Die Schneeverhältnisse top und die Pisten so leer wie selten, aber Windstärke 7. Die Sicht unerträglich, ab 20 Metern ist kaum noch etwas zu erkennen. Trotzdem trifft der Skilehrer die Entscheidung, mit uns erneut auf 2.500 Meter zu gondeln und die Abfahrt zu fahren. Der Lift schaukelt im Wind. Oben angekommen: extreme Wetterverhältnisse, Windböen und Schnee, der wie Nadeln ins Gesicht sticht. Spätestens in diesem Moment fragt man sich, wieso mache ich das überhaupt? Und was hat sich der Skilehrer dabei gedacht, uns diesem Wetter auszusetzen und auf den Berg zu jagen?

Momente wie diese sind im Wintersport keine Seltenheit. Aber selbst diese Situationen stimmen mich nicht um, das Skifahren als einzigartige und faszinierende Aktivität zu erleben.

Den ganzen Tag an der frischen Luft und in der Natur zu verbringen, vermittelt einem das Gefühl von Freiheit. Anspruchsvolle Pisten, aber auch extreme Situationen wie gerade beschrieben, sorgen für den Adrenalinkick. Vor allem jedoch der Spaß am Sport und das Gruppenerlebnis, das man mit Freunden und neuen Bekannten teilen kann, wecken bei mir die Leidenschaft am Skifahren.

Mit vier Jahren bin ich das erste Mal auf den zwei Brettern gestanden. Den Erzählungen meiner Eltern nach habe ich im Skikindergarten spielend gelernt, wie man mit Skiern umzugehen hat und in jedem Skiurlaub stieg meine Begeisterung am Schneesport. Es vergingen viele Stunden im Skikurs, das Fahren in der Schlange wurde teilweise ätzend, aber mit der zunehmenden Sicherheit stieg auch die Lust nach der Herausforderung in steilem Gelände.

Letztendlich wurde meine Leidenschaft am Skifahren und der Wille, sich verbessern zu wollen, mit der Schülermentorenausbildung 2017 belohnt. In den darauffolgenden Skiausfahrten mit der Schule und anderen Skigruppen habe ich Erfahrung sammeln können, wie es ist, als Gruppenleiterin vor einer Skigruppe zu stehen. Gefahren und Risiken, auf die man achten muss, aber auch die unterschiedlichen Leistungsstufen der teilnehmenden Skifahrer, die es zu vereinbaren gilt, habe ich kennengelernt. Auch wenn dies teilweise eine große Herausforderung darstellt, vor allem für eine „Gruppenleiter-Anfängerin“ wie mich, habe ich großen Spaß daran, aber auch Respekt, Skisportbegeisterte zu unterstützen und diesen das Skifahren näherzubringen. Dabei ist es für mich ein besonders erfüllendes Gefühl, wenn sich die großen Fortschritte der Skifahrer am Ende der Woche bemerkbar machen und man die Begeisterung für den Wintersport weitergeben konnte

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Damit ich mein Potenzial weiter ausbauen kann, möchte ich mir nach der Schule ein wenig Zeit nehmen, um Lehrgänge zu besuchen, mich somit selbst im Skifahren weiter zu entwickeln und abschließend die Prüfung zur Skilehrerin abzulegen.

Artikel und Fotos: Victoria Vockel

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