Ich nahm die Pandemie und die Erkrankung von Anfang an ernst und für mich war klar, dass, nur wenn alle sich an die neuen Verhaltensregeln halten, wir diese Pandemie überstehen können. Für mich als Sportlerin ist meine Gesundheit immens wichtig, denn ohne einen gesunden Körper bin ich nicht leistungsfähig und ohne eine hohe Leistungsfähigkeit werde ich keine Erfolge mehr einfahren können. Ohne Erfolge erhalte ich keine Verlängerung meines Arbeitsvertrages bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Daher hängt meine gesamte Existenz an meiner Gesundheit. Eigentlich eine sehr einfache Rechnung. Deshalb waren für mich Abstand halten, eine Maske tragen und die Verringerung meiner Kontakte die ersten Veränderungen, die ich zum Schutz meiner Gesundheit eingeleitet hatte.

Trotz aller Vorsicht habe ich mich Ende November mit dem neuartigen Covid-19 Virus infiziert und begab mich in eine vierzehntägige Quarantäne. Natürlich war der positive Test ein Schock, zudem ich bis heute nicht sicher sagen kann, wo oder bei wem ich mich angesteckt habe. Doch was bedeutet es an Corona zu erkranken? Ich dachte mir, dass ich als gesunde, sehr fitte junge Frau mit Sicherheit asymptomatisch oder zumindest mit einem sehr milden Verlauf aus dieser Sache herauskomme. Das allerdings war leider nicht der Fall. In den ersten Tagen stellten sich sehr schnell die ersten Symptome ein.

Darunter extreme Erschöpfung, Schwäche, sehr lang anhaltende Kopfschmerzen im Stirnbereich, Schnupfen und Husten, Geschmacks- und Geruchsverlust und womit ich niemals gerechnet hätte, ich hatte Probleme beim Atmen. Und dies war auch der beängstigende Umstand der ganzen Sache, für Spezialisten: mein „VO2max“ hat sich extrem verschlechtert.

Immer wieder stand ich auf und begab mich auf den Balkon, da ich dort das Gefühl hatte durch tiefe, anstrengende und auch schmerzhafte Atemzüge ein wenig aus dem zugeschnürten Gefühl meines Brustkorbs entkommen und mehr Sauerstoff einatmen zu können. Alles in allem überstand ich die Infektion nach circa 14 Tagen. Die meisten Symptome waren abgeklungen, mein Geschmacks- und Geruchssinn waren zu circa 60% wieder zurückgekommen. Ich hatte immer noch ab und an das Gefühl, zu wenig Sauerstoff zu bekommen und war extrem schnell aus der Puste und sehr kurzatmig. Insgesamt konnte ich erst nach sieben (!!) Wochen sagen, dass mir zumindest der Alltag keinerlei Probleme mehr bereitet. Wie sich das beim Training und beim Fechten auswirken wird, werde ich erst nach einer umfassenden medizinischen Untersuchung wissen. Klar ist: Alle Wünsche werden klein gegen den, gesund zu sein.

Artikel: Anne Sauer, Florettfechterin, deutsche Nationalmannschaft

Ein Leben für den Fechtsport – Anne Sauer

Fotos: FIE/Augusto Bizzi

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