Es ist Mittwoch Morgen, ich stehe widerwillig auf, würde aber am liebsten noch viel länger liegen bleiben. Was soll‘ s, geht eben nicht anders. Ich hetze zum Bus und werde dort langsam wach. Auf geht‘ s, ab in die Schule. Hier erstmal ankommen, sich ein wenig unterhalten, wie jeden Tag eben. Wenn dann der Unterricht beginnt, vergeht die Zeit eh meistens wie im Flug und schwuppdiwupp ist die sechste Stunde schon vorbei. Nun aber nochmal zwei Stunden. Mit wundervollem Spanisch gehen dann auch diese ihrem Ende zu.
Mit dem Bus mache ich mich auf den Weg nach Hause. Gegen 16.00 Uhr trudele ich langsam bei mir daheim ein. Schnell wird was gegessen und dann geht‘ s gleich an die Hausaufgaben, ich hab‘ ja nicht viel Zeit, denn um fünf muss ich schon wieder draußen an der Halle stehen. Mit Vorfreude, auch wenn‘ s manchmal nur ein wenig ist, laufe ich raus. Jetzt erstmal ne Runde powern mit den Mädels. Es gibt nichts Besseres wenn man einfach mal abschalten und alles andere vergessen will. Das Training läuft in der Regel wie folgt ab:

img3img3Alles beginnt mit dem Warmmachen, dies geschieht durch Einlaufen, Mobilisieren, kleinen Spielen oder oft auch mal durch Konditions- oder Kraftübungen. Danach spielt man sich zu zweit ein. Während wir uns einspielen, gibt uns unser Trainer M. Ries immer wieder kleine Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Daraufhin folgen Übungen zu den großen Hauptaktionen im Volleyball Aufschlag, Annahme, Stellen, Block und Schlagen. Wenn wir uns gut angestellt haben, gibt es als Belohnung ein Spiel.
Unser Training dauert so gegen eineinhalb Stunden, vielleicht auch mal mehr. Oft ist es so, dass wir, wenn‘ s am schönsten ist, aufhören müssen. Danach noch schnell duschen und ich kann mich schon wieder auf den Heimweg machen. Dort komme ich immer mit einem Bärenhunger an. Wenn ich gegessen habe, brauche ich einfach mal Zeit für Freunde und Dinge, bei denen man nicht immer 100% geben muss. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, ist für Ausspannen noch lange keine Zeit, denn die halbe Stunde vor dem Training reicht mir gerade mal, um einen kleinen Teil meiner Hausaufgaben zu erledigen. Zu allem Übel kommt noch dazu, dass sich Mittwoch die Hausaufgaben vom Vortag aufhäufen. Denn dienstags sieht‘ s mit Hausaufgaben bei mir echt schlecht aus, da ich arbeite und abends selten die Muße dazu habe mich noch sonderlich viel anzustrengen. Lernen und anderes schulisches „Zeug“ beanspruchen meinen ganzen Abend, auch gern mal bis spät in die Nacht hinein.
Total fertig mit der Welt und mit dem Gedanken “ Was‘ n Tag, endlich geschafft“ schlafe ich ein.

So, Leute, jetzt wisst ihr, wie mein persönlicher Mittwoch aussieht. Nun möchte ich mich auch mal vorstellen: Ich bin eine Schülerin aus der 11/1 des WGs und begeistere mich, nachdem ich verschiedenste Sportarten ausgetestet hatte, ab meinem 10. Lebensjahr für Volleyball. Seitdem lässt mich diese Sportart nicht mehr los.
img3Mein Verein ist der TSV Gerchsheim und eine Volleyballhochburg hier in der Gegend. Wir sind letztes Jahr in die Landesliga aufgestiegen – ein ganz schöner Erfolg für so ein kleines Örtchen, davon bin ich überzeugt.
Volleyball hielt mich früher noch mehr auf Trab als heute, damals spielte ich noch D-, C-, B-Jugend und sogar in der 2. Damenmannschaft seit 2006. In dieser Zeit hatte ich noch dreimal die Woche Training und oft am Wochenende gleich mehrere Spiele. Dazu kamen noch gelegentliche Einsätze in der Schulmannschaft meiner letzten Schule (RRS Da ist der Terminkalender mehr als voll, wie ihr euch vorstellen könnt. Darum ist es auch gut, dass das Ganze etwas weniger geworden ist. Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles auf die Reihe bekommen würde. Vor allem bin ich ja so schon genug im Stress und hätte auch gar keine Zeit mehr für meine Freunde oder andere total wichtige Dinge. Mittlerweile spiele ich hauptsächlich 2. Mannschaft, daher habe ich nur noch zweimal die Woche Training und am Wochenende gelegentlich ein Spiel. Ihr werdet euch vielleicht gefragt haben, warum ich auf meinen Bildern nur beim Baggern fotografiert wurde, das kommt daher, da ich hauptsächlich als Libero eingesetzt werde. Das ist der Annahmespezialist der Mannschaft.
Das Negative an unseren Spieltagen ist, dass es hier in der Nähe nicht wirklich viele hochklassig spielende Volleyballvereine in Baden-Württemberg gibt. Deshalb muss man für ein Spiel einen ganzen Tag opfern, weil wir z.T. bis nach Heidelberg oder Mannheim fahren müssen.
Regelmäßig liest man in der Zeitung Artikel über unsere Erfolge. Zu den wichtigsten gehören:

. Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft ( 9. Platz mit C-Jugend)
. Im Jahr 2009 Aufstieg in die Landesliga mit der 2. Mannschaft, obwohl am Saisonanfang nur der Klassenerhalt unser Ziel war.

Auch wenn es hin und wieder ziemlich stressig ist, bin ich doch froh, ein solches Hobby zu haben.

ArtikelschreiberArtikel: Katrin Fischer