Unter dem Titel „Zukunft in der Gegenwart – regionale Betriebe“ werden in loser Reihe Unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Modernität und zukunftsweisende Unternehmenskonzeptionen. Der 4.Teil widmet sich Stadtwerk Tauberfranken GmbH. Für ein Gespräch stand der Geschäftsführer Paul Gehrig persönlich zu Verfügung.

„Wertschöpfung in der    Region für die Region“

Welche Unternehmenskonzeption könnte zukunftsorientierter sein als die Arbeit rund um die erneuerbaren Energien? Vor allem in diesen Zeiten der Klimaschutzkonferenzen, Umweltschutzplänen und veralteten Meiler! Ein Thema, das die Gemüter erhitzt, ein Thema, das global Politik-Eliten für sich vereinnahmt haben – aber vor allem ein Thema, das lokal in kleinen Haushalten anfängt.

Irgendwo müssen schließlich jene politischen Entscheidungen in reale Maßnahmen transformiert werden; und ein Blick in unseren Landkreis verrät, wo das zu großen Teilen geschieht: das Stadtwerk Tauberfranken ist ein entscheidender Anbieter rund um die Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Wärme. Und mit dem 2. Platz beim Zukunftspreis „Ausbildung – Karriere daheim“ scheint das Unternehmen wie zugeschnitten auf diese Artikelserie.

Fragt man Herrn Gehrig, den Geschäftsführer der Stadtwerk Tauberfranken GmbH, nach der ‚Formel des Unternehmenserfolges‘, wird er schnell präzise: „Wir generieren unsere Wertschöpfung in der Region und für die Region.“ Es ist jene besondere Verbundenheit, welche sich vor allem in der Kundenbeziehung widerspiegelt. In diesem Kontext spricht Herr Gehrig von einem „starken Netzwerk“, in das man eingebunden sei. Das beste Beispiel bietet hier wohl das verbraucherorientierte ‚Fair-Preis-Prinzip‘, welches zwischen dem Single- und den Familientarif unterscheidet und nach dem jeweils günstigeren automatisch abrechnet. Ein starkes Vertrauensverhältnis zeigt sich aber auch auf vielfältige Weise in der Beziehung mit Arbeitnehmern, hierzu der Geschäftsführer: „Es gibt keine Stechuhr – jeder notiert seine Arbeitszeit selbst und kann mit seinem Team abstimmen, wann er morgens beginnt.“ Es sind diese Bedürfnisse der Arbeitnehmer – nach Freiheit in der Entwicklung, nach Flexibilität und einer ausgeglichenen ‚Work-Life-Balance‘ – denen die Unternehmensleitung entgegen kommen möchte. Das spiegelt sich in der niedrigen Fluktuationsrate von 1-2%, bezogen auf das Jahr, wider.

Und auch in der hohen Ausbildungsquote von 10-11%. Besonders begehrt sind dabei die kaufmännischen Ausbildungsberufe und die dualen Studiengänge, wobei es seit kurzem den neuen Studiengang ‚Wirtschaftsingenieurwesen‘ sogar mit dem Profil ‚Energie‘ gibt. Es fällt also nicht schwer zu glauben, wenn der Geschäftsführer der GmbH davon spricht, dass das Stadtwerk immer versucht, am Ball zu bleiben, was die Attraktivität des Arbeitsplatzes gerade für junge Leute betrifft. „Wir wollen für einen möglichst breiten Horizont während der Ausbildung sorgen“, so Herr Gehrig. Azubis durchlaufen nicht nur jede Abteilung – das ist Standard – sondern sie wechseln auch mal zu anderen regionalen Unternehmen wie ‚Wittenstein‘. Darüber hinaus können einzelne Qualifizierungsprogramme besucht werden. Ein „breiter Horizont“ heißt eben auch, über Berufsinhalte hinauszugehen und so werden junge Angestellte auch unterstützt, wenn sie bestimmte Projekte im Team anpacken möchten. Jüngstes Beispiel ist die Erstellung eines Fragebogens über die Nutzung sozialer Medien, welcher beim Stadtlauf in Bad Mergentheim verteilt wurde. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Auswertung“, kommentiert Herr Gehrig. Ergänzend finden weitere Kooperationen statt, wie das Engagement mit den ‚Kreativen Köpfen‘ und dem ‚Girls Day‘, an welchem eine junge Auszubildende in den Beruf ‚Fachkraft Wasserversorgungstechnik‘ Einblicke gewährt.

‚Zukunft in der Gegenwart‘: ein attraktiver, flexibler Arbeitsplatz, das große Thema der Zukunft (erneuerbare Energien) und trotzdem bodenständig und regional verankert: die Stadtwerk Tauberfranken GmbH.

Artikel: Pascal Frank

Fotos: Stadtwerk Tauberfranken