Kaum vorstellbar, aber die sogenannte „Schule ohne Lehrer“ ist heutzutage immer häufiger Gesprächsthema. Doch soll bei so einer neuen Schule der Lehrer ganz ersetzt werden? Nein, vielmehr will man so etwas wie eine Schule via Internet kreieren. Das soll Schule sein? Es gibt keine Aula und keine Turnhalle, keinen Pausenhof, keinen Werkraum, keine Raucherecke und keine Klingel. Es gibt keinen Lärm, keine Fahrradständer und noch nicht mal Klassenzimmer. Hat diese Schulart denn überhaupt eine Zukunft? Man mag es kaum für möglich halten, aber die Antwort ist tatsächlich ja, denn so eine Schule gibt es bereits. Haben Sie schon einmal etwas von der Web-Individualschule in der Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs gehört? Nein? Dann sind Sie nicht die Ersten. Hier findet, wie bereits oben erwähnt, das Lernen lediglich übers Internet statt. Aufgaben, Lückentexte oder sogar Klassenarbeiten müssen nicht img3mehr vom Lehrer kopiert und ausgegeben werden, sondern sie werden bequem über Datenleitungen verschickt. Der Frontalunterricht an der Tafel wird somit abgeschafft, lästige Tafelanschriebe entfallen, denn der Lehrer kümmert sich über die Monitore um seine Schüler. So bearbeitet er Arbeitspläne, liest Korrektur und erstellt das nächste Unterrichtsprogramm. Kaum zu glauben, dass dies Realität ist. Was sich anhört wie eine ferne Zukunftsvision, ist eine staatlich geprüfte Lehranstalt und geht auf die Initiative zweier junger Pädagoginnen aus Bochum zurück: Jennifer Krautscheid und Sarah Lichtenberger. Aufgenommen werden Kinder von Managern und Diplomaten, die mit ihren Familien zeitweise im Ausland leben, oder Kinder von Schauspielern, die für längere Drehs in die Ferne müssen. Dazu kommen Schüler, die in der Psychiatrie waren und langjährige Schulverweigerer, einige sind gewalttätig, manche haben auf der Straße gelebt. Vor etwa 5 Jahren wurde diese Schule gegründet und mittlerweile unterrichten etwa drei Lehrer mehr als 40 Schüler und Schülerinnen. Weniger Arbeit für die Lehrer, zufriedenere Schüler und ein effizienteres Lernen. Alles schön und gut, doch wollen wir wirklich eine Generation PC-abhängiger Jugendlicher? Unsere Jugend sitzt so und so schon unzählige Stunden am Tag vorm Computer; soll dies dann auch noch mit solch einer Schule gefördert werden? Klar, geht niemand von uns wirklich gerne in die Schule oder freut sich über Hausaufgaben und Klassenarbeiten, doch wenn wir länger darüber nachdenken, hat unser Schulalltag doch auch schöne Seiten. Tag für Tag sehen wir unsere besten Freunde dort, tauschen Erlebnisse des Wochenendes miteinander aus und fühlen uns einfach wohl in einer Gemeinschaft von Gleichaltrigen und Freunde. All dies würde bei einer Schule übers Internet entfallen, die Jugendlichen wären an ihre Bildschirme gefesselt und dies 6 – 8 Stunden am Tag, sie wären unfähig soziale Kompetenzen auszubilden oder neue Freundschaften zu schließen. Ist es das, was wir wirklich wollen? Klar gibt es für solch eine Schule viele Vor- bzw. Nachteile, doch meiner Meinung nach ist diese Veränderung viel zu radikal herbeigeführt. Sicherlich wird es in ferner Zukunft vielleicht so eine neue Art von Lernen geben, doch noch kann man froh sein nicht zu dieser Generation zu gehören.

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ArtikelschreiberArtikel: Katharina Höland Mailkatharinahoeland [at] gmx [dot] de