Die Redaktion erkundet ihre Stärken und Schwächen auf „aim“-Seminar

„Was sind Ihre Stärken?“ – Eine Frage, die nicht selten in einem Bewerbungsgespräch Auslöser für peinliches Schweigen ist. Viele Schülerinnen und Schüler kennen ihre Stärken nicht, setzen sich nicht mit ihren Schwächen auseinander oder haben Probleme beides zu formulieren.
img1Um diesen Gefahren entgegenzuwirken initiierte Klaus Schenck als beratender Lehrer der Schülerzeitung „Financial T(‚a)ime“ das „aim“-Seminar „Ich-Stärken/Stärken erkennen“. Unter der Leitung von Birgit Bornmann, Dozentin an der Akademie für Information und Management Heilbronn, wurde die Redaktion nicht nur gegen verfängliche Fragen im Bewerbungsgespräch gewappnet, sondern lernten sich die Schülerinnen und Schüler auch selbst intensiver kennen und verstehen, wodurch sie ihre soziale Beziehungen verbessern können.
img1Zu Beginn des Seminars sollten sich dich Redaktionsmitglieder zunächst mit leicht zu beantworteten Fragen auseinander setzen: Was macht ihr besonders gerne? Was ist euch wichtig? Anhand der Antworten stellten sich die 22 Teilnehmer mit Hilfe von zuvor gestalteten Schildern vor. Beim Präsentieren vor der Gruppe wurde ein Teil der Redaktion mit ihrer ersten Schwäche konfrontiert: die Angst vor den musternden Blicken der Anderen. Wichtig sei seine Schwächen zu akzeptieren und sich mit ihnen auseinander zu setzen, sein inneres Potential und sein äußeres Verhalten in Einklang zu bringen, um seinen persönlichen Verhaltensstil entwickeln zu können und zu sich selbst zu finden.

Persönlichkeitsprofil entdecken

Zu diesem Zweck galt es mehr über eigene Verhaltensweisen in Erfahrung zu bringen. Frau Bornmann teilte hierzu einen Fragebogen aus, auf welchem die Redakteure jeweils eine Wortgruppe in die auf sie am ehesten zutreffende Reihenfolge brachten.
img1Der so genannte DISG-Test gibt Aufschluss über das eigene Persönlichkeitsprofil. Er unterteilt in vier Grundverhaltenstendenzen: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft. Häufig überwiegen im Persönlichkeitsprofil zwei dieser Verhaltenspräferenzen. Die Zusammensetzung der Verhaltensstile verriet den Schülerinnen und Schülern, ob sie tendenziell extrovertiert oder introvertiert, menschenorientiert oder aufgabenorientiert sind. Dies ist nicht zuletzt bei der Wahl des Berufes von Bedeutung. Der stetige Typ, ein Teamspieler, wird sich besonders in sozialen Berufen zurechtfinden, wohingegen Menschen mit einem dominanten Verhaltensstil bevorzugt Führungspositionen einnehmen.
img1Fernerhin gibt der DISG-Test Stärken und Schwächen der vier unterschiedlichen Verhaltensstile preis. Dies ermöglichte den Seminarteilnehmern eine Liste mit den auf sie zutreffenden Stärken und Schwächen zusammenzustellen.
Nachdem die Redaktion nun in der Lage war die heikle Frage im Bewerbungsgespräch nach den eigenen Stärken problemlos zu beantworten, zeigte die Seminarleiterin, dass sich das gewonnene Selbstbild oft von dem Fremdbild unterscheidet. Das Selbstbild, erklärte Frau Bornmann, gewinne man durch Beobachten der Reaktionen der Anderen. Entsprechend diesem Bild handle man. Stimmen Selbstbild und Fremdbild nicht überein – bei Selbstüber- oder Selbstunterschätzung – leide das Selbstwertgefühl sowie die Kommunikation mit dem Gegenüber darunter. Nur bei einem realistischen Selbstbild könne man ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln.
Zur Überprüfung der individuellen Selbsteinschätzung sollten die Schülerinnen und Schüler ihr Selbstbild anhand fünf auf sie am ehesten zutreffenden Eigenschaften, ausgewählt aus einer Liste von vierzig Wörtern, zusammenstellen. Jeweils zwei Fremdbilder wurden auf dieselbe Art erstellt. Folglich konnten die Redaktionsmitglieder Selbst- und Fremdbild miteinander vergleichen und je nach Übereinstimmung ihre Selbsteinschätzung überarbeiten.
Klaus Schenck achtete bei der Auswahl des Seminars besonders darauf, dass die Redaktionsmitglieder im Hinblick auf ihre spätere Karriere proimg1fitieren werden. Um maximale Leistungen erzielen zu können und somit Erfolg im Beruf zu haben, ist die Auseinandersetzung mit den Fragen „Wer bin ich?“, „Was will ich?“, „Was kann ich?“ und „Was ist möglich?“ erforderlich.
Nachdem die erste Frage mit Hilfe des Persönlichkeitsprofils und der Überprüfung der Selbsteinschätzung beantwortet war, erkundeten die Teilnehmer mit Hilfe von Fragebögen ihre Interessen und ihre Fähigkeiten. Mit den Erkenntnissen aus den ersten drei Fragen konnten die Schülerinnen und Schüler nun die Frage nach den Möglichkeiten bezüglich ihrer Berufswahl beantworten. Zufriedenheit im Berufsleben kann man nur dann erfahren, wenn man bei der Berufswahl die Antworten aller drei Fragen verbindet.

Komfort-Zone verlassen

Einen runden Abschluss schaffte Birgit Bornmann mit dem Aufgreifen der anfänglich erfahrenen Angst vor dem Kompromittieren beim Präsentieren vor einer Gruppe.
Sie beschrieb Angst als Frühwarnsystem, welches Alarm schlage, sobald man die eigene Komfort-Zone in ein unbekanntes Gebiet verlässt. Um fremdes Territorium betreten zu können, sei es erforderlich seine Grenzlinie, die Linie der Angst, zu überwinden. Man müsse lernen mit seinen Ängsten angemessen umzugehen.
Am Ende eines informativen Tages kannten nun die Redaktionsmitglieder der „Financial T(‚a)ime“ die Hürden und Erfordernisse in Blick auf eine erfolgreiche Karriere. Ferner haben sie eigene, für sie typische Verhaltensstile kennen gelernt, deren Stärken sie nun auszubauen und mit deren Schwächen sie jetzt umzugehen wissen. Nicht zuletzt ist jeder seinem Selbst ein Stück näher gekommen, was der Schlüssel zu einer erfolgreichen Persönlichkeit und einem guten Miteinander ist.

ArtikelschreiberArtikel: Julia Spiesberger
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ArtikelschreiberFotos: Klaus Schenck