img1Womit verbindet man die Kursfahrt der 11. Klasse nach Berlin? Berlin, die Hauptstadt, Geschichte und Kultur, Museen und langweilige Führungen? Dieses Jahr waren wir an der Reihe es auszutesten.

Mitten in Berlin durften wir fünf Tage verbringen und Schulfahrten einmal anders erleben. Lange stand fest, dass abends die Diskotheken gestürmt werden. Doch wozu, wenn man in unserem Hostel ist? Hosteleigene Bar statt Disco stand auf dem Programm. Noch dazu auf dem Dach… Abend für Abend traf man sich dort oben und ließ den Tag gemeinsam, mit dem einen oder anderen Getränk, ausklingen. Super Stimmung, klasse Personal, gute Musik, ein Tischkicker, ein Billardtisch und eine Dachterrasse. Wir waren rundum versorgt und die Lehrer verloren dort oben hin und wieder ihre strenge Seite und feierten ausgelassen mit.

img1Wenn wir nicht gerade die Aussicht aus den Barfenstern genossen, durchliefen wir die Pflichtstationen einer Berlinreise, Dinge, die man gesehen haben muss. Am ersten Tag wurde uns die Innenstadt und das Brandenburger Tor vorgestellt. Für die Lehrer empfundene 500 Fotos später konnte es dann im Dunkeln zurückgehen und am folgenden Tag erwartete man uns im Bundestag. Der Bundestag, so trocken dieses Wort und die damit verbundene Vorstellung auch klingen mag, ist, auf die Empfindlichkeit eines Schülers gegenüber nervigen Aktivitäten bezogen, nichts, gar nichts, im Vergleich zu der flughafengleichen Personenkontrolle davor. Endlich im Bundestaginneren war es dann nämlich doch ganz nett und vor allem interessant. Auf den Zuschauerplätzen im Plenum konnten Fragen aller Art gestellt werden. Welche Abgeordnete besitzen ein iPad? Wieso haben manche Plätze ein Telefon und andere nicht? Missverständnisse über Politik, die durch das Fernsehen verbreitet werden, wurden aufgedeckt und so gingen wir alle schlauer als zuvor aus dem Raum. Einem Gespräch mit einem Abgeordneten, das wir nutzten, um über die Schulpolitik zu diskutieren, folgte schon um 14 Uhr der Ausruf zur Freizeit, und das den ganzen restlichen Tag.

img1Jetzt war die Stadt dran. Einkaufszentren, Souvenirshops, Madame Tussauds, … So lange wir in Dreiergruppen blieben, war bis 24 Uhr eigentlich alles möglich. Die Bedingung? Fit sein für die anstehende Schnitzeljagd am Morgen darauf. Jeder kennt es aus der Kindheit, früher liebte es jeder, jetzt wurden wir mit Preisen gelockt, nahmen Allgemeinwissen durch die zu beantwortenden Fragen mit und hatten letztendlich doch mehr Spaß als erwartet.

Dann wurde aufgeteilt. Eine Schülergruppe ging zu einer Kreuzbergführung, die in den letzten Jahren zwar gut ankam, dieses Jahr allerdings ins Wasser viel, da die Schüler nach ½ Stunde keine Lust mehr hatten auf den Führer zu warten. img1Die andere besuchte Ritter Sport und durfte dort selbst Schokolade herstellen. Wir waren begeistert, obwohl es wohl so wirkte, als wäre es eher für jüngere Leute gedacht. Egal, wir fanden Spaß dabei unsere eigenen Schokoladenkreationen zu entwerfen und zum Schluss die Verpackungen anzumalen und mit Tierstempeln zu versehen.

Es war Mittwoch und auf Mittwoch waren die Abendaktivitäten gelegt. Die „Blue Man Group“, das Musical „Hinter dem Horizont“ und das Kabarett „Wühlmäuse“ standen zur Auswahl. Kaum einer kam an diesem Abend klagend zurück. Die Schüler, die mittwochs bei der Kreuzbergführung gewartet haben, durften am vorletzten Tag zur Schokoladenherstellung, während die restlichen durch die dunklen „Unterwelten“ geführt wurden. Zuvor war allerdings das Berliner DDR-Museum an der Reihe, das an diesem Tag extra für uns früher öffnete. Die Möglichkeit einmal in einem Trabi zu sitzen, wollte uns die Museumsleitung nicht verweigern.

img1Freitag hieß es Abschied nehmen, Abschied von einem klasse Hostel, einer super, aus drei Klassen zusammengestellten, Gruppe, neuen Freunden, lockeren und tollen Lehrern (Herr Wiechert, Frau Froitzheim, Frau Stabray-Blanke und der pensionierte Herr Neumann), dem besten Busfahrer, der auch mal auf Wunsch von einzelnen Schülern einen Umweg zu guten Einkaufsstraßen fuhr und von einer wunderschönen Stadt. Für Nicole bedeutete die Fahrt auch die vorrübergehende Trennung von ihrem Koffer. An der Rezeption stehen gelassen, ist er der einzige, der noch weiter Berliner Luft schnuppern darf, bis er irgendwann hoffentlich wieder nach Tauberbischofsheim kommt. Auch ohne Koffer heißt es leider wieder zurück in den täglichen Schul- und Lebensalltag. Eins steht fest, nächstes Jahr werden die neuen 11er vor ihrer Berlinfahrt unseren Neid zu spüren bekommen. Passt auf eure Koffer auf.

 Artikelschreiber Artikel: Debora Eger
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Fotos: Debora Eger