Lange genug berichtete ich von unse­ren Gipfelstürmen, von unseren Prei­sen und hochtragenden Einladun­gen…, aber was steckt dahinter? Was macht ein erfolgreiches Team aus? Was machte die „Financial T(’a)ime“ (FT) so groß?

Eigentlich verrät der Begriff „Team“ schon einiges. Aus unserer Sicht endete unsere Zusammenarbeit 1 (3)nie mit dem Abarbeiten unserer Tages­ordnung, wir waren mehr. Angefangen bei gemeinsamem Eisessen oder Kaffeetrinken dehnten sich unsere Redaktionssitzungen bald bis in die späte Nacht aus. „Ich komme so gegen 23 Uhr wieder heim“, erklärte ich meiner Familie, nicht, weil wir uns völlig überarbeitet hätten, sondern einfach, weil wir die Abende gemein­sam ausklingen lassen wollten. „Teambildung geht durch den Magen“, könnte es heißen… oder vielleicht doch viel mehr durch die gemein­sam verbrachte Zeit. Die FT war so nicht nur eine Redaktion, sondern ab 20 Uhr wie eine kleine Familie von Klatschrunde bis Kummerkasten.

Zum Abschluss einer Besprechung mit einem Gast sprach dieser seine Be­wunderung für unsere Teamarbeit mit einem Satz aus, den ich nicht mehr vergessen habe:2 (2) „Ich war total per­plex, wie ihr sogar eurem Lehrer widersprecht!“ Sind wir also unfreund­lich? Stellen wir die Autorität unseres beratenden Lehrers, Klaus Schenck, in Frage? Ich würde lieber sagen, in der FT gab es keine Hierarchie. Wir bestanden zwar aus Lehrern und Schülern (genauer gesagt Beratung, Administration,  Chefredaktion, Re­daktion, Technik, Fotograf,…), wobei jeder sein klares Aufgabengebiet hatte, aber jeder trug seine Gedanken in die Bespre­chungen mit ein und so entstanden aus dem Nichts große Dinge.

Ebenso nahm keiner ein Blatt vor den Mund, wenn es um die Korrektur der Artikel unseres Deutschlehrers ging. Alle Artikel, die ihr zu lesen bekommt, wurden kontrollgelesen und auch, wenn Herr Schenck gerade einen Artikel für die Zeitung schreibt, sind wir Schüler im Spiel. Nebenbei ge­sagt, Schüler sind harte Kritiker. ;)

Genug Freiheiten und lockeres Bei­sam3 (2)mensein. Ein Team funktioniert natürlich nicht gut, nur weil man zu­sammen lachen kann und jeder je­dem widerspricht. Nun kommen die bei Schülern unbeliebten Begriffe ins Spiel.  Teamarbeit bedeutet ebenso Struktur und Planung. Für jede unserer Sitzungen oder sonstigen Aktionen gab es eine Tagesordnung mit den anstehenden Aufgaben.  Diese wurde zuerst durchgesprochen, bis jeder wusste, was seine Aufgabe war, und dann Punkt für Punkt abge­arbeitet. Wer in unsere kleine FT-Familie einheiraten wollte, musste zuerst die Verpflichtungserklärung unterschreiben und die dreimonatige Prob4ezeit bestehen. Mit dieser Erklä­rung bekennt man sich bereit dafür, dass man nicht nur mit halbem Herz dabei ist. Präzision, Perfektion, Präsenz, unsere drei Ps bedeuteten für uns das tägliche Abrufen und Beant­worten der Mails, um auf dem Laufenden zu sein, Bereit­schaft mitzuwirken und sich einzu­bringen, das Ausschalten des Handys als Kommunikationskiller und Stör­faktor, das Tragen des FT-T-Shirts und die Anwesenheit bei zahlreichen Veranstaltungen, - wir standen dahin­ter.

Besonders in den letzten Jahren wurde der Zusammenhalt der FT stark auf die Probe gestellt. Die Folge davon waren Krisensi5 (2)tzungen, ewige Gespräche und zahlreiche Tränen, aber wir haben uns nach jedem Tief­punkt wieder zusammengerafft und uns gegenseitig auf die Beine gehol­fen.

Wenn wir nun nach der Definition gehen, sagt „Team“ nun doch nicht so viel über die FT aus, es war mehr als nur der Zusammenschluss mehrerer Personen. FT bedeutete nicht nur harte Arbeit, strenge Regeln und Aufgaben, wie es für zahlreiche Per­sonen zu wirken scheint, die nie ver­standen haben, wieso ich mir kein tolleres Team hätte vorstellen können. „Team“ bedeutete für die FT nicht Zusammenschluss, sondern Zusam­menarbeit, Gemeinschaft und Freundschaft.