Tauberbischofsheim stand am Wochenende ganz im Zeichen des weißen Sports: an allen Orten über tausend weiß gewandete Karateka mit meist schwarzem Gürtel. Doch der Weiße Sport fand noch immer auf der Tennisanlage Tauberbischofsheim statt, auch wenn die Kleidung rot-weiß war.

Zackiger Start der Herren 1 gegen TC Hardheim 1960 1 auf sechs Plätzen, das Wetter drohte in wenigen Stunden zu kippen. Zackig waren die Einzel dann aber nicht, sondern hart umkämpft mit einem Vorteils-Tick für „Tauber“. Klare Siege für Pierre Schmiedecke und Lukas Fleck. Youngster Eike Hetzel verband jugendliches Durchhaltevermögen mit routinierten Tennis-Schlägen: nächster Sieg! Auch Alexander Hofmann ließ sich nicht lumpen, hängte sich voll rein, kämpfte stark: Sieg Nummer vier! Michael Keim verlor, – nur auf Platz eins wollte das Tennisspiel von Axel Vogt – ganz gegen seine üblichen Turbo-Siege – kein Ende nehmen. Er schaffte es, dass fast alle Einzel-Spieler zu Zuschauern wurden – eine beeindruckende Kulisse, fast wie bei den Tennis Open. Der intensive Wunsch der TBB-Zuschauer, doch endlich ein Erfolgsende dem langen Kampf zu machen, wurde dann zur Vogt-Tennis-Tat, damit war der Gesamtsieg schon vorzeitig gesichert: 5:1. Im Doppel sahnte das routinierte Duo Keim/Groß ab, Schmiedecke/Fleck verloren im 3. Satz/Tiebreak und die Jüngsten im „Tennis-Bunde“, Hetzel/Hofmann, powerten sich in drei Sätzen zum Sieg. Gesamtergebnis: 7:2.

Herren 40 setzten auf die biblische Geschichte „David gegen Goliath“. Sie hatten gegen den TC BW 1929 Eberbach 2 alles gegen sich: einen Mann weniger, d.h., ein Einzel und ein Doppel zählten bereits als verloren, Eberbach erster Platz, Eberbach Aufstiegs-Aspirant, man selbst mehrere Plätze darunter, – die Fahrt an den Neckar reine Benzinvergeudung… Doch die fünf „Tauber-Mannen“ erwiesen sich als bibelfest, sie hatten den Ausgang der biblischen Geschichte verinnerlicht: was damals geschah, werden wir heute wiederholen! Axel Vogt im üblichen Turbo-Tempo ersten Sieg eingefahren. Niko Götz hatte zwar nicht das Vogt-Tempo, aber das Vogt-Ergebnis: zweiter Sieg! Harald Hetzel wollte sich zur Sieges-Sonne seiner Vorgänger stellen, baute aber ein wenig Spannung ein: erster Satz klar gewonnen, dann Tiebreak-Krimi 7:6 Sieg! Bernd Pfeilschifter wählte seine eigene Variante: erst knapper Sieg, dann klare Niederlage, dann im Match-Tiebreak 10:7 Sieg! Alexander Gärtner ließ die total verblüfften Eberbacher ein wenig durchatmen, er verlor. Im Einzel führte „Tauber“ 4:2, ein Doppelsieg musste her, dann wäre alles in trockenen Tennis-Tüchern. Taktisch klug wurde das Doppel Vogt/Pfeilschifter auf den Platz geschickt und diese ließen dann nichts mehr „anbrennen“ und holten siegreich mit 6:4 und 6:2 den Gesamtsieg von 5:4. Dass Hetzel/Götz verloren, interessierte keinen mehr. Vor heimischem Publikum lag Eberbach total gebügelt im roten Sand!

Genau anders und ein wenig enttäuschend lief es bei den Senioren 65 gegen den aufstrebenden Aufsteiger TC Ladenburg. Bei schwülen Temperaturen wurde heiß gekämpft, drei Einzel erst im Tiebreak entschieden. Die ausgeglichene Bilanz nach der Einzelrunde 3:3 durch die Einzelsieger Reiner Hammer, August Horn und Gerd Gotthard. Im Doppel ein ähnliches Bild: eine Niederlage und ein klarer Sieg durch Gerd Gotthardt/Otmar Schäfer, also 4:4. Spannung, nicht nur Schwüle, lag in der Luft: Das Doppel Reiner Hammer/Bernhard Hess „roch“ zunächst nach Sieg: erster Satz 6:3, im zweiten Satz mehrfach Satz-Führung, am Ende eine 6:7 Niederlage. Im finalen Match-Tiebreak verließ die Kraft die Gäste, Gesamt-Niederlage 4:5, Enttäuschung pur!

Eine besondere Aufgabe hatten Damen 1 gegen TSG TC Gerlachsheim/TC Königheim: Was Herren verbocken, müssen Frauen ausbügeln! Letzte Woche verloren Herren 1 4:5 das Heimspiel gegen Gerlachsheim, jetzt war weibliche Ehrenrettung angesagt. Die Ehrenrettung im Herzen, den Schläger im Gepäck rückten Damen 1 im Nachbar-Verein an, den Schläger in der Hand, die Schlagkraft im Arm ging es zur Sache und die wurde knapp – wie bei den Herren. Lara Hucklenbruch, Stefanie Linhart, Melanie Ries gewannen, Sandra Popp, Valentina Vogt und Victoria Vockel verloren, also 3:3. Déjà-vu-Erlebnis, so stand es auch bei den Herren. Und jetzt wird aus dem kleinen Unterschied ein großer: Popp/Hucklenbruch und Linhart/Ries gewannen jeweils ihr Doppel und nahmen den 5:4 Sieg mit nach Hause.

Artikel/Fotos: KIaus Schenck

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