„Ihr stellt euchxxIMG_1331 jetzt auf den Campus da unten, nehmt keine Rücksicht auf die anderen Studenten und tragt ganz laut euer Gedicht vor!“ Keiner der Schüler des Psychologie-Kurses von Klaus Schenck am Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim ahnte auf der Fahrt an die „Akademie für Innovation und Management“ (aim) in Heilbronn, dass diese Anweisung des Seminars zur freien Rede auf ihn wartet und dass er es auch erfolgreich tun wird. Schenck bewarb sich für seinen Kurs um dieses, von der Schwarz-Stiftung finanzierte Tages-Seminar. Im Zentrum dIMG_1321es diesjährigen Psychologie-Kurses der Klasse 13 stehen Präsentationen am Activboard zu Menschenkenntnis und selbständig gewählten Themen. Hierbei geht es nicht nur um die Zukunfts-Kompetenz der Präsentationstechniken, sondern auch um Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein, aber auch in den Gesprächen um die existentiellen Fragen: woher komme ich, wo stehe ich, wohin gehe ich, die zentralen Fragen vor dem Übergang an die Universität, Fachhochschule oder in die duale Ausbildung. Das Thema „freie Rede“ wurde vom Kurs gewünscht, es ergänzte in idealer Weise die Gesamtkonzeption des Unterrichtes. Die „Präsentations-Meisterklasse“ hatte schon extrem viel Übung, TraiIMG_1370ning, Routine, sodass an der eigenen Schule nicht mehr so viel Neues geboten werden konnte, von daher verfugten sich in dem Seminar von Frank Osterkamp Bekanntes mit Neuem, Geübtes mit Überraschendem, Routiniertes mit „Verrücktem“. Osterkamp holte geschickt die Schülerinnen und Schüler bei ihren Kenntnissen ab, ergänzte diese und forderte zunächst eher leichtere Aufgaben. Die Steigerung, die wirkliche Mutprobe kam mit dem Vortrag eines Vierzeilers auf dem großen Campus der Akademie.IMG_1360 Osterkamp bereitete die Schüler gekonnt darauf vor: „Glaubt ihr, die Studenten da unten werden sich an euch heute Abend erinnern? Wovor habt ihr denn Angst?“ Obgleich die Schüler durch den Kurs trainiert waren, vor Video-Kamera, Bild-Kamera, Mikrofon zu referieren, der Gedicht-Vortrag auf einem Akademie-Campus sprengte absolut das Schul-Übliche. Schüchternheit, Peinlichkeit, Scham mussten überwunden werden, um danach zur einhelligen Meinung zu kommen: „Es war doch gar nich t so schlimm!“ Osterkamp gelang es zusätzlich, solch eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, dass die Schüler in einer Übung sehr persönlixIMG_1481che Momente der Freude, des Glücks erzählten. Aber auch an diesem Punkt konnte der Dozent auf Bekanntes zurückgreifen. Vor Kursbeginn am Mittwochnachmittag berichtet immer einer, was ihn in dieser Woche glücklich gemacht hat. Ziel ist es, einen Perspektivwechsel hin zur Dankbar¬keit zu gewinnen. Beim aim-Seminar wurde dieser Aspekt der Dankbarkeit nochmals deutlich ausgebaut. Am Seminar-Ende stand die Anerkennung aller für Frank Osterkamp. Sein Seminaransatz deckte sich in idealer Weise mit dem „Stärken-Seminar“-Ansatz von Klaus Schenck. Diese Einheit von Unterricht an der Schule und Seminartag an der aim-Akademie erklärt den Erfolg, aber auch die Nachhaltigkeit dieser gemeinsamen Stunden.

Informationen: http://www.klausschenck.de/ks/psychologie/index.html

xIMG_1389Artikel: Eva Hock

Fotos: Klaus Schenck