Tennis-Mekka, Tennis-Stadt, Tennis-Point der Main-Tauber-Region, der Tennis-Club Tauberbischofsheim lud ein und stand erschlagen vor der Zahl der Anmeldungen, die am letzten Tag über den Monitor flimmerten. Bei den „TBB-Open“ vor zwei Jahren gerade ´mal 14 Anmeldungen und nun sprang diese Zahl auf 74. Fassungslosigkeit in der Nacht, Lösungsorientierung am Tag: ratz-fatz wurden für die 46 Vorrundenspiele noch die Tennisanlage in Grünsfeld und Neubrunn aktiviert und im Shuttle-Service die Spieler zu den entsprechenden Tennisanlagen gefahren. Perfekte Organisation, aber keine kalte Professionalität, sondern Professionalität mit Herz, mit Liebe zum Tennissport, mit Engagement zum eigenen Verein, das spürten die Gäste aus Nah und Fern, sie fühlten sich von der ersten Minute angenommen, willkommen geheißen, und genau das bedingte das Lob, das allerorten zu hören war: tolles Turnier, super organisiert, richtig sympathisch. Ein kleiner Verein wuchs über sich hinaus, nur gemeinsam war dieser extrem überraschende Zuspruch zu schultern. So hieß ein Sieger der Tennisclub Tauberbischofsheim, der mit dieser hochkarätigen Meisterschaft nicht nur nach außen zeigte, was er zu leisten in der Lage ist, sondern nach innen gestärkt, gewachsen, emotional verbundener aus den dreitägigen „TBB-Open“ hervorging.

Die Zuschauerzahlen mussten erst „warmlaufen“. Am ersten Turniertag war die Zahl noch verhalten und teilte sich zusätzlich auf drei Tennisanlagen auf. Bei den Achtel- und Viertelfinalen in Tauberbischofsheim kam schon auf der recht gut besetzten Zuschauertribüne ein Hauch von Wimbledon auf. Mit großer Wucht knallten die Bälle beim Aufschlag ins gegnerische Feld, wurden mit Powerschlägen beantwortet – von einem Eck ins andere. Butterweiche, bitterböse Stopps lehrten die Zuschauer das Staunen: so viel Technik, so viel Können, so viel Gemeinheit, alle Tennis-Register wurden gezogen. Hier sind viele auf der deutschen Rangliste vertreten. 2.500 Euro winkten dem Sieger, der Zweite war immerhin noch mit 1.800 Euro gut dabei, das war die Top-Motivation für jeden, an seine Grenzen zu gehen. Es wurde geschimpft, geflucht, an sich verzweifelt, aber auch gejubelt, gestöhnt und ein verlogenes „Sorry“ bei jedem für den Gegner unerreichbaren Netzroller gemurmelt. Geballte Faust bei jedem erkämpften Punkt, wutentbranntes Werfen des Schlägers nach dem vierten Ball zwei Millimeter hinter der Grundlinie, alles boten im Viertelfinale Mena, Lotter-Becker, Johann, Rehberg, Lang, Statham, Steinorth, Hoiss. Im Halbfinale war das Feld dann schon gesichteter, Hoiss schlug Lang und Mena Rehberg. So traten Mena und Hoiss, der Erst- und Zweitgesetzte, der eine 30., der andere 38. in der deutschen Rangliste, gegeneinander an. Und sie schenkten sich nichts vor der voll besetzten Zuschauertribüne und Vereinsterrasse, im schnellen Rhythmus gingen die Köpfe mit: harte Aufschläge, peitschende Returns und fast schon akrobatische Tenniseinlagen. Hoiss den ersten Satz im Tiebreak, Mena klar den zweiten und den entscheidenden dritten holte sich dann deutlich Hoiss.

Bei der Siegerehrung dankte Turnierdirektor Hauser allen Engagierten für die Organisation des Turniers, besonders aber Oberschiedsrichter Dr. Kisan, der in Ruhe und Kompetenz die wenigen Zweifelsbälle klärte. Auch der Tennisvorsitzende Weinig bescheinigte „seiner Truppe“ eine exzellente Organisation. Umgekehrt erhielten Hauser und der gesamte Verein viel Lob von Bürgermeister Vockel, der gleichzeitig auch als Schirmherr des Turniers fungierte. Er hoffe auf die 24. „TBB-Open“ im nächsten Jahr. Ähnlich äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Tauberfranken Vogel, auch im Namen der anderen Sponsoren, und verwies darauf, dass die Sparkasse der größte Sponsor im Bereich „Breitensport“ in Deutschland sei, deshalb werde auch im nächsten Jahr die Sparkasse wieder dieses Tennis-Event unterstützen. Beide Finalisten bedankten sich bei Organisatoren und Zuschauern und sagten auf Deutsch und Englisch: „Auf Wiedersehen, bye, bye, nächstes Jahr, next year!“

 

 

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Klaus Schenck

 

Fotos:

Sieger und Gratulanten, von links nach rechts: Weinig, Vockel, Mena, Hoiss, Vogel, Hauser, Hetzel, Paul.

Selbst eine Becker-Rolle gab es zu bewundern.

Fotos: Klaus Schenck