„FT-Abi-Plattform“-Serie: Artikel zu selbstgewählten Präsentations-Themen aus dem Psychologie-Unterricht von Klaus Schenck

Hallo, kennt ihr auch manchmal das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen und ganz alleine dazustehen? Alles geht auf einmal schief: Streit mit den Eltern, Stress in der Schule, Liebeskummer und dann auch noch Streit mit dem Freund/der Freundin?! Das ein oder andere habt ihr mit Sicherheit schonmal erlebt. Zurzeit hört man in den Medien öfters den Begriff „Depression“. Die Frage ist nur, wann man anfängt von einer Depression zu reden. Jeder Mensch kennt das Gefühl der Niedergeschlagenheit, doch wenn man Depressionen hat, ist man nicht nur traurig und schlecht gelaunt, die Krankheit beeinflusst alle Lebensbereiche eines Menschen:  die Gefühle, das Denken, das Handeln, den Körper und die Beziehungen zu anderen Menschen. Eine depressive Person ist kaum noch in der Lage Freude zu empfinden, zeigt an nichts und niemandem mehr Interesse, fühlt sich innerlich leer und unverstanden und besitzt weder Motivation noch Antrieb.

Also ihr seht, um von einer Depression sprechen zu können, müssen ganz viele verschiedene Faktoren zusammenspielen. Man spricht auch von verschiedenen Symptomen, die bei solch einer Krankheit auftreten können. Zum Beispiel verändert sich nicht nur die Laune und die Gefühle, sondern es können auch körperliche Beschwerden auftreten. Oft leiden Betroffene unter Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Schmerzen in der Kopf- und Bauchgegend. Die Depression hat auch Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit und unser Gehirn. Depressive Menschen können sich oft ganz schlecht konzentrieren und vergessen auch viele Dinge sehr schnell.

Ob nun jemand wirklich eine Depression hat, entscheidet letztendlich ein Psychotherapeut mit Hilfe eines Diagnosesystems. Dabei müssen innerhalb einer gewissen Zeit bestimmte Symptome auftreten, damit man wirklich von einer psychischen Erkrankung reden kann. Ihr fragt euch jetzt aber bestimmt, warum man eine Depression bekommt, ob das erblich ist? Es ist nicht erblich, es gibt aber eine genetische Disposition, d.h., bei einem ist die Wahrscheinlichkeit zu einer Depression höher als beim anderen. Die verschiedenen Ursachen für eine Depression: Trennung der Eltern, Gewalt in der Familie, fehlende Freunde, schlimme Erlebnisse usw. All diese Dinge können solch eine psychische Krankheit verursachen. Manche Menschen gehen mit solchen Erfahrungen besser um beziehungsweise es fällt ihnen leichter, darüber hinweg zu kommen, andere Menschen sind empfindlicher und sensibler. Das ist bei jedem Menschen verschieden, jedoch muss gesagt werden, dass jeder, ob jung oder alt, Depressionen bekommen kann. Aber die gute Nachricht ist, dass man etwas dagegen tun kann und es kein Dauerzustand wird, wenn man sich helfen lässt.

Zum einen ist die Psychotherapie eine Lösung. Vielleicht habt ihr das schon im Fernsehen gesehen. Die Person kommt rein, legt sich auf die Liege oder Couch und der Therapeut sitzt ihm gegenüber und notiert sich alles, was der Patient sagt. Ganz so, wie es dort dargestellt wird, ist es im Normalfall nicht. Der Therapeut stellt viele Fragen und gibt einem das Gefühl, dass er einen versteht. Mit der Zeit redet man ganz offen und ehrlich über Dinge, die einen belasten, und er gibt dann Tipps und Ratschläge und vor allem zeigt er einem eine ganz andere Sichtweise der Dinge.

Die Psychoanalyse ist auch eine Möglichkeit, mit deren Hilfe die Depression bekämpft werden kann. Wie das Wort schon sagt, geht es ums Analysieren. Der Therapeut hat das Ziel, den genauen Grund für das Leiden des Patienten zu finden und eventuell auch die Persönlichkeit in den Bereichen, die für die Depression verantwortlich sind, so zu verändern, dass sich die Person besser fühlt und seine Probleme besser verarbeiten kann.

Bestimmt habt ihr auch schon einmal etwas von Antidepressiva gehört. Antidepressiva gibt es in Form von Tabletten, die die Stimmung heben sollen. Diese funktionieren zusammengefasst so: Wir haben ja ganz viele Nervenzellen in unserem Körper, und damit diese Zellen miteinander kommunizieren können, braucht es Boten, die die Informationen von einer zur anderen Nervenzelle schicken. Antidepressiva verhindern, dass zu wenige dieser Boten für einen guten Informationsaustausch produziert werden.

So, das waren jetzt ganz schön viele Informationen auf einmal. Was ich aber noch sagen muss, ist, dass, falls ihr jemanden kennt, der Depressionen hat, oder wo alle Anzeichen dafürsprechen, oder wenn ihr sogar selbst betroffen seid, wendet euch auf jeden Fall an Eltern oder Freunde, sodass zusammen eine Lösung gefunden werden kann. Depressive Menschen brauchen professionelle Hilfe, das ist ganz wichtig, damit sie wieder gesund werden können. Im Internet gibt es auch ganz viele Seiten, wo Hilfe angeboten wird oder wo ihr erfahrt, wo ihr Hilfe bekommen könnt. Die Website: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/ ist eine davon.

Artikel: Melody

Fotos: Klaus Schenck