Das zweitägige Entscheidungs- und Orientierungsseminar „Best“ soll Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe helfen, sich durch den „Studienwahl-Dschungel“ zu kämpfen.Unter der Leitung von Frau Riesack-Bautz und Herrn Orth startete der erste Semi­nartag mit einer Begrüßung und anschließender Einführung in das bevorstehende Programm. Insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler von drei ver­schiedenen Schulen nahmen teil, überwiegend waren es Schüler der Jahrgangsstufe I.

Der erste Tag verlief sehr theoretisch, jeder Teilnehmer erhielt ein sogenanntes „Teilnehmerhandbuch“ und es wurden Stärken, Fähigkeiten und Interessen anhand verschiedener Übungen und Tests erarbeitet, welche quasi der Schlüssel zur richti­gen Wahl sind. Die Ergebnisse wurden alle in das „vorläufige Portfolio“ übertragen. Dies bot eine Übersicht über die verschiedenen Bereiche und bildete eine Art „Per­sönlichkeitsprofil“. Was zu Beginn sehr trocken erschien, erwies sich später aller­dings als echte Goldgrube, denn man musste sich hier ernsthaft mit Din­gen wie den eigenen Hobbys oder Interessen auseinander setzen, was man sonst eigentlich als selbstverständlich sieht. Man lernte sich dadurch selbst ein bisschen besser kennen und konnte viele Dinge jetzt auch viel einfacher nachvollziehen.

Das ganze Seminar war eher locker gehalten, man musste sich natürlich trotzdem an Vereinbarungen und Regeln halten, trotzdem war es nicht mit der typischen Schul­atmosphäre behaftet. Es wurden auch zwischendurch immer wieder kleine Spiele und Phantasiereisen eingebaut, welche die Stimmung lockerten und den doch sehr langen Tag schnell beendeten. Trotz der Lockerheit dieses Seminars mussten auch hier auf den nächsten Seminartag Hausaufgaben gemacht werden: Jeder musste verschiedene Übungen aus sei­nem Teilnehmerhandbuch zu Hause erarbeiten und ganz wichtig war der sogenannte „Orientierungstest“. Dieser ist online auszufüllen und muss in Baden-Württemberg sogar zu jeder Uni-Bewerbung beigelegt werden, ist also verpflichtend. Hierbei handelt es sich um einen in vier Blöcken gegliederten Test, welcher ca. 1,5 – 2 Stunden Zeit in Anspruch nimmt, doch die Zeit ist gut inves­tiert. Hat man sich durch die verschiedenen Blöcke gekämpft, erhält man ein wirklich klares Ergebnis über sich und seine möglichen späteren Studien- und Berufsfelder. Der Test ermöglicht ein sehr genaues Ergebnis, da er die verschiedensten Bereiche abdeckt, wie z.B. Mathema­tik, räumliches Denken und sprachliche Fähigkeiten.

Der „OT“ war auch Hauptinhalt des zweiten Seminartages, welcher im Gegensatz zum ersten Tag sehr praxisorientiert war. Nach einer kurzen theoretischen Phase gingen wir über zur Internetrecherche. Was ganz wichtig war: wir lernten als aller erstes, wie man überhaupt richtig recherchiert. Klar, jeder kennt diverse Suchma­schinen und weiß diese bestens zu nutzen, doch dem ist nicht so, wenn es sich um Themen wie die Studienwahl handelt. Es ist ganz einfach die Suchergebnisse auf das gewünschte Minimum einzugrenzen, wenn man die richtigen Internetseiten kennt. Herr Orth führte uns durch diese Seiten und danach war es unsere Aufgabe, zwei Berufsvorschläge des Orientierungstests näher zu erarbeiten.
Im Teilnehmerhandbuch war ein vorgefertigter Bogen, welcher uns Impulse zur Su­che lieferte, hier konnten auch die Rechercheergebnisse eingetragen werden. Nach diesem Seminarteil folgten anschließend eine kurze „Abschlussphantasiereise“ und ein Abschlussgespräch. Hier wurde deutlich, dass ein Großteil der Teilnehmer durch Best der Studienwahl ein großes Stück näher gekommen ist. Zwar wussten die aller wenigsten danach, was genau sie studieren wollten, doch das war auch nicht Sinn und Zweck des Seminars.

Ich persönlich fand diese beiden Tage auch sehr hilfreich, weil man einfach da ab­geholt wurde, wo man gerade stand, ganz egal ob ganz am Anfang oder dem Ziel schon ganz nah. Man hatte Experten an seiner Seite, welche ein offenes Ohr für Fragen aller Art hatten, und was ganz wichtig war, man hat das nötige „Know-how“ vermittelt bekommen. Egal ob es die Internetseiten waren, die uns gezeigt wurden oder die verschiedenen Anlaufstellen, ich fühle mich jetzt einfach besser vorbereitet auf das, was mich und viele andere in der nächsten Zeit erwarten wird.

Das Aufnehmen von Bildern war während des Seminars nicht erlaubt

 

Virginia Templeton

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