Nachdem ich im Sommer 2011 an der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim das BK I abgeschlossen hatte, trat ich zum Schuljahresbeginn 2011/2012 meinen Bundesfreiwilligendienst an der Grund- und Hauptschule Hardheim an. Kein eben ganz gewöhnlicher Ort für eine solche Tätigkeit, denn beim Stichwort „Bundesfreiwilligendienst“ denken viele doch schon eher an Seniorenheime, Krankenhäuser oder Arbeiten mit behinderten Menschen. Doch auch eine Schule kann ein sehr interessanter und ansprechender Arbeitsort sein.

 Hierzu muss man nun wissen, dass die Grund- und Hauptschule Hardheim mit ihren etwa 300 Schülern und einem gut 30-köpfigen Lehrerkollegium zum laufenden Schuljahr zur Ganztagsschule aufgerüstet wurde und eine Stelle wie die meinige offeriert wurde – zunächst auf der Basis eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ), ehe zum 01.07.2011 der Bundesfreiwilligendienst die Stellung des vorigen Zivildienstes einnahm und meiner Einsatzstelle nicht nur rechtlich freiere Möglichkeiten gab, sondern auch eine bessere Bezahlung für die ableistenden Jugendlichen.

Als sogenannter „Bufdi“ (= „Bundesfreiwilligendienstleistender“) habe ich dann also die Funktionen eines Assistenten zum Ganztagsschulbetrieb inne – mit allem, was zur Mithilfe für einen möglichst reibungslosen Schulalltag dazugehört: Hausaufgabenbetreuung, Pausenaufsichten, Zusatzstunden und noch mehr; das Spektrum meiner Tätigkeiten umfasst aber neben der reinen Arbeit mit Schülern auch die Verrichtung von Hilfsarbeiten für den Hausmeister. In der Hausaufgabenbetreuung, die im Rahmen des Ganztagsschulbetriebs als Angebot zur Nachmittagsgestaltung der Hauptschüler stattfindet und in der mich ein Lehrer begleitet, habe ich die Aufgabe, den Mädchen und Jungen Tipps bei den Aufgaben zu geben, sie beim Vorbereiten auf Klassenarbeiten und Prüfungen zu unterstützen, mache aber auch einmal ein paar Scherze mit ihnen, um die Atmosphäre etwas aufzulockern. Im Bereich der Grundschule bin ich vorwiegend für die 1. Klasse tätig, deren Klassenlehrer einst auch mein Lehrer war: Mehrere Wandertage habe ich schon mit dieser Klasse unternommen, ebenso wurde ich als Begleitperson für den Wintersporttag der Grund- und Hauptschule eingesetzt, wo ich mit dem Verbandskasten unterwegs war. Es ist ein breit gefächertes Feld, auf dem ich mich betätige, und ich kann sagen: Jeder Tag ist ein schöner Tag an der Grund- und Hauptschule Hardheim, und die Aktivitäten im Rahmen meiner „Bufdi“-Tätigkeit sehe ich als wahren Kompetenzgewinn an, nach dem Motto „nimm’ mit, was du mitnehmen kannst“.

 Die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes offiziell zu leistende Anzahl von Wochenstunden beläuft sich auf deren 39, wobei dies ein Wert ist, der je nach Einsatzstelle abweichen kann: Ich etwa bin in der Grund- und Hauptschule Hardheim durchschnittlich 30 Stunden pro Woche aktiv, was aber nicht bedeutet, dass ein Bundesfreiwilligendienst in einer Schule ein besonders gemütlicher Weg ist, beruflich aktiv zu sein – ganz im Gegenteil! Durchaus anspruchsvolle und aufwändige Tätigkeiten, von denen man als Schüler sich kaum vorstellen kann, dass solche an einer Schule getan werden müssen, gehören ebenfalls zu meinem Programm: So bin ich zum Beispiel im Rahmen meiner Tätigkeit in der Hausmeisterei für die komplette Altpapier-Entsorgung im Schulhaus zuständig, und es ist auch gewiss nicht immer leicht, für ein konflikt- und störungsfreies Verhältnis zwischen den Schülern zu sorgen.

Dennoch bereitet mir mein Bundesfreiwilligendienst große Freude. Speziell eine Schule als Einsatzstelle hat ihren speziellen Reiz, da man hier als bisheriger Schüler lernen kann, das Leben in einer Schule aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen. In der Grund- und Hauptschule Hardheim ist das Arbeiten sehr angenehm, und es ist hervorragend, dass ich von Seiten des Rektors, Helmut Hartmann, der mich im Übrigen bereits 1997 eingeschult und somit über meine ganze Schulzeit in Hardheim begleitet hat, in erstklassigem Maße unterstützt werde. Gleiches trifft für die Lehrerschaft und die Schüler zu – das Programm „Benimm ist in“, welches vor einigen Jahren an der Schule etabliert wurde, wird hier geradezu gelebt. Ich fühle mich gut aufgenommen und bin mir sicher, dass dieses Jahr in der Grund- und Hauptschule mir auf meinem beruflichen Weg sehr helfen wird – die hier gewonnenen Einblicke und Kompetenzen kann ich für Tätigkeiten im religionspädagogischen Bereich, welche ich anvisiere, sicher gut einsetzen.

Nun habe ich aber die ganze Zeit ausschließlich über mich und mein Tätigkeitsfeld geschrieben – dabei ist doch der Bundesfreiwilligendienst sicher auch für andere interessant. Ich kann Ihnen nur vorweg bereits sagen: Es ist empfehlenswert!

Die Tätigkeiten als „Bufdi“ sind ja nach Arbeitgeber entweder auf sechs Monate oder ein Jahr angelegt und können in verschiedenen sozialen Einrichtungen absolviert werden; als Einsatzstellen kommt so grundsätzlich nahezu alles in Betracht, wo mit Menschen zusammengearbeitet wird: Sowohl ein Krankenhaus als auch etwa eine Behindertenwerkstätte ist als potenzielles Einsatzgebiet denkbar – aber auch Schulen oder Seniorenheime bieten Stellen für „Bufdis“ an. Man ist sozial- und rentenversichert, und natürlich wird man auch entlohnt; es gibt ein Taschengeld von 330 Euro, wobei dieses nach Gutdünken der Einsatzstelle leicht variieren kann.

 Was spricht konkret für einen Bundesfreiwilligendienst?

Zunächst einmal, wie erwähnt, dass man seinen Horizont erweitern kann und einen Blick für das Leben „auf der anderen Seite der Sonne“ bekommt – also das Gewinnen von Kompetenzen im sozialen Bereich. Menschenkenntnis ist sicher nicht von Nachteil – vor allem, wenn man sowieso einen Beruf im Sozial- und Bildungswesen anzustreben gedenkt, aber auch, wenn dies nicht der Fall sein sollte, bringt Sie ein wenig Erfahrung immer weiter. Ferner würde ich darauf verweisen, dass man durch den Bundesfreiwilligendienst sich zum Wohle der Gesellschaft nützlich macht und auch das ein schönes Gefühl ist, wenn man anderen helfen kann, wenn man etwas bewegen kann und sich darüber freut – denn, wie heißt es doch so schön: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderem Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eig’ne Herz zurück!“ …es gibt noch viel mehr Gründe, die den Bundesfreiwilligendienst interessant machen, doch diese alle aufzuführen, würde den Raum dieses Artikels sprengen; so ist das Beste wohl, eigene Impressionen walten zu lassen!

 

  
 

  Adrian Brosch  

  garnixfuerungut@web.de