Kulturelle Bereicherung durchs Ausland


Wir leben so - und sie leben anders! Kulturen und Sitten sind meist von einem Land zum anderen oft sehr unterschiedlich. Kulturen unterscheiden sich vor allem durch die Lebensweise der Menschen. Die Lebensweise wird - je nachdem, welcher Kultur man angehört, - sehr stark von den Werten, die sie vermittelt, geprägt. Doch lohnt es sich wirklich neue Kulturen kennenzulernen?

Ander Länder, andere Sitten. Dieses Sprichwort kennt jeder nur zu gut. Jedes Land beherbergt seine eigenen Kulturen und Traditionen, die es einzigartig und unverwechselbar machen. Egal, ob es der Schüleraustausch, der Sommerurlaub oder einfach nur ein Besuch bei Freunden im Ausland ist, inzwischen hat jeder die Möglichkeit sein Heimatland zu verlassen, neue Länder zu erkunden und sich mit der dortigen Mentalität vertraut zu machen. Doch oftmals sind es gerade die Traditionen und verschiedenartigsten Kulturen, die uns seltsam erscheinen, befremdend wirken.

Wussten Sie beispielsweise, dass in Russland auf dem Teller zurückgelassenes Essen als Kompliment für den Koch aufgefasst wird? Dass in Indien die linke Hand als unrein erachtet wird und es eine Beleidigung ist, mit dieser eine Person zu berühren? Oder dass eine Einladung eines Ägypters meist nur dann ernst gemeint ist, wenn er sie nach zweimaligem Ablehnen ein drittes Mal ausspricht? Kaum vorstellbar, aber wahr. Um diese kulturellen Unterschiede deutlich darzustellen, habe ich mir in der untenstehenden Tabelle ein Beispiel herausgegriffen, an welchem ich nun die verschiedenen Verhaltensweisen in den jeweiligen Ländern bei der Begrüßung erläutere:

LAND:
BEGRÜSSUNG:
FRANKREICH
Der für Frankreich so typische Handkuss ist schon längst aus der Mode. In diesem Land sollte den Damen bei der Begrüßung nur ein angedeuteter Kuss auf die linke und rechte Wange gegeben werden, wohingegen in manchen Regionen auch bis zu vier Küsse Normalität sein können.
CHINA
Ist man in China zu Besuch, genügt ein Händedruck vollkommen. Man sollte jedoch darauf achten, dass er nicht zu kräftig, sondern eher locker bis weich ist.
Zudem ist es enorm wichtig, dass nicht die Dame, sondern der Ranghöchste immer zuerst begrüßt wird.
Achtung: Wenn Sie neue Leute vorstellen, niemals mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigen, dies empfinden die Chinesen als extrem beleidigend. Besser: Die ganze Handfläche benutzen.
INDIEN
In Indien gibt es nicht relativ viel zu beachten: Touristen müssen sich lediglich merken, dass zwar ein Handschlag bei der Begrüßung ausreicht, dieser aber nicht zu fest sein sollte. Kräftiges Händedrücken ist in Indien unhöflich.
LATEINAMERIKA
(KOLUMBIEN)
Die Kultur in Lateinamerika erfordert bei der ersten Begegnung nicht nur einen Handschlag, sondern auch ein zärtliches Klopfen auf die Schulter.
Frauen werden von Männern nur mit zwei oder drei angedeuteten Wangenküssen begrüßt - und dies auch nur, wenn man sie gut kennt.
Sind die Frauen untereinander, ist das gar kein Problem, sie geben sich häufig zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange
USA
"How are you?"- die typische Anrede bei der Begrüßung in den Vereinigten Staaten. Kurz und schmerzlos sollte man hierauf antworten, am besten mit "I'm fine, thank you". Der Händedruck sollte kurz und fest sein. Seien Sie offen, aufgeschlossen und positiv gestimmt und beklagen sie nicht ihr ganzes Leben, das kommt definitiv besser an.

Unzählige Religionen, fremde Bräuche, alte Kulturen, andere Lebenseinstellungen und Gewohnheiten, verschiedene Hautfarben - ein Land lernt man erst dann wirklich kennen, wenn man alles Neue und Unbekannte hautnah miterlebt, wenn man offen für Neues ist und zulässt, dass das eigene Ich kulturell bereichert wird, auch wenn manchmal der ein oder andere Kulturschock verdaut werden muss. Doch gibt es trotz Kulturschock noch Hoffnung für die fremde Kultur die eigene zu bereichern? Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an:

Der Kulturschock - Ein Phänomen in vier Phasen:
Phase 1: Die eigene Kultur wird als Maßstab an die fremde Kultur angelegt. Man befindet sich selbst in der Rolle des Zuschauers.
Phase 2: Erste Kontaktschwierigkeiten tauchen auf, wofür man sich selbst die Schuld zuweist -> Selbstmittleid tritt auf
Phase 3: Das Gegenteil zu Phase 2 tritt nun ein. Man überträgt die Schuldzuweisungen auf die andere Kultur. Die eigene Kultur wird im Gegensatz hierzu aufgewertet und über die neue/fremde Kultur gestellt, quasi als etwas Besseres angesehen.
Phase 4: Letzen Endes werden die unterschiedlichen Kulturen akzeptiert und geduldet, bestenfalls auch geschätzt. Manchmal übernimmt die Person sogar Verhaltensmuster der Fremdkultur.

Die große weite Welt hat für uns viel mehr kulturelle Überraschungen parat, als man denkt. Schauen wir uns zunächst einmal Asien genauer an. Auffallend ist, dass deren Kulturen nicht von Freizeit oder Erholung geprägt ist. Diese beiden Themen genießen im südostasiatischen Raum einen deutlich geringeren Stellenwert als in unseren Gebieten. Geht es aber um den Aberglauben, dann spielen unsere benachbarten Freunde ganz weit vorne mit. Insbesondere der Numerologie wird mehr Bedeutung beigemessen als in der westlichen Welt: Die Zahl vier sollte als "Todeszahl" stets vermieden werden. Beliebte Zahlen hingegen sind eins, fünf und acht. Doch nicht nur in Sachen Zahlen, sondern auch hinsichtlich Farben gibt es eine ganz spezielle Ansicht. So sollten beispielsweise schwarz und weiß als vollflächige Farben nicht eingesetzt werden; positiv aufgenommen werden warme Töne wie Rot oder Gelb. Sie vermitteln ein Gefühl von Sinnlichkeit, Geborgenheit und Wohlfühlen.

Bleiben wir nun bei denselben Beispielen, aber wechseln den Kontinent. In Afrika - dem schwarzen Kontinent - ist bei der Vielfalt der afrikanischen Kulturen der Islam weit verbreitet und Zahlen spielen im Gegensatz zu Asien nur eine geringe Rolle. Die Zahl neun wird im Allgemeinen als positiv erachtet, wohingegen die Zahl sechs gemieden werden sollte. Grün ist ebenso in beliebt in Afrika wie Rot in Russland, beide Farben sind in den jeweils anderen Kulturen im ursprünglichen Sprachgebrauch nahe miteinander verwandt.

An dieser Stelle kann ich natürlich nicht alle Unterschiede in jeder Kultur aufzeigen, doch mit dem obigen Ausschnitt sollte schnell klar werden, dass auch noch so seltsame Sitten und Bräuche anderer Länder nicht verpönt werden sollten, man weiß ja nie, vielleicht tragen sie ja auch zur Bereicherung unseres eigenen Landes bei. Wichtig ist abschließend noch der Aspekt, dass man sich beim Reisen ins Ausland nicht verstellen soll. Unsere kulturelle Prägung ist ein Teil unserer Persönlichkeit, was wir lernen müssen ist Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu entwickeln. Es kommt immer wieder vor, dass ungleiche Kulturen zu Missverständnissen führen, aber gleichzeitig auch zu Einblicken in eine neue Lebenswelt. Vielleicht sollten wir alle ein bisschen aufgeschlossener durchs Leben gehen und öfters mal den ersten Schritt ins Unbekannte wagen.

ArtikelschreiberArtikel: Katharina Höland Mailkatharinahoeland@gmx.de







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