Teilinternat „Modell Tauberbischofsheim“ – „Berghof I“ / Vollinternat als integraler Bestandteil des Teilinternats im Verbund mit den Partnerschulen des Olympiastützpunktes

Pädagogische Konzeption / „Berghof I“ / -Vollinternat als integraler Bestandteil des Teilinternats (nachfolgend Berghof)

img1Das Vollinternat Berghof bietet sportlich begabten Jugendlichen aus der Bundesrepublik Deutschland eine Wohnstätte mit pädagogischer Vollbetreuung und schafft optimale Rahmenbedingungen für die Ausübung eines leistungssportorientierten Trainings in der Sportart Fechten.
In enger Verzahnung mit dem Teilinternat soll den Jugendlichen die Ausübung des Leistungssports ermöglicht werden unter besonderer Beachtung der sozialen Gesamtentwicklung, wobei das Absolvieren einer erfolgreichen schulischen Laufbahn und eine sportgerechte Lebensweise der Heranwachsenden im Mittelpunkt der Bemühungen stehen sollen. Dies wird u.a. durch eine intensive schulische Betreuung erreicht, die frühzeitig eventuell entstehende schulische Defizite erkennt und verarbeitet.
Es gilt als erstrebenswert, dass die jungen Sportler während der Ferien und trainingsfreien Wochenenden so viel Zeit wie möglich im Elternhaus verbringen. Während der trainings- und wettkampfintensiven Perioden sollen die Jugendlichen unter der Anleitung der Internatspädagogen soviel Unterstützung und Fürsorge erfahren, wie sie ihrem Alter und ihrem individuellen Reifegrad entsprechend benötigen, um zu selbstständigen und verantwortungsbewussten jungen Erwachsenen heranzureifen, wobei nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ verfahren wird.
img1Besonderen Wert legt die Einrichtung auf aktive und konstruktive Mitarbeit aller am Erziehungsprozess beteiligter Personen, wie Eltern, Lehrer, Trainer und Betreuungspersonal.
Den Verantwortlichen ist bewusst, dass für eine erfolgreiche Umsetzung der Zielstellung die intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Erziehenden nötig ist.
Die personelle Struktur des Teil-/ Vollinternats ermöglicht es, Beziehungsebenen zu schaffen, die jedem Jugendlichen die Möglichkeit bietet, Probleme heranwachsender Leistungssportler aufzuarbeiten und zu kompensieren.

Zum Begriff der Elite im Zusammenhang mit dem Prädikat „Eliteschulen des Sports“

img3Der Brockhaus definiert Elite soziologisch als „die Inhaber von Spitzenpositionen innerhalb einer Gruppe, Organisation oder Institution, die je nach Gesellschaftsordnung nach unterschiedlichen Auslesekriterien aufsteigen und über ihre >Basisgruppe< hinaus Macht und Einfluss ausüben und/oder eine Vorbildfunktion für andere soziale Gruppen haben.“
„Im Alltagsleben und in den Massenmedien wird das Wort Elite Personen zugeschrieben, die sich in politischen, wirtschaftlichen, sportlichen, künstlerischen, akademischen usw. Spitzenpositionen befinden. Auch organisierte Sozialsysteme werden mit dem Begriff belegt; so sprechen wir von Eliteuniversitäten und Eliteinstituten. Angehörige einer Elite haben meist eine besondere Ausbildung und heben sich in ihrer Leistungsfähigkeit und in ihrer Leistung vom durchschnitt deutlich ab. In diesem Sinn ist Elite ein Synonym für „die Besten“ im Sinne des griechischen Wortes der aristoi.“ (Hagengruber, Koblenz).
Auf die Schüler der Eliteschulen des Sports übertragen, bedeuten diese Definitionen, dass sich diese Schüler von ihrer „Basisgruppe“ – also der Gruppe der Gleichaltrigen – hervorheben und eine Spitzenposition einnehmen. Das Auslesekriterium ist in ihrem Fall die sportliche Begabung. Diese Begabung verleiht ihnen zum einen das Recht auf Förderung derselben, schafft aber gleichzeitig die Pflicht zum Vorbild für die Basisgruppe.
img3Es muss klar und deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass Schüler der Eliteschulen zwar durch eine sportliche Begabung auffallen, auch eine besondere Ausbildung erhalten und sich durch Leistungsfähigkeit hervorheben, sich jedoch keineswegs bereits in Spitzenpositionen befinden, sondern den Versuch unternehmen, diese Position eines Tages zu erreichen.
Daraus resultiert, dass gerade die Schüler der Eliteschulen aufgrund ihrer besonderen Förderung die Verpflichtung haben, ihr Talent zu pflegen und eine Lebensweise zu führen, die in hohem Maße die Förderung rechtfertigt.
Somit liegt es an jedem einzelnen Schüler der Eliteschulen sich so zu verhalten, dass er nicht als „elitär“ bezeichnet wird.

Definition Eliteschulen des Sports

Gemäß den Leipziger Qualifikationskriterien der Eliteschulen des Sports soll im folgenden belegt werden, dass das Verbundsystem am Standort Tauberbischofsheim den Kriterien entspricht. Der DSB definiert Eliteschulen folgendermaßen:

Eine Eliteschule des Sports ist eine Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, damit talentierte Nachwuchsathleten sich auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können.(DSB, 27.03.03, Qualitätskriterien)

 

Bezogen auf den Standort Tauberbischofsheim:
Partnerschulen des OSP (Matthias-Grünewald-Gymnasium, Kaufmännische Schule, Riemenschneider-Realschule, Gewerbliche Schule und Pestalozzi-Hauptschule) kooperieren bezüglich der sportlichen und bildungsbezogenen Erfolgsperspektive in hervorragender Weise. Das Matthias-Grünewald-Gymnasium bietet ein Sportprofil. Alle Partnerschulen zeigen sich ausnahmslos als „sportfreundliche“ Schulen, die sowohl Einflussnahme auf die Stundenplangestaltung als auch die Freistellung der Nachwuchssportler vom Unterricht für Wettkämpfe und Lehrgänge unproblematisch abwickeln. Die Kommunikation zwischen Partnerschulen und den OSP-Einrichtungen Voll-/Teilinternat verläuft stetig und reibungslos. Sie erfolgt durch Koordinatoren, Trainer und Teilinternatsmitarbeiter in regelmäßigen kurzen zeitlichen Abständen. Probleme, die durch den Wechsel eines Schülers von einem Bundesland nach Baden-Württemberg entstehen können, werden ausnahmslos mit Hilfe der aktiven Mitarbeit der Schulleiter der Partnerschulen gelöst.
img3Effiziente Bedingungen für die sportliche Ausbildung sind am OSP vorhanden. Es existieren in 6 Disziplinen leistungsstarke Trainingsgruppen in der Schwerpunktsportart Fechten (Damen- und Herrenflorett, Damen- und Herrendegen, Damen- und Herrensäbel). Für das tägliche Training sind flexibel verfügbare Trainingsstätten vorhanden (Hallen mit wettkampftauglichen Fechtbahnen, Freiplätze, Stadion, Kraftraum, Entmüdungsbecken, Sauna, Gymnastikraum). Im Nachwuchsbereich arbeiten 14 qualifizierte Trainer (ausnahmslos A-Trainer, bzw. Diplomtrainer). Eine angemessene wissenschaftliche Trainingsbegleitung erfolgt durch Sportwissenschaftler, Sportlehrer und Physiotherapeuten.
Überregionale Wirkungsmöglichkeiten sind garantiert durch das Vollinternat Berghof I und das Athletenwohnheim Berghof II. Talente aus anderen Bundesländern finden Aufnahme zu den gleichen Bedingungen wie aus dem „eigenen Land“.
Die Koordination und das Management des Zeitbudgets der jungen Athleten werden gelöst durch die enge räumliche Bindung von Trainingsstätte, Schule und Internat. So betragen die Wegezeiten zwischen Trainingsstätte, Schule und Internat weniger als 20 Minuten.
Jedes Schuljahr besuchen mehrere Bundeskader-Athleten das Voll-/Teilinternat. Ebenso werden in jeder Saison Schüler des Teilinternats für Kadetten- und Junioren Weltmeisterschaften nominiert.

ArtikelschreiberArtikel: Ute Vahid