Nach den, für manche langen 7 Jahren am Gymnasium erreicht man nach dem Abschluss der 11. Klasse die Stufe, in der es nun endlich zur Sache geht und bei der sich alle Entscheidungen, Klausuren und der Aufwand, den man aufbringt (oder eben auch nicht), auf die ganze Zukunft auswirken können.
Vielen Schülern ist dies wahrscheinlich nicht ganz klar, aber ich habe schon am Ende der 11. Klasse miterleben müssen, wie sich von nun an alles ändert. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich meine Kurswahl treffen musste, wusste ich ganz genau, dass es nun ziemlich ernst wird. Ich musste mir zum ersten Mal Gedanken darüber machen, worauf ich mich nun und eventuell im späteren Leben spezialisieren will.
Ob ich nun gesellschafts-wissenschaftlich interessiert bin und deshalb meinen Schwerpunkt auf die Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde etc. lege oder etwa viel Wert auf den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich lege und deshalb bevorzugt meine Stunden auf Biologie, Chemie oder Physik verteile, liegt ganz allein bei mir. Ich war ab jetzt für meine Zukunft selbst verantwortlich.
Anfangs der 12. Stufe schien alles noch wie bisher: Man geht in die Schule, hat seinen Stundenplan, sitzt eben da und schreibt das ganze Jahr über Klassenarbeiten, bekommt am Ende sein Zeugnis und wenn man dieses Jahr nicht so gut war, hat man ja nächstes Jahr noch Zeit sich mehr anzustrengen. Doch dies war ganz genau nicht der Fall. Jeder einzelne Schüler bekam einen individuellen Stundenplan, der exakt auf jeden Schüler abgestimmt war. Außerdem sitzt jeder nun in seinen ausgewählten Kursen. Man muss sich im Klaren sein, dass jeder Schüler sich seine Kurse nach einem ganz einfachen Kriterium ausgesucht hat: Wenn ich gut in einem Kurs bin, wähle ich ihn. Und wenn mir ein anderer Kurs nicht liegt, wird er abgewählt. Also ist es üblich, dass beispielsweise, wie in meinem Geschichtskurs, Spezialisten sind, die sich so gut wie mit jedem Thema auskennen und wozu ich zu einigem nicht halb so viel sagen kann wie sie. Dadurch wurde mir klar, dass ich dieses Jahr viel mehr Zeit in die Schule investieren muss, um mit allen anderen mithalten zu können. Die wichtigste Änderung für mich jedoch ist, dass ab Stufe 12 alles zum Abitur zählt. Jegliche Klausur und mündliche Noten, jedes einzelne Referat geht in die Endnote und schließlich in das Abitur ein. Wer ein gutes Abitur erreichen will, darf oder kann sich hier keine größeren Fehler mehr erlauben.
Für angehende Medizinstudenten, welche einen besonders guten Notendurchschnitt benötigen, sollte der Punktedurchschnitt im relativ hohen Bereich liegen. Hier kann unter Umständen durch eine vermasselte Klausur in einem Halbjahr die gewünschte Note versaut werden, wodurch der Leistungsdruck immens steigt. Auch bei mir ist der Druck sehr angestiegen, da ich natürlich auch nach einem guten Abitur strebe, damit mir für die Zukunft die gewünschten Türen offen stehen.
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel einen kleinen Einblick geben, was euch, angehende 12er, in nicht all zu ferner Zukunft erwartet.
Zum Abschluss kann ich nur noch sagen: Strengt euch von Anfang an, denn eine zweite Chance bekommt man nur selten.

InterviewArtikel: Emre Cay MailEmre [dot] Cay [at] web [dot] de