Hallo,

hier ist noch einmal Anna Winkler und in diesem zweiten Teil möchte ich euch die deutlich schönere Seite meines Studiums etwas näherbringen: Das Sportstudium.

In Bayern ist das Studium unterteilt in Praxis und Theorie, wobei der Praxisteil sehr stark überwiegt. Dieser besteht zum Großteil aus folgenden Sportarten: Basketball, Volleyball, Handball, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzen, Turnen und Skifahren. In letzteren fünf sowie in zwei Ballsportarten seiner Wahl muss man schließlich ein Examen – mit relativ hohen Anforderungen – absolvieren. Dafür trainieren wir Sportstudenten neben dem Zweitfach „Mathematik“ und dem erziehungswissenschaftlichen Studium bis zu dreimal zwei bis drei Stunden pro Woche zusätzlich, je nachdem wie ehrgeizig man ist und welche Noten man sich als Ziel vornimmt. Es ist also ein Studium mit sehr hohem zusätzlichem Aufwand. Als Gegenleistung allerdings bekommt man von den Sportdozenten, die übrigens die wahrscheinlich coolsten Menschen der Uni sind, sehr viel Neues beigebracht, wofür im Sportunterricht früher kaum Zeit war. Vom Speerwerfen und Hürdenlauf über Delphinschwimmen oder Einradfahren bis hin zum Carven in den beiden Skikursen, man lernt unglaublich viel Verschiedenes. Man erweitert seinen Fähigkeiten- und Fertigkeitenbereich enorm und lernt alles didaktisch aufbereitet, sodass man zahlreiche Übungen für sein späteres Lehrerdasein an die Hand bekommt. Des Weiteren machen die zahlreichen Unikurse enorm viel Spaß und man lernt viele Leute kennen, mit denen man auf einer Wellenlänge ist, ganz anders als in der Schule.

Jedoch, so schön die Praxiskurse auch sind, hat man dennoch auch einige Fächer mit Theorie des Sports. Sportpädagogik, Sportdidaktik, -biologie, Trainingswissenschaften, Anatomie usw. zählen dazu. Es werden beispielsweise Fragen geklärt, wie: Was ist der Zweck des Sporttreibens und wer erfand es? Wie muss ich trainieren, um mich schneller zu verbessern? Welche Muskelgruppen werden bei verschiedenen Übungen beansprucht? Neben Klausuren muss man auch die ein oder andere Präsentation halten und Hausarbeiten schreiben.

Highlights des Sportstudiums sind dann vor allem auch die verschiedenen Trendsportarten in den höheren Semestern, welche man frei wählen kann. Ich hatte damals beispielsweise Snowboarden, Windsurfen und Beachvolleyball gewählt. Dazu war ich jeweils immer eine Woche mit einer Gruppe in Saalbach, auf Rügen und in Italien und habe mich dort mit dieser Sportart jeden Tag auseinandergesetzt. Das war bis jetzt die schönste Zeit des Studiums. Des Weiteren hatte ich ein Seminar für Boxen, Badminton und Tischtennis belegt, was ebenso viel Freude bereitet hat und bei dem man enorm viel erlernt hat.

Man erlebt also im Sportstudium enorm viel und wird sehr gut auf die Zeit des Lehrerdaseins vorbereitet. Wenn du sportlich bist und nicht nur eine Sportart beherrschst, sondern ziemlich breit aufgestellt bist und gerne mit Kindern Kontakt hast, ist das Sportstudium auf Lehramt genau das Richtige. Ich würde es sofort wieder studieren und möchte kein Semester davon missen.

Artikel u. Fotos/privat: Anna Winkler

annawinkler96 [at] t-online [dot] de