xTG Roboter (13)

Programmieren ist langweilig, schwer, viel zu kompliziert und Programmierer wissen manchmal schon gar nicht mehr, wie der Himmel aussieht. Auch wenn Letzteres manchmal wahr ist, so isxTG Roboter (16)t Programmieren doch alles andere als langweilig. Denn Programmieren ist bei weitem nicht nur begrenzt auf das Schreiben von öden Programmen, die man in Informatikkursen nur zuhauf vorgesetzt bekommt. Man kann mit ein paar Zeilen Programmcode noch viel mehr anstellen, zum Beispiel einen humanoiden Roboter dazu bringen, Tai Chi Chuan zu tanzen, zu singen oder auch, wie man Liegestütze macht. Das ist es, was die Schüler des Technischen Gymnasiums (TG) aus Tauberbischofsheim seit diesem Jahr im Informatikkurs lernen. Videos von den kleinen, japanischen Robotern, die von irgendwelchen Cracks gebaut werden und sich dann in kleinen Arenen gegenseitig  den Kopf einschlagen oder Fußball spielen, sollte jeder schon mal irgendwo im Internet gesehen haben. Der kleine Roboter, den das Technische Gymnasium zur Verfügung hat, ist der erste humanoide Roboter von Aldebaran, der japanischen Firma, die sie herstellt. Momentan gibt es nur sieben tausend Stück davon.

Und auch, wenn man dem kleinen Roboter Paul vom TG nun höchstwahrscheinlich kein Karate beibringen und ihn an Hahnenkämpfen teilnehmen lassen wird, so kann man doch einige coole Sachen mit ihm anstellen, z.B. ihm beibringen, sich in einem Raum zurechtzufinden, auf Geräusche und seine Umgebung zu reagieren oder sich schlichtweg ganze Bewegungsabläufe zu merken und diese dann auf Befehl wieder auszuführen – und das im Rahmen eines ganz normalen Unterrichts.

Um bei xTG Roboter (24)diesem Unterricht etwas zu verstehen, muss man außerdem nicht gerade ein Mark Zuckerberg sein. Selbstverständlich lernt man etwas über die Grundlagen des Programmierens, aber das ist weder sonderlich kompliziert noch sonderlich trocken. Immerhin hat man ja vor Augen, dass dieses Wissen an einem echten Roboter angewendet werden kann. Und dieses Wissen kann einem auch, je nach späterem Berufswunsch, nützlich sein. Wir arbeiten schon seit dem Zeitalter der Industrialisierung darauf hin, dass Maschinen uns immer mehr von unserer Arbeit abnehmen. Es wird vielleicht nie so sein, dass wir in Restaurants nur noch von Robotern bedient werden oder wir uns gegen aufständische Roboterarmeen zur Wehr setzen müssen wie in „Matrix“ oder „I, Robot“, allerdings wird sich diese Technologie doch stetig weiterentwickeln. Und was für Berufsaussichten könnten interessanter sein als jene, die die Welt, in der wir leben, vollkommen verändern könnten. Vor über siebzig Jahren füllten Computer noch ganze Räume, heute haben wir sehr viel leistungsfähigere Geräte in unserer HosentaxTG Roboter (37)sche. Wer sich also schon immer mal den Traum erfüllen wollte, mit einem zehntausend Euro teuren japanischen Roboter herumzuexperimentieren, für den ist dieser Kurs wohl genau das Richtige.

Also, auch wenn es vielleicht noch nicht den allerbesten Ruf besitzt und viele von dem Gedanken abgeschreckt werden, es könnte zu schwer für sie sein: technische Berufe sind nicht anders als andere Berufe. Sie haben ihre Vor- und Nachteile. Bevor man sich also aufgrund von Vorurteilen davor abschrecken lässt, sollte man sich erst mal damit befassen. –

Und außerdem sind Roboter cool!

Artikel: Raphael Schmid

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Fotos: Johannes Hunecke