Hallo ihr Lieben,

wir werden uns wahrscheinlich nie persönlich auf der Straße begegnen, aber eines verbindet uns schon jetzt: Auch ich habe genau da angefangen, wo ihr jetzt seid! Ich war eine durchschnittliche Schülerin, gut in Sprachen ja, aber in keinem Fall in Mathe. Und vor allem sehr schüchtern. Die Schülerzeitung war ein Weg mich zu beweisen – so sehe ich das zumindest im Nachhinein. Dass daraus viel mehr werden würde, hätte ich nicht gedacht.

Ja, ich habe „irgendwas mit Medien“ studiert. Und ja, auch damit kann man etwas Sinnvolles werden. Zumindest bei mir hat das funktioniert: Ich arbeite als Volontärin für den MDR und bin jetzt genau da, wo ich sein will!

Aber erst einmal zum Anfang: Nach der Schule bin ich nach Erlangen gezogen, um Buchwissenschaft und Amerikanistik zu studieren. Buchwissenschaft, weil es für mich die vermeintlich sichere Alternative zum Journalismus war und Amerikanistik, weil ich ein interessantes Zweitfach brauchte. (Nebenbei bemerkt hat Amerikanistik bisher tatsächlich bei Bewerbungsgesprächen den größeren Eindruck gemacht. Englisch ist halt doch überall gefragt!)

Bei Buchwissenschaft solltet ihr eines wissen: Die Studierenden lesen nicht den ganzen Tag Bücher!!! Es geht vielmehr um die Verlagswirtschaft, um Papierherstellung, Buchlayouts und Schriftformen. Sprich: Um all das, was man für die Arbeit in einem Buchverlag braucht. Und auch bei Amerikanistik gibt es eine Stolperfalle: Englisch ist Grundvoraussetzung und wird nicht neu gelehrt! Stattdessen finden einfach nur die Vorlesungen auf Englisch statt. Inhaltlich geht es aber um Kultur, Literatur, Politik und Sprachgeschichte.

So ganz zufrieden war ich damit aber noch nicht. Versteht mich nicht falsch, die Arbeit im Verlag war klasse (ich habe als Werkstudent bei Tessloff gearbeitet), aber trotzdem ging mir der Journalismus nie so ganz aus dem Kopf. Ich habe also meine Sachen gepackt, bin nach Leipzig gezogen und habe in Halle meinen Master in Medien- und Kommunikationswissenschaft gemacht. Ein Studium, bei dem ich einen eigenen Blog aufbauen und einen Imagefilm drehen konnte. Aber Vorsicht: Die meisten Master sind eher graue Theorie, in Halle hatte ich einfach nur ein sehr praxisnahes Aufbaustudium gefunden.

Im Abschlussjahr habe ich mich dann beworben, bei der ARD. Ein Traum von mir, denn gerade heutzutage ist das einer der wenigen Wege, um überhaupt vom Journalismus leben zu können (oder sagen wir mal anständig leben zu können). Aber das Auswahlverfahren ist hart und langwierig, die Plätze begrenzt. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich bei der Zusage fast vom Stuhl gekippt wäre! Mittlerweile bin in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs, erlebe spannende Menschen und Augenblicke und berichte im Radio, Fernsehen und online darüber.

Warum und wie ich es geschafft habe, kann ich bis heute nicht sagen. Ich weiß nur, dass am Ende nicht mein Studium relevant war, sondern vielmehr das, was ich nebenbei gemacht hatte: Die Schülerzeitung, verschiedene Praktika, Werkstudentenjobs! Und lasst euch sagen: Es ist nicht immer leicht, denn natürlich wird euch jeder nur die positiven Dinge erzählen (wie ich ja auch). Aber lasst euch von Rückschlägen nicht unterkriegen, vertraut auf euch selbst und macht was draus! Irgendwie kommt dann doch immer wieder etwas Gutes, Neues und Unerwartetes um die Ecke.

Artikel u. Fotos/privat: Katja Evers (ehemals Beck)

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