Das Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim hat wirklich einiges zu bieten: Big Band, Vokal-Ensemble, diverse AGs und so weiter. Doch das, was mich von Anbeginn meiner Oberstufenzeit interessiert hatte, war das Wahlfach „Literatur und Theater“, kurz „LitThe“. img1Dieses Schulfach, welches als zweistündiger Kurs angerechnet und über beide Klassen, also Zwölfte und Dreizehnte, reicht, beinhaltet, wie der Name schon verrät, zwei Komponenten. Auf der einen Seite ist „Literatur“ und auf der anderen „Theater“. Bevor ich den Kurs wirklich belegt hatte, konnte ich mir noch gar nicht recht vorstellen, was da nun auf mich zukommen wird. Ob ich überhaupt das Talent habe, da mitzuspielen und ob man womöglich Vorkenntnisse haben muss – genau das waren Fragen, die mich vor der ersten Stunde häufig begleiteten. Was mich letztlich dazu bewegt hat, dieses Fach zu wählen, war schlichtweg die Neugierde. Ich war einfach so gespannt darauf, wie sich Theater in der Schule integrieren kann. Und dann, in der ersten Stunde, hat mich alles sehr positiv überrascht. Vor allem die Praxis steht in diesem Kurs im Vordergrund und nicht, wie in allen anderen Fächern, das rein Theoretische. Gleich in der ersten Stunde gefiel mir die lockere Atmosphäre. Wir lernten uns alle schnell kennen und wussten bereits in den ersten Stunden über unsere eigenen Stärken und Schwächen und die der anderen Schüler Bescheid. Der Schwerpunkt in diesem Schulfach liegt hier allerdings auf der Theaterkomponente, die auch dazu führte, dass wir bereits in Kleingruppen unser erstes Theaterstück samt Skript erstellen durften. Diese Erfahrung war einfach gigantisch, denn wir waren ganz auf uns alleine gestellt und haben in wenigen Doppelstunden alle sehenswerte Kurzstücke entworfen, die wir uns dann gegenseitig vorspielten und aufgenommen hatten. Da ich erst im ersten Halbjahr des LitThe-Kurses bin, bin ich noch nicht in den Genuss gekommen, ein eigenes Theaterstück vor einem großen Publikum auf die Beine zu stellen, denn dieser Traum wird erst Ende 13.1 in Erfüllung gehen. img1Eins ist aber jetzt schon klar – das Theaterspiel ist ein toller Ausgleich zum sonstigen Unterricht, denn jeder kann sich fallen lassen und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Grenzen gibt es beim Theater keine und auch keinerlei Peinlichkeiten. Das einzig Wichtige ist hier der Spaß und die Überwindung. Anfangs waren alle Schüler noch sehr steif und wussten nicht, was sie sich zutrauen können. Doch nach und nach verschwand diese Scheu und nun traut sich jeder Schüler und jede Schülerin, über seinen/ihren Schatten zu springen. Doch auch die Komponente „Literatur“ macht sich nun mehr und mehr bemerkbar. So stehen wir gerade vor der Überlegung, ein eigenes Theaterstück zu kreieren. Es steht nun nur noch die Frage aus, ob wir ein literarisches Werk darstellen und spielen wollen oder aber ein eigen gestaltetes und entworfenes Stück. Was es letztendlich wird, wird sich zeigen. Fakt ist auf alle Fälle, dass ich sehr froh über die Entscheidung bin, dieses Schulfach gewählt zu haben. Denn neben dem Schulstress, der durch die ganzen anderen Fächer entsteht, ist Literatur und Theater einfach eine gelungene Abwechselung, bei welcher man einfach so sein kann, wie man ist. Vor allem aber wird die Teamfähigkeit gestärkt und man lernt und entdeckt ganz neue Seiten an sich selbst. Theater zu spielen erfüllt einfach und macht total viel Spaß. Man kann einfach nur jedem raten, dieses Gefühl irgendwann selbst mitzuerleben, denn erst dann wird einem bewusst, wie viel Spaß hinter einem Theaterstück steckt.

 



 

ArtikelschreiberArtikel: Lisa Schüßler Maillisa [dot] schuessler92 [at] gmx [dot] de