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„Ach so, also sowas wie Kommunikationswissenschaften – oder ist das gar an der FH?“

 

Das ist eine typische Reaktion auf die Erklärung hin, dass ich im 3. Semester Medienkommunikation in Würzburg studiere. Könnte man denken – aber um es gleich am Anfang vorwegzunehmen: Nein, man darf nicht einfach alle „Medien-Studiengänge“ in einen Topf werfen – Medien-/Kommunikationsdesign, Kommunikationswissenschaften und was es noch alles so gibt unterscheiden sich in ihren Inhalten grundlegend!

 andrea

Doch erst einmal zu mir: Ich heiße Andrea und war mir schon immer ziemlich sicher, später mal „irgendetwas mit Medien“ machen zu wollen – eine Branche, von der offensichtlich viele Jugendliche wie magisch angezogen werden. Von meinem anfänglichen Plan, Mediendesign zu studieren, brachte mich in der Oberstufe ein Lehrer ab, der meinte, man müsse sich nach dem Studium zu 90% von Beginn an selbständig machen und dürfe sich von der Vorstellung verabschieden, später ein geregeltes Einkommen zu haben. Alternativen: Medienmanagement/Kommunikationswissen-schaften? Da ich von beidem nicht hundertprozentig überzeugt war und auch noch keine Vorstellungen hatte, was ich später einmal genau machen will, ging ich weiter auf die Suche nach dem passenden Studiengang für mich.

 

Irgendwann stieß ich dann auf den relativ neuen (erst seit WS 2010) und auch nahezu einzigartigen Studiengang „Medienkommunikation“ in Würzburg und war von Anfang an angetan von der Beschreibung (aufmerksam gemacht hat mich damals ein Pressebericht [auf http://www.uni-wuerzburg.de/fileadmin/32020000/Studienberatung/Fachdateien/Presse-einBlick20110308-Medienkommunikation.pdf] von Herrn Prof. Holger Schramm, Inhaber des Lehrstuhls für Medien- und Wirtschaftskommunikation).  Jetzt – gut ein Jahr später – kann ich auch durchaus sagen, dass es genau die richtige Wahl für mich war.

 

Der Studiengang beinhaltet sehr viel Psychologie und Schwerpunkte liegen somit auf der psychologischen Analyse von Medienangeboten (Warum sehen Leute sich gerne traurige Filme/Horrorfilme an, wenn sie letzten Endes dann weinend/völlig verängstigt vorm TV sitzen? Wie muss eine Werbung aufgebaut sein, um auch eine effektive Wirkung auf den Konsumenten zu haben?). Weitere grundlegende Elemente des Studiengangs sind Wirtschaft/Marketing, Medienproduktion, Medienwissenschaft, sowie Informatik und Statistik – durch verschiedene Seminare wie Bildbearbeitung, die Erstellung von Flashvideos und dergleichen weist Medienkommunikation für einen Uni-Studiengang, doch eine gewisse Praxisnähe auf (natürlich nicht vergleichbar zur FH). Weiterhin verpflichtet ein Praxissemester die Studierenden dazu, erste praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln – hierbei bietet sich für weltoffene und neugierige junge Leute auch ein Auslandspraktikum in der Medienbranche sehr gut an.

Zudem lassen viele interessante Gastvorträge (u.a. Sascha Naujoks – Vice President REALITY bei ProSieben / Sat.1, davor langjähriger Programmentwickler bei RTL – z.B. „Einsatz in 4 Wänden“, „Bauer sucht Frau“, …) das Studium sowieso fast nie langweilig werden und zeigen, wie aktuell der Studiengang tatsächlich ausgelegt ist.

 

Kurz noch etwas zu den Prüfungen: Diese gibt es zu jeder Vorlesung – dabei gibt es Prüfungen mit ausschließlich offenen Frageformaten, einzig mit Multiple-Choice-Fragen, sowie gemischte Arten. Die Vorbereitung ist – wie in jedem anderen Studiengang auch – sehr viel zeitintensiver als zu Schulzeiten, deshalb ist es ratsam, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen bzw. immer „am Ball zu bleiben“ wie man so schön sagt. Im Gegensatz zur Schule wird man nicht mehr langsam mit jedem Thema vertraut gemacht, sondern muss sich vieles zu Hause am Schreibtisch selbst erarbeiten. Da Würzburg an sich jedoch tatsächlich noch eine richtige Studentenstadt ist (nahezu jeder dritte studiert!) und alle Studierenden ca. denselben Rhythmus haben (Anfang des Semesters feiern, Ende des Semester lernen), sind auch diese lernintensiven Wochen ertragbar – geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.

 

Zudem macht man durch das neue (eigenständige) Studentenleben einen unheimlichen Reifeschub. Ist man erst einmal von zu Hause ausgezogen, muss man sich plötzlich um fast alles selbst kümmern, was zu Schulzeiten noch „wie von selbst“ lief – angefangen beim täglichen Kochen (da freut man sich richtig, mal wieder heimzukommen und sich von Mama verwöhnen zu lassen!) bis hin zum Klären von Dingen wie Strom-/Wasserversorgung, Internet, GEZ, … – man könnte die Liste endlos lange weiterführen.

 

Was gibt es abschließend noch zu sagen? Der Studiengang ist durch die Zulassungsbeschränkung recht „familiär“ – aktuell: ca. 60 Fünft-, ca. 110 Dritt- und an die 140 Erstsemester. Regelmäßige studienganginterne Feiern sorgen für ein recht vertrautes Verhältnis zwischen den Studierenden – nahezu vergleichbar mit einem Oberstufenjahrgang in der Schule.

 

Ich würde mich jederzeit wieder für Medienkommunikation und Würzburg entscheiden und kann diesen Studiengang für alle Medieninteressierten mit einem gewissen Interesse an psychologischen Vorgängen nur empfehlen!

 

Andrea Deublein, andrea [dot] deublein [at] stud-mail [dot] uni-wuerzburg [dot] de

 

Zur Studienberatung der Uni Würzburg:

www.studienberatung.uni-wuerzburg.de