Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim: Elf Schüler und zwei Pädagogen starten kommende Woche ab Ehrwald zu einem ehrgeizigen einwöchigen Projekt

Von unserem Redaktionsmitglied Klaus T. Mende

 

 

Für die Alpenüberquerung müssen natürlich auch die Mountainbikes auf Vordermann gebracht werden.

© FN

 

Tauberbischofsheim. Sportliche Fitness, gepaart mit genügend Ehrgeiz, dazu ein Faible fürs Mountainbiking inmitten einer atemberaubenden Landschaft – dies sind im Grunde jene Voraussetzungen dafür, um an einer in dieser Form erstmals durchgeführten Herausforderung im Rahmen der Projekttage der Kaufmännischen Schule in Tauberbischofsheim teilnehmen zu können: Elf Schüler, zwei Pädagogen sowie ein Begleitfahrzeug starten am Dienstag kommender Woche ab Ehrwald/Zugspitze das Unternehmen „Alpenüberquerung“, das eine Woche später am Gardasee ihr Ende finden wird.

Im September letzten Jahres hatte Rainer Gräf, Lehrer an der Kaufmännischen Schule und selbst passionierter Radsportler, die Vision, mal etwas Außergewöhnliches anzubieten. „Natürlich habe ich nicht gewusst, ob so etwas auf Interesse bei den Schülern stoßen wird“, blickt er im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten zurück. Doch zu einer ersten Infoveranstaltung hätten sich prompt 35 Jugendliche eingefunden, „einige sicherlich auch, um in der der letzten Stunde nicht die Schulbank drücken zu müssen“, lacht Gräf, der betont, dass man in Schulleiter Erich Deeg sofort jemand hinter sich gehabt habe, dem diese Idee sehr gut gefallen habe, wohl auch, weil er sein Faible für Berge besitze.

Und so habe er, Gräf, sich an die Planung gemacht. Letztlich seien es neun Schüler und zwei Schülerinnen gewesen, die aus dem Kreis jener ausgewählt worden seien, die für dieses Projekt Interesse gezeigt hätten. Aber nicht jeder sei dafür infrage gekommen.

Nachdem im Rahmen eines Elternabends das Unternehmen, inklusive der Risiken, vorgestellt worden sei, habe man zusammen die Vorbereitungen Ende April in Angriff nehmen können. Die Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren, allesamt aus dem Wirtschaftsgymnasium, seien sofort mit großem Eifer und viel Freude bei der Sache gewesen.

Man habe sich Mountainbikes geliehen, die bis zum Ende der Tour zur Verfügung stünden; schließlich müsse sich jeder an sein Gefährt gewöhnen. In erster Linie sei es darum gegangen, dass man, vornehmlich am Wochenende, sich zu größeren Touren treffe und zusammen ausfahre, um etwas für die Kondition zu tun. Denn die müsse schon stimmen. Immerhin seien in der Woche über die Stationen Ehrwald, Landeck, Nauders, Naturns bis zum Gardasee mehr als 352 Kilometer zu absolvieren, auf denen insgesamt auch mehr als 4000 Höhenmeter zu bewältigen seien. „Bis zum Start sollte jeder mindestens 500 Kilometer in den Beinen haben“, erzählt Rainer Gräf, der während der „Alpenüberquerung“ von seinem Kollegen Berthold Fünkner auf dem Drahtesel sowie Hajo Imhof im Begleitfahrzeug unterstützt werde.

Solche eine Sache gelinge nur, wenn die Gruppe intakt sei und jeder sich für den anderen einsetze. Denn auf den Tagesetappen von 60 Kilometern und mehr werde es sicher mal zur einen oder anderen Schwächephase kommen, die es zu überstehen gelte. Übernachtet werde ausschließlich auf Campingplätzen, in Zelten und Schlafsäcken. „Jungen dürfen sieben Kilogramm Gepäck dabei haben, Mädchen höchstens acht Kilogramm“, zeigt Rainer Gräf auf, dass man nur das Nötigste mitnehmen werde. Denn jedes zusätzliche Kilogramm an Ballast bedeute einen größeren Kraftaufwand. Und der könne sehr an die Substanz gehen, wenn man bedenke, dass Südtirol eine von der Sonne bevorzugte Region sei und es dort schnell mal 30 Grad und mehr haben könne. Die Tour werde, so der Lehrer, überwiegend entlang der Via Claudia Auguste, einer früheren römischen Handelsstraße, führen.

Zur akribischen Vorbereitung des Unternehmens gehörten unter anderem auch ein Techniktraining, ein Pannenkurs inklusive Schlauch und Speichen wechseln sowie Kette reparieren sowie ein Ausrüstungscheck. Schließlich wolle man gegen alle Eventualitäten gewappnet sein.

Bei der Tour gehe es nicht um Schnelligkeit, man wolle gesund am Gardasee ankommen, um dann stolz sein zu können auf das Geleistete.

Zum Großteil werde man auf Wald-, Forst- und Radwegen unterwegs sein, um jeglichem Verkehr aus dem Weg zu gehen und so die Landschaft zu genießen.

Solch ein Projekt koste natürlich etwas, auch wenn man diesbezüglich darauf aus sei, den finanziellen Aufwand für jeden so gering wie möglich zu gestalten. Dennoch würde man sich freuen, wenn es die eine oder andere Person gebe, „die uns unterstützt“, sagt Rainer Gräf. Hierzu gebe es ein Konto bei der Sparkasse Tauberfranken (Kontonummer 2 130 227, Bankleitzahl 673 525 65, Stichwort „Alpenüberquerung KS TBB“).

Samstag, 14.07.2012