1Die Begeisterung für den karnevalistischen Tanzsport bekam ich mit 5 Jahren bei meinem ersten Besuch im Gardetraining in Lauda. Ab diesem ersten Training wusste ich, dass ich nie wieder etwas anderes machen möchte. Heute gehört das wöchentliche Training zu dem normalen Ablauf meiner Woche.

 

Angekommen im Training wird sich erst einmal richtig gedehnt, dass beim Tanzen sich keiner verletzt. Nach ca. 25-minütigem Dehnen werden die Schwierigkeiten einzeln durchgemacht. Unter Schwierigkeiten versteht man alle akrobatischen Bewegungen im Tanz die Dehnung und Kraft besonders beanspruchen, wie z.B.: Beinführungen, Grätschwinkelsprünge, Spagatsprünge,…

Wenn alles klappt, stellen wir uns auf zum ersten Tanz.

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Nach mehrmaligem Durchtanzen haben sich viele der vorher gemachten Fehler verbessert.
Doch das ist gar nicht so einfach seine Beine mehrmals 5 Minuten lang durch die Luft zu werfen sowie seinen Körper dauerhaft angespannt und aufrecht zu halten. Es erfordert höchste Kondition und Konzentration. Selbst wenn die Hälfte der Mädchen im Tanz fehlen würde, weiß jede Tänzerin genau, auf welchem Platz sie zu stehen hat. Natürlich gibt es auch Trinkpausen, in denen meist der Klatsch und Tratsch von Tänzen anderer Vereine lautstark ausdiskutiert wird. Bis wir dann einmal die Trainer hören, wie sie uns schon 5-mal gerufen haben, sind schon wieder 5 Minuten Training draufgegangen.

 

Nachdem die Gardetänzer fertig sind mit dem Marschtanz-Training, kommen die Schautänzer hinzu. Nun beginnt das Schautanztraining.Das ist etwas, was mir sehr am karnevalistischen Tanzsport gefällt. Die zwei Untergruppen: Marsch- und Schautanz. Der Marschtanz ist eher streng, gespannt und akkurat vom Stil und der Uniform her, im Schautanz hingegen ist das alles sehr „locker“ und „cool“. Der Fokus wird hier auf die Schauspielerei und die Kreativität gelegt. Beides jedoch beinhaltet sehr viel Spaß, weswegen ich auch nicht behaupten kann, dass mir das eine besser als das andere gefällt.

Das Schautanztraining läuft ähnlich ab, wie beim Marschtanz.3

Zuerst wird ein paar Runden warm gerannt und dann wird sich aufgestellt zum Eintanzen. Die Schwierigkeit beim Schautanz ist die Mimik. Nicht vielen fällt es leicht Grimassen zu ziehen und seine Gesichtszüge der Rolle entsprechend so stark zu verformen, dass es selbst die letzte Publikumsreihe noch erkennt, was der Tänzer für Emotionen damit ausdrücken möchte. Die Tänzer mit den wenigsten Hemmungen, sich auf der Bühne vollkommen dem Schauspiel hinzugeben, sind meist die Hauptrollen des Schautanzes.

Doch spätestens auf der Bühne stört es keinen der 45 Tänzer mehr, wie verrückt man sein Gesicht verzieht.

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Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Tanzen in einem Gardeverein wie der NG Lauda mir vieles gezeigt hat:

Zum einen was es bedeutet teamfähig zu sein, denn hier beim Tanzen ist jeder von jedem abhängig. Zum anderen stärkt es das Selbstbewusstsein, denn man muss sehr oft aus sich herauskommen bei Dingen wie zum Beispiel dem Ausdruck und der Haltung.

Man lernt beim Konditionstraining über seine eigenen Grenzen hinauszugehen und einem wird auch indirekt beigebracht mit Kritik umzugehen. Doch last but not least findet man viele Freunde, die einem wieder hoch helfen, wenn man am Boden liegt.

 

Artikel: Franziska WolfFranziskaWolf

 

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Fotos: Franziska Wolf, Philipp Hahn