auf gute Noten und dann sollte man es 4 Oberbegriffen zuordnen. Dann haben die Studentinnen immer noch was dazu gesagt, bis wir dann eine Gruppenarbeit machen durften, immer zu zweit zusammen und dann sollten wir das spielerisch herüberbringen, was ziemlich witzig und unterhaltsam war. Wir Schüler sind dann  mit einem unbekannten „Experten“ in einer Gruppe gewesen. Sie sind aber alle sehr nett und hilfsbereit gewesen, wie richtige, heranwachsende Lehrer. :)

 

3Um 11.45 Uhr haben wir dann ein Gespräch mit dem Lehrer, dort heißt es Dozent, Hr. Jung, geführt. Da durften wir ganz viel fragen und bekamen hilfreiche Antworten. Zum Beispiel, ob man danach überhaupt ein Referendarplatz bekommt, da dies ein sehr beliebter Job ist und man immer auf Wartelisten käme. Aber Herr Jung hat uns geraten, dass man es davon nie zu stark abhängig machen sollte, wenn man das wirklich will, bekommt man es auch.

 

Nach dem Gespräch ging‘s endlich in die Mensa, alle hatten Hunger. J Doch dazu sind wir erst mit dem Bus in die Stadtmensa gefahren, weil diese besser sei als die am Hubland Campus. Da gibt’s nämlich richtige Teller anstatt Pappteller. J

Mit dem Bus hatten wir Glück, dass er nicht zu voll war, da wir die richtige Zeit erwischt haben. Die Mensa ist riesig und wir sind sogar in den oberen Stock gegangen, weil unten nichts mehr frei war. Wir saßen alle zusammen an einem Tisch und haben uns gut unterhalten. Das Essen ist relativ gut, aber von daheim ist es halt immer noch am Besten. :)

 

3Dann sind wir zum Campus gefahren, wo Helen uns alles gezeigt und uns auf dem riesigen Gelände herumgeführt hat. Ich muss sagen, das Gelände ist so groß, dass man sich da ziemlich schnell verlaufen kann! J Wir sind in ein Gebäude rein und in einem anderen wieder rausgekommen. Dann muss man auch erst mal wissen, wo man jetzt ist. :D

 

Als wir in ein Mathe-Hörsaal rein geschaut haben, bin ich erst mal etwas erschrocken -> keine Fenster (!), sehr dunkel und riesig. Gerade in Mathe sollten die Räume doch etwas einladender sein, da allein das Wort für manche schon schrecklich genug ist.

Dann sind wir wieder zurück zur Uni gefahren. Wir hatten nur noch eine halbe Stunde und gingen zu guter Letzt in die Grundschulbibliothek, wo wir weitere Fragen stellen durften. Ich war die einzige, die früher heim musste, wegen der Busverbindungen, und durfte deshalb schon um halb 3 gehen, anstatt 15 Uhr. Das fand ich sehr nett von Helen, sonst hätte ich noch über eine Stunde in Würzburg warten müssen. Das ist auch ein Punkt, wo ich sagen würde, wenn ich studiere, würde ich mir eine Wohnung in Würzburg nehmen, damit das nicht passiert. Doch vor lauter Zuhören hätte ich doch fast noch meinen Bus verpasst, bin schnell durch die Uni gerannt, über die Straße, an die Bushaltestelle. Dann ging es wieder den gleichen Weg zurück und ich konnte meine Gedanken sammeln lassen. Der Tag ist sehr schnell vergangen und ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen, da man doch einen riesigen Einblick in das Studentenleben bekommt. Es hat mir echt Spaß gemacht und ich würde es auf jeden Fall wieder machen. Das Fach Grundschullehramt hat mir sehr gefallen und ich könnte mir vorstellen, dieses zu studieren. Aber ich habe zum Glück noch ein bisschen Zeit, mich zu entscheiden. 

 

5Artikel und Fotos:

Lorena Heid

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