USA: Volleyballcoach für 7 Wochen


Mein Name ist Stefan Reinhard, ich bin 18 Jahre alt und besuche zur Zeit das Wirtschaftsgymnasium in Tauberbischofsheim. Da ich mich in den letzten Jahren immer stärker für die englische Sprache interessiere, überlegte ich, wie ich meine englisch Kenntnisse effektiv und günstig verbessern kann. Bisher war ich im Fach "Englisch" eher im Mittelfeld angesiedelt. Dies lag wohl daran, dass ich, wie die meisten meiner Schulkollegen, nur das Nötigste für dieses Fach tat. Ich durchforstete also das Internet nach brauchbaren Austauschprogrammen oder Ähnlichem. Die meisten Angebote waren jedoch zu teuer. Anfangs dachte ich an Neuseeland oder Australien. Beides lag jedoch weit über meiner Preisvorstellung. Schließlich fand ich die Seite campamerica.co.uk. Die Organisation gehört zu AIFS (American Institute For Foreign Study). Von beiden Organisationen hatte ich noch nie gehört. Ich kontaktierte also ein paar Jugendliche per email die bereits mit dieser Organisation unterwegs waren, da mir ein 7-wöchiger Amerika Aufenthalt für 200-300 Euro sehr seltsam vorkam. Ich war überrascht, nicht einer konnte etwas Negatives über "campamerica" berichten. Ich bewarb mich also und erhielt auch sofort ein Termin für ein Interview, welches in der Nähe von Würzburg stattfand. Eine Frau stellte mir ein paar Fragen auf Englisch und wir unterhielten uns ein wenig über mich, meine Famlie und meine weiteren Ziele. Auch das hatte ich mir schlimmer vorgestellt.. Kurz darauf bekam ich eine Mail, in der bestätigt wurde, dass meine Bewerbung ausreichend sei und dass man mir sogar schon jetzt einen Job in einem Sommercamp garantieren könne. Welches Camp oder was für einen Job war bis dato noch nicht bekannt. Lediglich das Abflugdatum wurde auf den 28. Juni festgelegt. Ca. 2 Wochen vor Abreise bekam ich endlich Gewissheit.
Eine Frau namens Shelley rief mich an, um mir einen Job als Volleyballtrainer in einem jüdischen Sommercamp anzubieten. Zunächst war ich wieder etwas skeptisch, da ich bis zu diesem Sommer nicht wirklich viel über die jüdische Kultur wusste. Dies sollte sich jedoch bald ändern. Ich nahm das Angebot am darauf folgenden Tag an. Schließlich war dies auch mein Wunsch in der Bewerbung, irgendwo im Sportbereich als Trainer arbeiten zu können. Dass es auch noch in meiner Lieblingssportart "Volleyball" war, machte das Ganze perfekt. So ging es also los.
Bereits auf dem Flug lernte ich vier weitere Jugendliche kennen, welche mit derselben Organisation unterwegs waren. In New York angekommen warteten etwa 30 weitere Jugendliche auf den Bus von "campamerica", welcher uns zu einem Hotel bringen sollte. Um 24 Uhr erreichte ich schließlich nach einem langen, langen Tag das Ramada Hotel. In diesem Hotel hatte ich auch den letzten persönlichen Kontakt zu Deutschen, denn am nächsten Morgen war man auf sich alleine gestellt. Man hatte die Anschrift von dem Camp und wusste, wo man mit welchem Bus weiterfahren kann. Zufällig mussten noch 5 weitere Jugendliche nach Pennsylvania und somit war ich eigentlich nie allein.
Nach einer mehrstündigen Busfahrt war ich endlich in einer Stadt so groß wie Tauberbischofsheim angekommen. Ein Fahrer von meinem Camp wartete bereits auf mich und brachte mich endlich ans Ziel. CAMP NESHER! Abgeschnitten von der Umwelt, jedoch mitten in einer sehr schönen Landschaft. Wir hatten sogar unseren eigenen See und einen Swimming Pool. Außerdem war es von den sportlichen Anlagen einfach der Wahnsinn. Es gab drei Basketballplätze, ein Fußballfeld, ein Baseballfeld, zwei Hockeyfelder, drei nagelneue Tennisplätze und zu guter Letzt meine beiden Volleyballfelder. Alles in einem top Zustand. Unsere Zelte hingegen waren eher etwas dürftig, jedoch gewöhnte ich mich schnell an die rustikale Unterkunft.
img1In unserem Dorf mit 10 Zelten lebten etwa 40 Jugendliche aus aller Welt. Ich lebte zusammen mit Arles aus der Dominikanischen Republik, Eron aus Venezuela und Andriy aus der Ukraine Die ersten paar Tage wurde nur aufgebaut und alles hergerichtet. Man musste auch mal anpacken können, ich habe nicht ausschließlich als Volleyballtrainer gearbeitet. Jedoch hat es im Großen und Ganzen immer Spaß gemacht. Schnell fand man neue Freunde aus aller Welt. Angefangen bei Neuseeland über Vietnam bis hin zu Kolumbien. Da man den ganzen Tag mit diesen Jungs und Mädels verbringt, werden diese zu sehr guten Freunden. Ich stehe mit vielen von ihnen noch in Kontakt. Man erlebt zahlreiche lustige, aber auch traurige Dinge. Man arbeitet auch nicht jeden Tag. Einmal die Woche hat man mindestens frei und kann seinen Tag mit den anderen am See verbringen. Aber auch an normalen Tagen hatte ich genügen Freizeit.
Während meines Campaufenthalts machten wir 2 Ausflüge. Einer ging zu den Niagara Wasserfällen und bei einem ging's nach New York. Es wurde eigentlich auch nie langweilig. Man konnte sich ja immer auf Englisch mit den anderen unterhalten und so viele neue Dinge erfahren. Die meisten Jugendlichen waren Studenten. Ich war der einzige Schüler und nur eine Neuseeländerin war jünger als ich. Viele waren aus dem gleichen Grund in dem Camp wie ich. Sie wollten etwas vom Land sehen, ihr Englisch verbessern und nicht allzu viel dafür bezahlen. Mein Tag im Camp sah beispielsweise so aus:

9.00 Uhr: aufstehen und frühstücken im Speisesaal.
9.50 Uhr: die ersten Kids kommen zum Volleyball spielen.
12.00 Uhr: Mittagessen + Pause.
14.30 Uhr: Noch einmal ein paar Kids unterrichten.
18.30 Uhr. Feierabend + Abendessen.

Meisten hatte ich 4 bis 5 Stunden am Tag zu arbeiten. Alles in allem war es eine sehr gute und schöne Erfahrung fürs Leben. Mein Englisch hat sich in dieser Zeit enorm verbessert. Außerdem weiß ich nun bestens über die jüdische Kultur Bescheid. Ich kann es jedem Schüler bzw. Stundenten wärmstens empfehlen. Erstens hat es letztendlich wirklich nur 300 Euro gekostet und zweitens hat es sehr viel Spaß gemacht. Nur eines sollte mitgebracht werden: Sehr viel Spontanität und Gelassenheit. Wer sich hier zu viel Sorgen macht, scheitert garantiert!
Außerdem besteht die Möglichkeit nach dem Campaufenthalt noch weiter zu ziehen. Ich bin beispielsweise noch mit meinem neuen Freund aus Schottland und einer Neuseeländerin nach San Francisco für eine Woche.

ArtikelschreiberArtikel: Stefan Reinhard MailStefan2211@arcor.de







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