„FT-Abi-Plattform“-Serie: Artikel zu selbstgewählten Präsentations-Themen aus dem Psychologie-Unterricht von Klaus Schenck

Die Vorurteile über die Einzelkinder sind weitestgehend negativ, weshalb ich mich für dieses Thema entschieden habe. Der Definition nach gelten nicht nur allein aufwachsende Kinder, sondern auch solche, die sechs Jahre lang ohne ein Geschwisterchen aufgewachsen sind, als Einzelkind. Außerdem wächst der Großteil dieser Kinder in Großstädten auf, weil dort ein Platz- sowie Betreuungsmangel herrscht. Die Vorurteile gegenüber alleinaufwachsenden Kindern reichen von egoistisch, introvertiert, rücksichtlos bis hin zu wehleidig und kontaktarm, weshalb sie oft als Problemkinder angesehen werden.

Allerdings hat eine Studie auch bestätigt, dass Einzelkinder im Allgemeinen einen besseren Kontakt zu ihren Eltern pflegen und extrovertierter sind als Geschwisterkinder, da sie den Mut aufbringen müssen, sich jemanden „zum Spielen“ zu suchen. Des Weiteren verfügen sie über eine bessere Anpassungsfähigkeit und zwischenmenschliche Interaktionen, was sich durch die unterschiedlichen Betreuungsformen im Schulalter begründen lässt. Genau wie Erstgeborene sind Einzelkinder leistungsorientierter und wünschen sich eine Führungsposition. Die Eigenschaften „Einfühlungsvermögen“ und „Intelligenz“ unterscheiden sich nicht groß von Geschwisterkindern, während die Elternbindung – wie bereits erwähnt – stärker ausgeprägt ist. Die Geschlechtsrollen sind bei Einzelkindern von dem jeweiligen Geschlecht abhängig, denn während die Jungs sich dem typischen Männerbild entsprechend verhalten, sind Mädchen flexibel und lassen sich in kein Rollenbild drängen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich das geschwisterlose Aufwachsen in manchen Bereichen auf die Entwicklung des Kindes ausprägt, jedoch jedes Kind individuell ist und es ganz auf die Erziehung durch die Eltern ankommt.

Artikel: Jessica

Fotos: Klaus Schenck