Mit Sendungen landesweit in aller Abiturienten Munde

img1„Ihre neuen Videofilme sind ein Segen!“ „Danke, danke, danke!“ „Eure Videos sind wirklich eine gute Sache.“ Solche Formulierungen durchziehen Mails von Ulm bis Hechingen, von Stuttgart bis Weikersheim. „Financial T(‚a)ime“, die Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim, gilt landesweit als Abiturienten-Tipp: Tausende haben in den letzten sechs Wochen die Sendungen zu den Pflichtlektüren des jetzigen Abiturs gesehen, 24.000 besuchten die Deutsch-Homepage des beratenden Lehrers Klaus Schenck, beide Homepages stellen eine Erfolgs-Einheit dar: auf der Lehrer-Homepage die Deutsch-Materialfülle zum Runterladen, auf der Schülerzeitungs-Homepage die dazu gehörigen Videofilme, gedreht von Redaktionsmitgliedern zusammen mit ihrem beratenden Lehrer.
img1Die Idee entstand, als Schenck der VHS Tauberbischofsheim vorschlug, gemeinsam mit der „Financial T(‚a)ime“-Redaktion eine Vortrags-Reihe zu den Sternchen-Themen im Abitur zu gestalten. Nachdem die Vorträge auf große Resonanz stießen, wagten Redaktion und Lehrer mutig den zweiten Schritt: FT-Sendungen im Internet für die gleiche Zielgruppe. Die Speicherkapazität beider Homepages wurde drastisch erhöht, Videolampen gekauft, die Videokamera kam zum Einsatz und alles wurde vor der Neuanschaffung der Schule gedreht, vor dem Activboard, einer „intelligenten Tafel“.
Teilweise bis abends produzierten an Freitagnachmittagen Redaktionsmitglieder Lydia Spiesberger, Miriam Krug und Jakob Grethe mit ihrem beratenden Lehrer gemeinsam Videofilme. Ein Klassenzimmer verwandelte sich Schritt für Schritt in ein Film-Studio. Das Activboard bot immer wieder neue Überraschungen, die Videoleuchte fiel plötzlich aus, die Kamera schaltete sich während der Aufnahme ab, Herausforderungen auf Herausforderungen. Von Sendung zu Sendung steigerte sich die Lehrer-Schüler-Film-Crew: Immer professioneller, immer lockerer, immer problemloser brachte sie den Abi-Stoff rüber. img1Computerspezialistin Sabrina Häfner schaffte den idealen Kompromiss zwischen reduziertem Speicherumfang zum schnellen Laden und angemessener Filmqualität.
Inzwischen eroberte die „Financial T(‚a)ime“ den Platz als bekannteste Schülerzeitung des Landes, was sie auch ihrer enormen Vielfalt verdankt. Neben Print- und Internetausgaben bereichert sie das „Jugendnetz Baden-Württemberg“ mit vielen Artikeln, ganze Rubriken werden von FT-Arbeiten dominiert. Das „Jugendnetz“ mit täglich 26.000 Besuchern bietet eine ungemeine Verbreitung der Schülerzeitungsartikel.
Generationsübergreifend arbeitet die „Financial T(‚a)ime“ mit der Seniorenzeitung von Haus Heimberg (Tauberbischofsheim) zusammen. So schrieb der 97-jährige Bruno Rottenbach für die Schülerzeitung einen 12-seitigen Bericht zu seiner Schulzeit ab dem Ersten Weltkrieg. Wohl nirgends auf der Welt gibt es eine Schülerzeitung mit einem älteren freien Mitarbeiter.
Vor wenigen Wochen packte die „Financial T(‚a)ime“ sogar den Sprung in ein Schulbuch für Nordrhein-Westfalen. Zu dieser Erfolgsserie kommen jetzt noch die bereits erwähnten FT-Sendungen, die die Userzahlen explodieren ließen. Von April 2009 bis April 2010 haben sich die Besucherzahlen verzehnfacht, wobei nach dem Abitur das Interesse wieder sinken wird.
img1Auch in Blick auf die innerredaktionelle Kommunikation dürfte diese Schülerzeitung in Deutschland führend sein: Seit rund zwei Jahren finden Redaktionssitzungen als Schaltkonferenzen statt, der weltweit modernsten Kommunikationsform. Folglich können Redaktionsmitglieder des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Tauberbischofsheim problemlos integriert werden, auch wäre es technisch jederzeit möglich, einen internationalen virtuellen Redaktionstisch zu schaffen, alle Voraussetzungen dazu sind vorhanden.
Das Erfolgsrezept dieser Schülerzeitung ist u.a. das kompromisslose Einfordern von Teamfähigkeit, Verantwortungsgefühl und Engagement. Jedes Redaktionsmitglied muss eine Verpflichtungserklärung zur präzisierten Leistungsanforderung unterschreiben und eine sechswöchige Probezeit durchlaufen. Nachdem die Schülerzeitung mehrfach wegen Verantwortungslosigkeit am Abgrund stand, wurden diese Schutzmaßnahmen für das Engagement der Redaktion ergriffen. Wer das gemeinsam aufgebaute Projekt durch seine Gleichgültigkeit gefährdet, muss die Redaktion verlassen. Diese harte Linie hat die Schülerzeitung nicht nur überleben lassen, sondern sie zum bekanntesten Aushängeschild der Schule gemacht.
img1Eine „Schülerzeitungs-Schule“ ist eine Chancenschule, in selbstbestimmtem Engagement die eigenen Fähigkeiten zu erkennen, Verpflichtungen wie Pünktlichkeit, Einsatzfreude und Teamfähigkeit zu trainieren, im schulischen Heute das berufliche Morgen zu leben, – und dies alles in der Kommunikationsform der Zukunft. Dies macht das Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim nicht nur zur Chancenschule, sondern zur Zukunftsschule: eine Angebotsschule für Engagierte, die im kreativen, gleichzeitig aber teamverpflichtenden Tun erfahren, wozu junge Menschen fähig sind, was sie bewegen können, worauf sie stolz sein werden.

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Das derzeit bei den Abiturienten bekannteste Lehrer-Schüler-Team in Baden-Württemberg. Hier bei der Aufnahme zu Schillers „Räuber“. Von links nach rechts: Klaus Schenck, Lydia Spiesberger, Jakob Grethe und Miriam Krug.

Links:
www.schuelerzeitung-tbb.de / Medien
www.KlausSchenck.de

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ArtikelschreiberFotos: Richard Clausing