So dachte auch die bereits seit 1985 infizierte Frau, die zusammen mit Aidshilfearbeiter Leo Hoffmann den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen des WGs und des BKs über die Krankheit AIDS berichtet. aids 1 neu

Den AIDS-Info-Tag organisierten die Biologie- und Chemielehrer M. Eibel und A. Schäufler. Nach der Begrüßung stellte sich Leo Hoffmann als Aidshilfearbeiter vor und gab Einblick in seinen Beruf, während eine Betroffene von ihrem Leben vor der Krankheit erzählte und dem Umgang mit ihr heute.

Die Schüler hörten gespannt zu, wie die Infizierte mit einer mittlerweile positiven Einstellung zu ihrer Krankheit steht.

Vor 27-28 Jahren hatte sie sich infiziert. Als drogenabhängige Prostituierte bemerkte sie das anfangs nicht. Sie und Leo Hoffmann machten den Schülern klar, dass Drogen und Prostitution die Chancen auf AIDS enorm erhöhen. Irgendwann beschloss sie in der Uniklinik in Frankfurt sich auf HIV testen zu lassen:  Ein Ergebnis, das ihr Leben und ihre Lebenseinstellung komplett veränderte. Die HIV-Infizierte bekam sofort Anträge zur Rente und musste mengenweise Tabletten schlucken, damit sich der Virus in ihrem Körper nicht verbreitet.

1999 schluckt sie bereits 16 Tabletten täglich!  Da die Medizin zu dieser Zeit noch nicht so weit entwickelt war, litt sie an fatalen Nebenwirkungen. Die Betroffene schilderte, dass sie ihren Lebensstil komplett umbauen musste. Die Nebenwirkungen zwangen sie selbst ihre Einkaufstour danach zu richten, denn sie litt an Durchfall, Erbrechen und sie bekam Hautausschläge. Nervenzellen in Händen sowie in den Füßen starben ab und ihre Muaids 2skeln bauten ab. Zusätzlich erhöhte sich bei ihr das Risiko auf Schlaganfall und Herzinfarkt um das Hundertfache. Als sie schilderte, dass sie durch eine Berührung mit der Zahnbürste an ihrer Zunge Brechreiz bekam, sind die Schüler schockiert. Sie war kurz davor aufzugeben, um lieber an den Folgen der Krankheit zu sterben.

Heute jedoch ist das Leben für sie einfacher, denn es gibt die Medikamente der 3. Generation. Sie leidet nun nicht mehr an diesen Nebenwirkungen. Die AIDS-Infizierte muss nur noch drei Tabletten täglich zu sich nehmen und steht fit auf der Bühne. Die Schüler merken: Die Krankheit AIDS sieht man niemandem an! Jedoch muss sie regelmäßig in die Klinik, wo die Ärzte den Quotienten der Krankheit errechnen. (0,8-1,2 -> Zustand gut; 0,0 -> Tod) Mit einem Quotienten von 0,8 findet sie wieder Gefallen am Leben, wobei sie in ihrer Vergangenheit zusätzlich noch an Zungengrundkrebs gelitten hat, was damals bedeutet hat: Chemo & Bestrahlung. Die wahrscheinliche Ursache hierfür war die Medikamenteneinnahme, die das Krebsrisiko um das 500-fache erhöhte.

Leo Hoffmann machte den Schüler eindeutig klar: Jeder kann sich mit dem HI-Virus infizieren. Ein Kondom beim Geschlechtsverkehr ist manchmal entscheidend, denn um infiziert zu werden, muss infiziertes Blut oder Sperma/Scheidenflüssigkeit in das Blut des anderen gelangen.

 

aids 3Heute kann man diese Krankheit immer noch nicht heilen, jedoch mit den neuen Medikamenten ist die Lebenserwartung auf 35 Jahre (+/-) gestiegen.

 

Abschließend teilte Herr Hoffmann noch Kondome für den sicheren Geschlechtsverkehr aus. Infoprospekte durften sich die Schüler mitnehmen und damit waren zwei informative Schulstunden um.

 

Unser Dank gilt Leo Hoffmann, der uns das heikle Thema näher brachte. Selbstverständlich auch einen besonderen an die Betroffene, die sich als Infizierte bereit erklärte, Fragen zu beantworten. Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Lehrern M. Eibel und A. Schäufler, die uns diese ganz besondere Doppelstunde ermöglichten.

Anna

Anna

Anna Winkler trat 2012 gleich zu Beginn der 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums in die Redaktion der „Financial T(’a)ime“ (FT) ein und wurde in ihrer anpackenden Art eine wichtige Säule bei den vielen FT-Aktionen: Werbebriefe für die Printausgabe, Deutsch-Botschafterin mit der FT in Holland, FT-Delegationsmitglied bei der Pressekonferenz der Universität Würzburg, FT-Empfang der chinesischen Delegation usw. Ihre ansteckende Lebensfreude ist ein weiteres Markenzeichen von ihr innerhalb des Redaktionsteams.