1„Ni hao“ – und wie spricht man das denn nun aus? Und begrüßt man mit gefalteten Händen auf Brusthöhe die chinesischen Gäste oder ist dieser Gruß nicht japanisch, vielleicht auch indisch? Ganz aufgeregt diskutieren die Redaktionsmitglieder der „Financial T(’a)ime“ (FT) (Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim) zu Hause beim beratenden Lehrer Klaus Schenck chinesische Begrüßungsformen, denn in einer Stunde wird eine chinesische Delegation der Schülerzeitungs-Partnerschule aus Shenzhen, in der Nähe von Hong Kong, erwartet. Jeder klagt über seine schwachen Englischkenntnisse, dann der Anruf: Delegation befindet sich noch vierzig Kilometer entfernt, Verzögerung eine Stunde. Was aber sind vierzig Kilometer aus chinesischer Sicht?? Gesamtes Programm wird neuer Situation angepasst, das Auto mit der Delegation gleich zur Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim dirigiert.

 

Dort Empfang durch Schulleiter Erich Deeg in seinem Büro, ansonsten befindet sich die Schule im Ferienzustand: hoch gestellte Tische, Putzwagen und Malereimer. 2Ganz offiziell überreicht die Delegationsleiterin, Direktorin Gao Qing, den Schulwimpel Direktor Deeg, zusätzlich einen edlen Füller plus Stick, beschriftet mit dem Schulnamen „Shenzhen Middle School“, nach Gruppenfoto eine kurze Schulführung, die unter chinesischem Zeitdiktat steht: eine Stunde später ankommen, eine Stunde früher abfahren, am Abend noch Rückflug.

 

Direktor Deeg entschuldigt sich, dass die Schul-Partnerschaft nicht zustande kam – trotz großer Bemühungen der Schülerzeitung. Von chinesischer Seite wurde eine Partnerschule mit naturwissenschaftlichem Profil gesucht, um Forschungsprojekte auf internationaler Ebene durchzuziehen, was die Kaufmännische Schule nicht leisten konnte. Axel Ritsma, Leiter der Deutsch-Abteilung der chinesischen Schule, tröstet den Schulleiter: „Wir haben doch noch die Partnerschaft mit der Schülerzeitung!“

 

Zwisch3en Salat und Rostbraten interviewt Chefredakteurin Debora Eger noch schnell Dodo, die Tochter von Gao Quing und Axel Ritsma, die ein Jahr in Deutschland verbrachte, dann treibt die Furcht, den Flieger nach China verpassen zu können, die chinesischen Gäste Richtung Flughafen Frankfurt, zurück am Restauranttisch bleibt die Redaktion und atmet erst mal tief durch: Blitzbesuch aus China erfolgreich bewältigt!

 

„Financial T(’a)ime“, Schülerzeitung mit Visionen, die zu Taten werden: Seit Jahren wurde alles für den Start einer Welt-Schülerzeitung vorbereitet. Die FT-Homepage bekam eine eigene Abteilung für Nicht-Muttersprachler mit Texten in leichtem Deutsch, teilweise mit Spracherklärungen. Über die VS, „Vereinigte Spezialmöbelfabriken“ Tauberbischofsheim, wurden alle Goethe-Institute der Welt angeschrieben und aus dieser Aktion vor einem Jahr entstand die Partnerschaft zu der chinesischen Schule.

 

Inz4wischen spielt die FT in der Liga der „Welt-Schülerzeitung“: enge Kontakte zu japanischen Goethe-Instituten, Veröffentlichungen in „Japan Heute“ und vor wenigen Monaten Deutsch-Botschafter in Holland, um den „Tag der deutschen Sprache“ am Martinuscollege in  Grootebroek mitzugestalten. Holländische Schülerinnen plus Deutschlehrerin Irmgard Trabold erwiderten den Holland-Besuch, den die FT-Redaktion abwechslungsreich organisierte. Im Augenblick noch im Aufbau befindet sich auf der FT-Homepage ein internationales Sprachtandem, um Sprachpartner in der ganzen Welt zu finden.

 

Das vergangene Schuljahr war das erfolgreichste in der FT-Geschichte: Erscheinen einer Printausgabe für 10.000 Euro, Kooperation5 mit der Uni Würzburg, besiegelt im Senatssaal durch Vize-Präsidentin Prof. Sponholz, über 5.000 Klicks bei den FT-Abi-Sendungen einen Tag vor dem Deutsch-Abitur, rund 40% aller Abiturienten in Baden-Württemberg sahen die FT-Sendungen oder luden sich Materialien der Deutsch-Homepage – verbunden mit Schülerzeitung – herunter, Präsenz im Jugendnetz Baden-Württemberg, Holland-Austausch, internationaler Austausch von Artikeln, Fotos und Filmen über die Dropbox.

 

Enorme Usersteigerung auf täglich2Handyüber 700 Klicks – ungefähr die Schülerzahl der gesamten Schule – dank der professionellen Gestaltung der FT-Homepage durch Administrator Rösch, Einsatz modernster Technik (Dropbox, gemeinsamer FT-Kalender aufs Handy der Redaktionsmitglieder), aber gleichzeitig „noPhone-Redaktion“, absolutes Handy-Verbot bei gemeinsamen Sitzungen und Aktivitäten.

 

 Der „Financial T(’a)ime“ ist der Spagat zwischen „Hightech“ und engagiertem Miteinander gelungen, dieser Spagat erklärt nicht nur die großen Erfolge der „Financial T(’a)ime“, sondern besonders auch den enormen Einsatz, den jedes Redaktionsmitglied Woche für Woche für seine Schülerzeitung bringt.

 

Artikel: Klaus Schenck7

Klaus [dot] Schenck [at] t-online [dot] de

www.KlausSchenck.de

 

Fotos: Stefanie Geiger

 

 

Links:

Schülerzeitung: www.schuelerzeitung-tbb.de

FT-Sendungen:  www.youtube.com/user/financialtaime

Sprachtandem (Eingabe-Maske): www.schuelerzeitung-tbb.de/blog/tandem

Deutsch-Homepage: www.KlausSchenck.de

 

Klaus Schenck

Klaus Schenck

Klaus Schenck unterrichtet die Fächer "Deutsch", "Religion" und das Wahlfach "Psychologie". Er hat 2003/04 die Schülerzeitung "Financial T('a)ime" (FT) zunächst als Printausgabe ins Leben gerufen, dann 2008 die FT-Homepage, zwei Jahre später die FT-Sendungen auf YouTube (www.youtube.com/user/financialtaime) , zusätzlich ist noch seine Deutsch-Homepage (www.KlausSchenck.de) integriert, sodass dieses "Gesamtpaket" bis heute täglich auf rund 2.000 User kommt. Mit der "FT-Abi-Plattform" wurde ab 2014 das Profil für Oberstufen-Material - über die Schülerzeitung hinaus - geschärft, ab August 2016 ist wieder alles in einer Hand, wobei Klaus Schenck weiterhin die Gewichtung auf Schulmaterial beibehält und die Internet-Schülerzeitung (FT-Internet) bewusst auch für andere Schulen, andere Interessierte öffnet.
Klaus Schenck

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