In dieser Serie will die FT-Abi-Plattform engagierte Kinder auf der Jugendseite würdigen, die meist nur im Schatten der Sieger stehen, doch sind diese „Schattenkinder“ die Basis, aus der sich dann die Sieger nach vorne kämpfen und öffentlich wahrgenommen werden.

Welche Kinder- und Jugendabteilung Interesse daran hat, mit Fotos präsentiert zu werden, wende sich an Klaus Schenck: Klaus [dot] Schenck [at] t-online [dot] de

 

Cool wird man empfangen, kritisch gemustert von den Jungs der Turn-Gruppe. Cool lässt man sich aufs Fotografiertwerden ein, aber jede Chance wird zum Rumtoben, zum Blödsinn genutzt. Trainer Andreas Wolf ist sich des Spagats zwischen klarem Training an Geräten, am Boden und dem Tobenlassen bewusst. Es sind rund zehn Jungs zwischen zehn und zwölf Jahren, die vollkommen im Schatten der zahlreichen Mädchen-Gruppen der Turnabteilung des TSV Tauberbischofsheim stehen. Und der Trainer weiß, „coole Jungs“ wollen gefordert werden. Auch beim Foto-Shooting werden neue Übungen ausprobiert, kleine Mutproben, machbare Herausforderungen, verbunden mit dem Fallen vom Gerät auf weiche Matten, – natürlich cool weggesteckt, auch wenn kurz die Luft nach dem Mini-Sturz wegblieb. Es sind die bewältigten Mutproben: der erste Sprung vom Kasten ans Hochreck, „das schaff‘ ich nicht, ich bin zu klein“, „spring!“, der Trainer, – keine Diskussion, und schon hing der Kleine am Hochreck, mutig gesprungen, entschlossen die Stange ergriffen. Der Junge hat in diesen Sekunden etwas Zentrales gelernt: Ich kann mehr, als ich mir zutraue, ich muss nur springen! Die Turnabteilung hat mit dem Jungs-Turnen sicherlich keine Marktlücke entdeckt, sondern eine Verantwortungslücke. Den Jungs wird unter sich die Möglichkeit gegeben, Herausforderungen an Geräten, am Boden zu meistern, sich auszutoben, sich zu entwickeln. Nur sollte Trainer Wolf mittelfristig nicht allein gelassen werden, sondern unterstützt von einem weiteren Übungsleiter, der gerne „coole Jungs“ trainiert.

 

 

Artikel und Fotos: Klaus Schenck