img1Hört man den Begriff „Legasthenie“, kann man vorerst als Laie nicht sehr viel damit anfangen. Um es sich ein wenig besser herleiten zu können, kann man sich den Ursprung des Wortes vor Augen führen. Da wäre „legas“ aus dem altgriechischen Wort „legien“, das in diesem Fall so viel bedeutet wie auslegen bzw. lesen und schreiben und der zweite Wortstamm „thenie“, der sich ebenfalls aus dem altgriechischen „astheneia“ ableiten lässt, welches auf eine Schwäche hinweist. Ebenso kann man es auch mit der „Unfähigkeit etwas auszulegen“ betiteln. Wenn man also von einem Menschen spricht, der unter Legasthenie leidet, ist jene Person von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen. Der Bundesverband geht von einer Prozentzahl von etwa 4% an Schülern aus, die diese Schwäche besitzen.

img1Eins ist jedoch traurig, wenn man dann die deutsche Übersetzung hört, denkt man sofort an eine Art Behinderung oder auch daran, dass die betroffene Person wenig Intelligenz vorzuweisen hat. Doch dieses Denken ist eindeutig falsch. Ein Legastheniker kann ein guter Schüler sein. Dennoch fällt das Defizit in der Schule relativ schnell auf, denn Legastheniker haben große Probleme damit die gesprochene Sprache auf das Blatt Papier zu übertragen. Auch im umgekehrten Fall, nämlich die geschriebene Sprache vorzulesen, bereitet den Legasthenikern viel Mühe. Symptome für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche sind unter anderem Faktoren wie zum Beispiel Verzögerungen beim Lesen und das häufige Verlieren der Zeile sowie das sehr langsame Lesen und die geringe Betonung. Weitere große Anzeichen sind das oftmalige Vertauschen von Buchstaben oder Wörtern innerhalb eines Satzes. Zudem kommt bei der Leseschwäche hinzu, dass gelesene Texte später nicht wiedergegeben werden können. Beim Schreiben gibt es wieder zahlreiche Symptome, die einen Legastheniker „entlarven“. Hierbei sind vor allem Faktoren wie das Vertauschen ähnlich klingender Buchstaben innerhalb eines Wortes bzw. Satzes zu nennen. Schwierige Buchstaben, bei denen häufig so genannte „Dreher“ vorkommen, sind die Buchstabenpaare b-d und p-q. Des Weiteren lassen Legastheniker häufig ganze Teile eines Wortes oder gar ein ganzes Wort eines Satzes aus. Ein Hauptmerkmal einer Person mit Lese-Rechtschreib-Schwäche ist, dass der Betroffene auch nach vieler Übung dasselbe Wort im Satz immer noch falsch schreibt. Einem Lehrer fällt die Schreibschwäche jedoch meist erst bei einem Diktat oder einem Aufsatz auf, denn Legastheniker können einen Text ohne jeglichen Fehler abschreiben. Zudem kommt hinzu, dass die betroffenen Kinder häufig die Wörter richtig aussprechen können, aber ein Defizit im Schreiben vorweisen. Wichtig ist jedoch eine frühzeitige Erkennung der Lese-Rechtschreib-Schwäche. Anzeichen gibt es bereits im frühen Kindesalter, denn meist können Legastheniker das Alphabet nicht oder nur mit Schwierigkeiten aufsagen, haben Probleme Buchstaben zu benennen sowie Wortreime zu bilden. Wird eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bei Kleinkindern bereits erkannt, so sind die Linderungschancen um einiges besser. Es gibt unterschiedlichste Methoden Legasthenie zu therapieren. Mit dem Alter wird die Kompensierungsmöglichkeit immer geringer. Legastheniker-Kinder werden auch in der Schule gefördert, denn auch nach dem Grundgesetz Artikel 3 wird gefordert: Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden. So wird bei der Benotung in der Schule Rücksicht auf die Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche genommen, was auch richtig ist, denn besonders für die betroffenen Kinder ist es sehr schwer mit diesem Handicap zu leben und sollten oft auch für kleine Erfolge, besonders durch Eltern und Lehrer, gelobt werden.

ArtikelschreiberArtikel: Lisa Schüßer Maillisa-schuessler [at] web [dot] de