Studierende informieren Schüler über das Studium in Würzburg und ihren eigenen Studiengang: Das ist das Prinzip von uni@school. Jetzt kooperiert das Projekt mit einer der führenden Online-Schülerzeitungen in Süddeutschland.

 

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Die Redaktion der Schülerzeitung Financial T(`a)ime mit ihrem Lehrer Klaus Schenck (vor­dere Reihe). Ganz rechts: Kathrin Schaade. Hinten (v.l.): Barbara Sponholz, Josef Wilhelm und Hendrik Beierstettel, Leiter der Zentralen Studienberatung. (Foto: Gunnar Bartsch)

Eine Schülerzeitung hat jedes Gymnasium. Eine Schülerzeitung mit angeschlossener On­line-Redaktion – das gibt es schon seltener. Wenn es sich dann auch noch um die nach ei­genen Angaben größte Online-Schülerzeitung im süddeutschen Raum handelt, muss es wohl die Financial T (`a)ime sein, die Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule – einem wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium – in Tauberbischofsheim.

Ab sofort kooperieren Financial T (`a)ime und die Universität Würzburg – genauer gesagt: Das Projekt uni@school der Zentralen Studienberatung. Hinter uni@school steckt die Idee, dass es Schülern sehr viel leichter fällt, ihre Fragen zum Studium mit einem annähernd gleichaltrigen Studierenden zu besprechen, als mit dem Professor in der offiziellen Sprech­stunde. „Mit Studierenden läuft der Kontakt auf Augenhöhe. Da stellt man auch mal Fragen, die man einem Professor nie stellen würde“, sagt Kathrin Schaade, die Verantwortliche von uni@school.

 

Das Projekt uni@school  

Deshalb arbeiten seit Oktober 2010 sogenannte Studienscouts für uni@school. Sie gehen in Schulen und berichten dort Schülern aus den Oberstufen über ihren eigenen Studiengang und über das Leben als Student. Natürlich erzählen die Botschafter nicht nur Persönliches. Teil ihres Vortrags sind immer auch Informationen über die Uni Würzburg, das Studienange­bot, die erforderlichen Voraussetzungen für den jeweiligen Studiengang, Fristen und Termine und Ähnliches mehr. Dafür wurden sie vorab eigens geschult; dazu haben sie extra ein Prä­sentationstraining durchlaufen. Das Projekt wird unterstützt vom Nanonetz Bayern e.V. und der Bundesagentur für Arbeit.

Mehr als 20 Studienscouts machen derzeit bei uni@school mit. Das Fächerangebot reicht von Anglistik über Medizin bis zur Wirtschaftswissenschaft. Und jetzt stellen die Scouts ihr Wissen auch den Besuchern der Homepage von Financial T (`a)ime zur Verfügung. „Sie liefern Texte für die Homepage, in denen sie ihr Studienfach vorstellen und über ihr Stu­dienleben berichten. Des Weiteren stehen sie per E-Mail für Fragen der Schüler zur Verfü­gung“, erklärt Kathrin Schaade. Elf Texte stehen bereits online, zwei weitere hat Schaade jetzt der Redaktion bei einem Treffen im Senatssaal überreicht – Nanostrukturtechnik und Pädagogik beziehungsweise Sonderpädagogik.

Das Angebot könne dazu beitragen, dass Schüler nicht mit falschen Vorstellungen an die Universität kommen und dann nach ein oder zwei Semestern das Studium enttäuscht abbre­chen, sagte Josef Wilhelm, Leiter des Präsidialbüros der Universität Würzburg und dort für die Kooperation von Uni und Schulen verantwortlich. Das Risiko, sich falsch zu entscheiden, werde durch den Einsatz der Studienscouts gesenkt, ergänzte Vizepräsidentin Barbara Sponholz.

 

Die Online-Schülerzeitung

Rund 500 Leser surfen täglich auf den Seiten der Online-Schülerzeitung, erklärt Klaus Schenck, beratender Lehrer bei Financial T (`a)ime. Dass dies nicht alles Schüler der Kauf­männischen Schule Tauberbischofsheim sind, zeige eine Auswertung der Besuche: Die kommen aus ganz Baden-Württemberg und Bayern. Sie finden auf den Seiten neben den Texten der Studienscouts Berichte über Auslandsaufenthalte, Tipps zur Bewerbung, einen Mode-Blog , Stellenanzeigen und jede Menge Informationen, die für Schüler noch von Inte­resse sein könnten. Filme, die zur Vorbereitung auf das Abitur dienen, sind der Renner: Mehr als 100.000 Mal wurde einer von ihnen bislang angesehen, so Klaus Schenck. Und natürlich ist Financial T (`a)ime inzwischen auch auf Facebook zu finden.

Eine Online-Ausgabe, Facebook und dann immer mal wieder ein gedrucktes Werk: Wie sieht die überwiegend weiblich besetzte Redaktion den Spagat zwischen alten und neuen Me­dien? „Ich finde die Printausgabe klasse“, sagt Chefredakteurin Debora Eger. Das sei „eine ganz andere Art sich zu präsentieren“, mit der man ein ganz anderes Publikum erreiche – beispielsweise weil man das Heft per Post verschicken oder in den Wartezimmern von Arzt­praxen auslegen könne. Allerdings teilt auch sie die Meinung von Klaus Schenck, dass Schüler online besser zu erreichen sind. Und jetzt auch die Studienscouts von uni@school.

 

Kontakt

Kathrin Schaade, T: (0931) 31-83917, kathrin [dot] schaade [at] uni-wuerzburg [dot] de