Ziemlich verwaist war am Wochenende die Tennisanlage Tauberbischofsheim – keine Wettkämpfe: Absagen, Regenschauer. Die virale Handbremse besteht für den Tennissport schon seit Wochen nicht mehr, nur scheint dies noch nicht bei allen Sportlern angekommen zu sein. Die „Corona-Couch“ über Monate machte träge, der Aktivitäts-Wecker klingelte, schrillte fast schon, aber der Weg zu den Sportschuhen ist deutlich weiter als vor Corona, die Überwindung der Passivität fällt schwer. Das erklärt die vielen Absagen in den verschiedenen Wettkampf-Klassen, das erklärt aber auch die Schwierigkeit der Mannschaftsbildung, der Verlässlichkeit, der Stetigkeit.

Die Tennis-Jugend des Clubs „kriegte“ schnell die Tennis-Kurve: schüttelte die Corona-Müdigkeit ab, nahm den Schläger in die Hand und haute dem Gegner die Bälle um die Ohren, teilweise war es aber bei U15 gemischt beim TC Neckarelz auch umgekehrt. Für die Jungs und Mädels von Tauberbischofsheim ging es um viel: nicht nur die Verteidigung des Spitzenplatzes in der ersten Bezirksliga, sondern bei einem Unentschieden lockte zusätzlich das Endspiel gegen den zweiten Gruppensieger. Die Chance auf diesen Erfolg stand 50:50 – eine fordernde Aufgabe. Die Jungen Magnus Popp und Julius Hauser legten im Einzel gleich ‘mal mit klaren Siegen vor, bei Anna-Maria Eisenhauer und Leni Uhl ging es genauso klar in die andere Richtung, Zwischenstand: 2:2. Das Unentschieden deutete sich bei dieser Konstellation an: Magnus/Julius siegten, Anna-Maria/Lenie verloren, 3:3 in der Tasche, großes Ziel erreicht: dem Spiel um die Badische Meisterschaft steht nichts mehr im Wege, der Gegner ist die TSG TV Germania 1890 Großsachsen/SG Hohensachsen 1841.

Die trockenen Phasen der Woche nutzten die Tennis-Minis der U10 zum eifrigen Trainieren: klein an Wuchs und groß an Biss, und diesen Hunger bekam Neckarelz sehr schnell zu spüren: die Geschwister Jonathan und Philipp Schwalbach ließen dem Gegner keine Chance und gaben auch kein Spiel ab. Charlotte Dietz eiferte den Jungs nach, nicht ganz so klar, aber ungefährdeter Sieg. Nur Kim Müller verlor. Das Doppel Jonathan/Charlotte ließ in ihrem Siegesschwung nichts anbrennen, anders sah es bei Niclas Müller/Erik Schmid aus: 1. Satz komplett in die Binsen, 2. Satz ganz knapp gewonnen und der Sieg des anderen Tennis-Duos verdoppelte die Kräfte, spornte den Ehrgeiz an, den Kampfgeist und am Ende dann ein klarer Sieg im Tiebreak. Die Tennis hungrigen Minis katapultierten sich mit diesem 5:1-Sieg vom vorletzten Platz auf den dritten der Tabelle.

Artikel und Foto: Klaus Schenck

Bild: Stets den Ball im Blick: Charlotte Dietz