Seit ca. 10 Jahren führe ich für die AOK Würzburg Raucherentwöhnungskurse durch. Die interessanteste Entdeckung, die ich selbst in diesem Kurs machen durfte, ist die Freude, die es mir selbst macht, wenn andere kapieren, dass Rauchen nicht etwa nur schädlich ist – sondern auch ziemlich überflüssig. Ich selbst arbeite nach dem „Zielkraft-System“, bei dem es eben nicht darum geht, „Rauchen“ in seiner schrecklichsten Form darzustellen. Es geht einfach darum, bessere Alternativen zu finden, sich Ziele zu setzen. Statt sich die Frage zu stellen, wie wir es schaffen, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es einfach etwas Besseres.

– Stelle Dir die Frage: Was könnte ich anfangen und stattdessen tun, was mir 1000-mal mehr Spaß macht?
– Tue es, rede nicht nur darüber!

Interessanterweise entdecken auf diese Weise viele Jugendliche, dass es einfach ziemlich „uncool“ ist, seine Zeit mit Selbstvergiftung zu verplempern, während andere ihre Zeit mit der Verwirklichung ihrer Träume verbringen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass auf diese Weise Ex-Raucher gar nicht so schlecht über das Rauchen reden müssen. Denn auch wer zu stark gegen das Rauchen eingestellt ist – beschäftigt sich immer noch damit!

Der Trick ist, Rauchen einfach überflüssig werden zu lassen und einfach etwas Besseres zu tun!

Ein Beispiel: Monika, eine 17-jährige Gelegenheitsraucherin, hatte erkannt, dass sie eigentlich nur aus Langeweile rauchte und einfach nur, weil sie es liebte mit ihren Freunden etwas „Cooles“ zu tun.

img1Als Monika während einer Gesprächsrunde nach ihren Träumen gefragt wurde, sagte sie: Ich träume einfach davon Sängerin zu werden und im Fernsehen aufzutreten. Das war der Auslöser, dass sie sich neben der Schule für eine Gesangsausbildung anmeldete.
Seit mehreren Monaten singt sie jetzt in einer selbst gegründeten Band. Interessanterweise hat Monika jetzt gar nichts mehr mit dem Rauchen zu tun, auch ist sie nicht einmal „dagegen“ – es ist ihr jetzt einfach egal geworden!
Sie kann es auch locker ertragen, wenn andere rauchen, denn sie hat einfach eine Möglichkeit gefunden, ihre Träume zu verwirklichen. Qualmen stört einfach beim Singen und schadet der Stimme. Außerdem hat sie neue Leute kennen gelernt, die gar nicht rauchen.

Doch was können wir von Monika lernen?

Rauchen aufhören macht Spaß, wenn man den Aufmerksamkeitspunkt leicht verschiebt und Aufhören gar nicht als Ende, sondern als Neubeginn erlebt!
Das ist freilich Einstellungssache, aber warum haben wir ein Gehirn zwischen den Ohren?
Um es einfach für das einzusetzen, was uns wirklich gut tut!
Es kann natürlich sein, dass beim Schlussmachen mit dem Rauch auch einige „Freunde“ wegfallen, bei denen das gemeinsame Rauchen den zentralen Verbindungspunkt darstellt.

Aber – warum gibt es so viele Menschen auf der Welt?

Vielleicht auch deswegen, weil wir uns einfach diejenigen aussuchen können, mit denen wir wirklich gerne zusammen sind, nicht nur weil sie rauchen!

ArtikelschreiberArtikel: Peter Schwinn Mailinfoline [at] zielkraft [dot] de