Huhu, ihr Lieben,

ich bin die Julia, eine der vielen ehemaligen Chefredakteurinnen der Financial T(’a)ime. Einige von euch werden mich kennen, die meisten jedoch eher nicht. Vor drei Jahren habe ich meine letzten Tage auf dem Wirtschaftsgymnasium in Tauberbischofsheim genossen und jetzt büffele ich Gesetze und Fälle in Aberdeen, Schottland.

Als mich Herr Schenck fragte, ob ich Interesse hätte eine „Julia-Kolumne“ für die Financial T(’a)ime zu schreiben, war ich sofort begeistert von der Vorstellung über das schreiben zu können, was mich interessiert und bewegt, ohne lästige Vorgaben irgendwelcher Dozenten und Professoren, sondern nach meinen eigenen Regeln. Fast. Meine Geschichten sollen euch ja schließlich interessieren, also gab mir Herr Schenck ein paar vage Richtlinien: „Lockerer Briefstil“ soll es sein. – Ich hab euch begrüßt, mich vorgestellt, also abgehakt. „Wenig Zahlen, wenig Fakten“ hieß es weiter. – Soweit steht eine Zahl in den ersten 150 Wörtern. Ups, das war noch eine. Ich hoffe, ihr verzeiht sie mir. „Wenig Politik“ stand als nächstes auf der Liste. – Hmmm… Das ist nicht so einfach, denn die letzte Vorgabe lautete: „persönlicher Stil“ und ich „persönlich“ bin nun mal ein sehr politischer Mensch. Ich verspreche euch, dass ich keine reinen politischen Analysen fachsimpeln werde, aber mit ein paar politischen Anekdoten werdet ihr euch zurecht finden müssen (Tut mir Leid, Herr Schenck!).

Soviel zum Schreibstil, kommen wir zur brennnenden Frage: Was erwartet euch? Zunächst muss ich die Klatschmäuler unter euch enttäuschen, ich werde mich nicht an einem deutsch-schottischen Experiment eines Gossip Girls versuchen und euch mit peinlich persönlichen Details der Schönen und Reichen versorgen. Zum einen lebe ich nicht auf der Upper Eastside (oder dem „Aberdonian“ Äquivalent dazu), meine Freunde fahren keine Limos und sind auch nicht Millionen schwer, und zum anderen, und vor allem, interessiere ich mich nicht für das Privatleben anderer und noch weniger finde ich es angemessen deren Liebesleben und Bettgeschichten breit zu schlagen. Also, kein Tratsch aus der Glitzerwelt.

Werde ich stattdessen das deutsche Äquivalent der Carrie Bradshaw, die mit euch getreu dem Motto „Sex and the Silver City“ ihre eigenen Bettgeschichten und die ihrer Freunde teilt? Auch da muss ich euch leider enttäuschen. Von mir werdet ihr keinen Sex bekommen, weder den, der in der Glitzerwelt Beziehungsdramen auslöst, noch der, der im Zimmer über mir die Hauswände zum Wackeln bringt. Also kein Tratsch, kein Sex. Was kann ich euch dann bieten?

Ich biete euch witzige und abenteurliche Geschichten, in denen ich Kulturunterschiede, Klischees und Stereotypen unter die Lupe nehme. Ich werde für euch das Geheimnis des Schottenrocks lüften und gucken, was sich dahinter oder viel mehr darunter verbirgt. Ich werde mich für euch die tiefen Abgründe der britischen Küche stürzen und „erkosten“, was ich dort vorfinde. Ich werde euch von den wilden Tieren Schottlands berichten, mit denen Menschen hier täglich um Nahrung kämpfen.

Im Juli werde ich dann die Kelten verlassen, um für euch exotischere Gebiete zu erkunden:
In Südamerika werde ich die Anden erklimmen, den Amazonas überqueren, mich durch den Dschungel kämpfen, auf den Galapagos Inseln tauchen und mit den Latinos bis in die Nacht Merengue tanzen. Und euch werde ich von all meinen Abenteuern und ihren Kuriositäten erzählen. Ich freu mich drauf. Ich hoffe ihr auch!

Eure Julia

Julia Spiesberger

juliaspiesberger [at] googlemail [dot] com