Unter dem Titel „Zukunft in der Gegenwart – regionale Betriebe“ werden in loser Reihe Unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Modernität und zukunftsweisende Unternehmenskonzeptionen. Der 5.Teil widmet sich der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG. Für das Gespräch standen Herr Hannig, Leiter der Unternehmenskommunikation, und Herr Ludwig, Leiter der Aus- und Weiterbildung zur Verfügung.

 

„Was hat mir diese Region für meine Zukunft zu bieten?“ – eine der vielen Fragen, die sich viele Schulabgänger und Ausbildungssuchende stellen. Die Antwort: erstaunlich viel und weit mehr als auf den ersten Blick ersichtlich.

Zugegeben: die ein oder andere Landstraße lässt zweifeln, ob man sich tatsächlich auf dem rechten Weg zu dem Technologieführer für energiesparende Ventilatoren und Motoren befindet – aber einmal angekommen verfliegen diese Zweifel schnell: Ein Plus an Mitarbeitern von 5 % und eine Umsatzwachstumsrate von über 13 % im vergangenen Jahr sind zwei Beispiele für die prosperierende, weltweit agierende ebm-papst GmbH & Co. KG.

Als „Erfolgs-Formel“ eignet sich wohl nichts besser als das Leitprinzip des Gründers Gerhard Sturm, dass jedes neu entwickelte Produkt seinen Vorgänger ökonomisch und ökologisch übertreffen müsse. Jährlich steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung, zuletzt der Aufbau einer „digitalen Denkfabrik“, Kooperationen mit der Hochschule Heilbronn/ Künzelsau und die jährliche Ausrichtung des Regionalwettbewerbs „jugend forscht“ bilden die Grundlage für die praktische Realisierung des Leitsatzes. Selbstverständlich könnten in diese Liste noch viele weitere Punkte aufgenommen werden, doch eines wird ganz deutlich: Bei ebm-papst ist das Bewusstsein für die Region Teil der „Unternehmens-DNA“. „Wir halten an den Menschen fest, die hier arbeiten“, konstatiert Herr Hannig.

Und sie vertrauen ihren Mitarbeitern, geben ihnen Verantwortung. Das zeigen zwei Beispiele sehr eindrucksvoll.

Zum einen das Azubiprojekt „Energiescouts“. Azubis begeben sich regelmäßig auf den Weg durch das Unternehmen, um mit Wärmebildkamera und Druckluftmessgeräten Energieverschwender in der Produktion zu identifizieren. Dafür ging es sogar mal in die USA, um es den Kollegen dort zu erläutern. Das zweite Beispiel ist nicht von minderer Bedeutung: Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, insbesondere im Verwaltungsbereich. Angestellte können täglich zwischen 5 und 22 Uhr kommen und gehen wann sie es möchten – die Summe der Stunden muss nur in einem größeren Zeitraum passen. „Wir wollen zu ergebnisorientierter statt präsenzorientierter Arbeitszeit kommen“, kommentiert der Leiter für Unternehmenskommunikation. Um es auf den Punkt zu bringen: Es werden Möglichkeiten der individuellen Entfaltung und mehr Spielraum für das Privatleben bei gleichzeitiger Förderung geboten, um von den Mitarbeitern auch ihren Anteil für den Erfolg fordern zu können.

Auch das Unternehmen fragt sich bei einem neuen Auszubildenden: „Was kann er/sie uns bieten?“ Doch für die Antwort steht zunächst die Frage: „Was können wir ihm/ihr anbieten?“ im Vordergrund

Und Ausbildungssuchende könnten im Gegenzug die Frage zulassen: „Was kann ich dieser Region bieten?“ Ich bin mir sicher, hier hat jeder eine Antwort parat.

Artikel: Pascal Frank
Bilder: ebm-papst