Wir haben drei von ihnen getroffen, die in einem Mangelberuf aktiv sind: Mahir Fejzic, genannt Makii, (Autolackiererei Fejzic, Werbachhausen), Leonie Keller (R&P Lackierung, Windischbuch) und Yahya (Lackiercenter Stelter, Bad Mergentheim), ein Flüchtling aus Afghanistan.

Sie bilden ein Kfz-Lackierer-Team im ersten Lehrjahr an der Gewerblichen Berufsschule Tauberbischofsheim. Auffallend die gemeinsame Wertschätzung für Schule und Lehrkräfte: Leonie hob die Eigeninitiative hervor, die ihnen durch die Lehrer erlaubt wird, Mahir die Mühe, die man sich an der Schule für Ausländer macht, und Yahya staunte über die gute schulische Ausstattung mit Spritzpistolen usw., extrem wichtig sei ihm der von der Schule organisierte Sprachzusatzunterricht, bei dem er aber oft allein anwesend sei: „Die anderen Ausländer haben keinen Bock!“, was er nicht so recht nachvollziehen könne.

Leonie und Mahir trafen sich in der Autolackiererei Fejzic, also bei Mahirs Onkel: herzliche Begrüßung, fester Händedruck, alles schon perfekt vorbereitet: Auf eine Autotür soll die Illusion von Regentropfen aufgesprüht werden. Dunkelgrau „genebelt“ war die Tür bereits, nun sollte der Wassertropfen-Effekt in Perlmutt erzeugt werden: dunkel von oben, hell von unten besprüht, Klarlack darüber, und die Tropfen wirken so „lebensecht“, dass man sie am liebsten gleich abwischen möchte.

Zweite Vorführung: Kratzer im schwarzen Autolack. „Deswegen muss man doch nicht gleich den ganzen Seitenflügel neu lackieren, das kann man auch ausbessern!“, die Handwerks-Philosophie von „Onkel“ Fejzic, und er zeigte es gleich Mahir und Leonie, die packten es unter fachmännischer Aufsicht an, am Ende glänzte das schwarze Autoblech gleich einem Spiegel, von Kratzer keine Spur.

Mahir möchte später den Betrieb des Onkels übernehmen, was für Midho Fejzic als Firmeninhaber einen echten Glücksfall darstellt: Das in Jahrzehnten Aufgebaute bleibt in Familienbesitz und lebt weiter. Auch Leonie hat eine klare Vorstellung der ersten Schritte: Lehre, Meister… und dann werden wir weitersehen. Etwas, was sie an diesem Beruf reizt, ist das kreative „Airbrushing“, das Bemalen von Metall mit einer ganz dünnen Spritzpistole, etwas größer als ein Kugelschreiber. Aber das ist noch Zukunftsmusik, das packt man nicht gleich im ersten Lehrjahr. 

Drei junge Menschen, die in ihrem Handwerk ihren Beruf, ihre Berufung gefunden haben, die zielorientiert ihre Zukunft anpacken wollen und sicherlich auch werden.

Text und Fotos: Klaus Schenck