12Am ersten Morgen des Austausches der Schülerzeitung mit unserer Partnerschule in Holland erwartete uns eine mit Schülern voll besetzte Aula am Martinuscollege. Als „Botschafter der deutschen“ Sprache waren wir eingeladen, um zusammen mit der niederländischen Schule den „Tag der deutschen Sprache“ zu zelebrieren. Mit dieser Feier und unserem Mitwirken wurde das Ziel angestrebt, die Liebe zu unserer Sprache zu wecken und die Beziehung unserer zwei Länder zu stärken.

 

Noch vor der Begrüßung durch die Schulleiterin Annie van Vlimmeren   war unser Auftritt, 1die Präsentation unserer Schülerzeitungs-Homepage gefährdet. Trotz der Tests am Abend zuvor versagte die Technik. Die Alpträume der Nacht zuvor schienen sich zu verwirklichen, der Grund für das Versagen hieß „Unbekannt“.  Ohne Internetverbindung total aufgeschmissen, ging es an das Schmieden eines spontanen Notplanes. Die Schwierigkeit, eine Homepage vorzustellen, ohne sie zeigen zu können, brachte uns regelrecht zum Schwitzen. Während wir die neue Präsentation improvisierten, rauchten die Köpfe hinter dem Computer. Kurze Zeit später, als der Notplan bereits stand, gab es Entwarnung: Es funktioniert.

 

Nach dem ersten Schock atmeten Techniker, Redakteure und Lehrer auf. Es konnte losgehen. Frau Annie van Vlimmeren begrüßte  uns und die Schüler des Martinuscollege herzlich auf Deutch und nahm durch ihre freundliche Art ein Stück unserer Aufregung.

 

10Tobias eröffnete unseren Auftritt durch eine Powerpoint-Präsentation, in der er auf einer Deutschlandkarte zeigte, wo wir herkommen, und präsentierte unseren Landkreis und unsere Schule. Anschließend ergriff Herr Schenck das Wort, stellte anhand der Artikel auf unserer Startseite uns Redaktionsmitglieder (Debora, Anna, Stefanie) vor. Nun ging es darum, den Aufbau unserer Homepage zu erklären. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Deutsch-Abteilung, in der unsere Zusammenarbeit mit dem Martinuscollege durc2h die Ego-Berichte der Holländer seinen Anfang nahm. F ür unsere Präsentation auf Deutsch arbeiteten wir Hand in Hand mit den einheimischen Schülern, die uns ins Niederländische übersetzten, so dass auch die jüngsten Deutsch-Lernenden alles verstehen konnten. Die Aufgabe, die aus Holland stammenden Fotostorys zu beschreiben, die auf Herrn Schencks Homepage zu finden sind, übernahmen die Schüler selbst und so wurde unser Auftritt zu einem länderübergreifenden Zusammenspiel von Schülern.

 

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Im Anschluss wurden ein Lied vorgetragen und den jüngeren Klassen Aufgaben zum Thema Deutschland erteilt, wie zum Beispiel der Bau einer Berliner Mauer. Wir nutzen diese freie Zeit, um uns unter die bisher fremden Leute zu mischen. Offenherzig wurden wir von den Schülern aufgenommen und kamen uns durch ungezwungene Spiele, lustige Gespräche über Vorurteile und ähnliches schnell näher.  Bald lachten wir zusammen und fühlten uns nicht mehr fremd in dem Land, dessen Sprache wir nicht beherrschen. Bis alle Schüler zu den frisch gebackenen Waffeln stürmten, war das Eis längst gebrochen.

 

7Voll Elan trat einige Zeit später Ron Trabold, Mann der Organisatorin unseres Austausches, auf die Bühne. Er erzählte mit inniger Leidenschaft erfüllt, wie durch seinen damaligen Lehrer und durch Rilke seine Liebe zur Schönheit der deutschen Sprache geweckt wurde.

 

Das Programm ging weiter mit einem Lesewettbewerb, bei dem mehrmals je vier Schüler gegeneinander antraten und deutsche Märchen vorlasen. Die typische Aufregung vor einem Wettbewerb wurde sicher nicht dadurch geschmälert, dass Herr Schenck aufgefordert wurde als Profi in der Jury mit zu urteilen. Doch der Mut und das Können der Gewinner wurden durch Preise belohnt.

 

Nach der Ehrung des letzten Siegers ging es weiter mit einem Deutschquiz. Es gab bei jedem Durchgang jeweils 8zwei Gruppen, die abwechselnd Fragen über Deutschland beantworten mussten. Von Frage zu Frage wurden uns die Vorurteile gegen Deutschland immer stärker bewusst und spätestens als die Lösung auf eine Frage zur typischen deutschen Musik „Akkordeon“ lautete, schämten wir uns in Grund und Boden. Immerhin hatten wir somit wieder neuen Gesprächsstoff mit unseren Tischnachbarn, denn das ließen wir nicht auf uns sitzen.

 

Bei unserem 9bald darauffolgenden zweiten Auftritt wechselten die Schüler in der Aula. Nun präsentierten wir aber nur noch die wichtigsten Teile unserer vorherigen langen Präsentation. Ebenfalls wurden wir nicht mehr übersetzt, da es diesmal nur noch als Hörverstehen dienen sollte.

Die Besonderheit unseres zweiten Auftrittes lag im Ende. Um Saskia de Vries, eine der Preisträgerinnen des 21. Deutsch – Niederländischen Literaturwettbewerbs 2013, ausgeschrieben durch die Deutsche Internationale Schule Den Haag, zu ehren. Wir ließen sie auf die Bühne kommen, beglückwünschten sie zu ihrem Erfolg und übergaben ihr unsere neue Printausgabe als Zeichen der Anerkennung.

 

Abgerundet wurde die ganze Feier durch die Vorstellung von Interviews, durchgeführt von der Frau Trabolds Klasse. Sie behandelten die Themen Musik, Kultur, Handel mit Deutschland, Vergleich Fußball Niederlande – Deutschland und das Leben in Deutschland als Niederländer.

 

Ein letztes Mal kamen wir auf die Bühne, um den Dank der Schulleitung entgegenzunehmen und uns von den Schülern 13zu verabschieden. Gemeinsam mit niederländischen Lehrern und unseren Austauschpartnern packten wir beim Aufräumen, Schleppen von Tischen und Stühlen an, um die Hilfsbereitschaft der Deutschen zu beweisen. Mit dem Wissen, gute Arbeit geleistet zu haben, verließen wir das Schulgebäude und freuten uns auf den Abend, an dem wir uns zum Essen und anschließenden Bowlen wieder mit der gesamten Klasse trafen. In drei Gruppen verteilten wir uns über die Bowlinganlage und lernten die Niederländer noch einmal ganz neu kennen, weit weg vom Schulalltag. Die Holländer schlugen uns zwar um Längen, aber durch das gegenseitige Helfen, Tipps geben und vor allem die lockere Stimmung konnten wir diese Niederlage gut wegstecken.

 

 

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222Debora Eger

Debora [dot] Eger [at] gmx [dot] de

 

 Fotos: Stefanie Geiger