Beim TC Tauberbischofsheim war Leben in der Bude, konkret auf der Tennis-Anlage. Wie jedes Jahr organisierte der Tennis-Club im Rahmen des Ferien-Programms der Stadt ein Event für Kinder. Nur dreißig Kinder konnten zugelassen werden, pro Tennisplatz fünf, so dass sich keines langweilte, jedes gefordert wurde, umgekehrt wären am liebsten knapp fünfzig Kinder gekommen. Ständig steigt die Beliebtheit dieses „Vielseitigkeit-Spaßes“ unter der bewährten Regie von Sportwart Rudi Hauser.

Es war nicht nur die entspannte Atmosphäre, die Offenheit des Tennis-Clubs für junge Menschen, es war besonders der Ideenreichtum der Trainer Lucian und Adrian, die jedes Jahr neue Spiele für das Ferienprogramm sich ausdachten und diese den vielen Helfern aus dem Verein weitergaben, sodass das Programm auch die Lebendigkeit des Vereins, das Engagement der Mitglieder zeigte.

„Vielseitigkeits-Spaß“ heißt, auf jedem Platz ist eine Station. Jede Fünfer-Gruppe wechselte nach zwanzig Minuten im Uhrzeigersinn den Platz und wurde ständig von neuen Anforderungen überrascht, um so die Tenniswelt spielerisch zu erkunden. Alle Kinder bekamen kleinere Schläger gestellt, viele der Kinder waren noch nie auf der Anlage, kannten Tennis vielleicht vom Fernsehen, das war’s dann aber auch. Nun hupften sie als Konditionstraining, balancierten den Ball auf dem Schläger, dirigierten den Ball um Hütchen herum und wurden dabei gestoppt – so erhöhte ein leichter Wettkampf-Charakter ein wenig die Spannung. Tennisspieler zeigten jedem Kind die Vorhand-Bewegung, übten diese ein wenig und dann galt es den Ball zu treffen, um weitere Pluspunkte zu sammeln. Auf einem anderen Feld wurde der Tennisschläger gleich einem Lenkrad gefasst und so der Ball nach vorne gestoßen. Der rote Faden bei allen Übungen und Wettkämpfen war das Gefühl von Schläger und Ball.

Der Mensch ist nur dort Mensch, wo er spielt, sagte vor über zweihundert Jahren der Dichter Friedrich Schiller. In diesem Sinne kamen in diesen unbeschwerten Stunden die dreißig Kinder ganz bei sich an. Es war diese Mischung aus Freude, Konzentration, Wettkampf und Leichtigkeit, die die gesamte Tennisanlage durchströmte – auf jedem Platz, bei jedem Spiel, bei jeder Aufgabe. Diese Mischung galt auch für die zahlreichen Vereinsmitglieder, die die Kinder motivierten und begeisterten – in Klarheit für die jeweilige Herausforderung und gewinnender Lockerheit, wenn es am Anfang nicht so klappte. Dieses eifrige Gewusel nahm auch die Zaungäste mit in die ausstrahlende Freude der Kinder.

Artikel und Fotos: Klaus Schenck